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1965 holten sie gemeinsam für Werder Bremen die Meisterschaft, nun sind sie die Hauptdarsteller in einem neuen Buch: (von links) Hans Schulz, Max Lorenz, Helmut Schimeczek, Günter Bernard und Gerhard Zebrowski.

„Als die Bundesliga laufen lernte“

Für 400 Mark zu Werder: Neues Buch beschreibt den Werdegang von fünf Bremer Meisterspielern

Bremen – Heute geht es im Fußball um Millionen, eigentlich sogar schon um Milliarden. Da dürfte es für jeden Fan eine wohltuende Abwechslung sein, mal in die Vergangenheit zu blicken, als zum Beispiel Helmut Schimeczek für eine Gage von 400 Mark im Monat zum SV Werder Bremen wechselte und nebenbei natürlich noch arbeitete.

Allein die kuriose Geschichte seiner Verpflichtung macht das neue Buch von Helmut Roder „Als die Bundesliga laufen lernte: Helmut Schimeczek – vom Straßenkicker zum Werder-Profi“ sehr lesenswert.

„Wie bitte, Horst, du hast 400 Mark gekriegt? Ich nur 250“, empörte sich Hans Schulz bei der offiziellen Buchvorstellung im Weserstadion, um dann laut zu lachen. Der Spaß steht bei den Werder-Legenden immer noch ganz oben auf der Tagesordnung. Auch Hans Schulz, Max Lorenz, Günter Bernard und Gerhard Zebrowski ist jeweils ein Kapitel in dem Buch gewidmet. Gemeinsam mit Schimeczek gewannen sie 1965 die erste deutsche Meisterschaft für den SV Werder Bremen. Da war die Bundesliga gerade einmal zwei Jahre alt.

„Als die Bundesliga laufen lernte: Helmut Schimeczek – vom Straßenkicker zum Werder-Profi“

Jeder dieser Werder-Helden hat so seine ganz besondere Geschichte, wie er zum Fußball kam. Am ausführlichsten wird dies von Autor Helmut Roder bei Schimeczek beleuchtet, allerdings nicht in Ich-Form, sondern als Bericht. Das ist manchmal vielleicht ein bisschen umständlich und sperrig formuliert, passt aber sprachlich durchaus in die Zeit. Das Buch gibt sehr interessante Einblicke in das damalige Leben und es geht bei weitem nicht nur um Fußball. Viele Fotos lockern die Geschichten immer wieder auf und präsentieren Schimeczek einmal sogar als Partybiest.

Und wie war das nun mit seinem Wechsel nach Bremen? Der gebürtige Berliner, der einst wegen der lukrativen Arbeit in einem VW-Werk in Fallersleben gelandet war, hatte im Mai 1958 ein Probetraining bei Werder absolviert. Weil sich anschließend niemand um ihn kümmerte, reiste Schimeczek enttäuscht ab. Werder entschuldigte sich einen Tag später für das Versehen, schickte eine Delegation noch Fallersleben – und so wurde Schimeczek doch noch ein Werderaner.

Das Buch „Als die Bundesliga laufen lernte: Helmut Schimeczek – vom Straßenkicker zum Werder-Profi“ ist im Verlag „Edition Falkenberg“ erschienen und kostet 18,99 Euro. (kni)

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