Nico Hruby ist Chief Digital Officer des SV Werder Bremen.
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Nico Hruby ist Chief Digital Officer des SV Werder Bremen.

Neue Kooperation für Fan-App und Daten-Analyse

Neuzugänge liefert bei Werder Bremen bald die „Data Intelligence Platform“

Bremen – Neuer Partner, neue Möglichkeiten, neue Fan-App: Der SV Werder Bremen ist auf dem Weg zu einer noch effektiveren Digitalisierung eine Partnerschaft mit Hewlett Packard Enterprises eingegangen.

Die Kernpunkte dabei sind die Entwicklung einer interaktiven App sowie stark verbesserte Möglichkeiten, leistungsrelevante Spielerdaten zu erheben, zu sammeln und auszuwerten – ein Bereich, der die Überschrift Sport-Performance trägt. Alles Neue wächst dabei auf einer „Data Intelligence Platform“, quasi dem Fundament des Ganzen. Und wenn nach einer Entwicklungszeit von mehreren Jahren alles funktioniert, soll der Club laut Nico Hruby, Chief Digital Officer des SV Werder Bremen, zukunftsfähiger und stabiler sein, als er es jetzt ist. „In Hewlett Packard Enterprises haben wir dabei einen sehr erfahrenen, kompetenten Global Player an unserer Seite, der uns unterstützt, unsere Digitalstrategie auf die Straße zu bringen“, so Hruby.

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Werder Bremen kooperiert mit Hewlett Packard Enterprises: Neue Fan-App kommt im Sommer

Schöne Worte. Doch was verbirgt sich hinter den einzelnen Punkten und was bedeuten sie für den Fan des SV Werder Bremen? Wo ist der Nutzen für ihn, wo für den sportlichen Bereich? Eine Übersicht:

Die Fan-App: Sie soll das erste vorzeigbare Produkt der neuen Partnerschaft werden. Irgendwann im Sommer, möglichst noch vor Start der neuen Saison, soll sie auf den Markt kommen und mehr sein als eine Informationsbörse rund um Werder Bremen. Michael Zeidler, Leiter der Business Solutions Group bei Hewlett Packard Enterprises, dazu: „Jeder, der diese App in Zukunft nutzt, kann idealerweise all seine Belange und Erfordernisse über diese zentrale Anwendung mit dem Club vornehmen. Beispiele sind Navigation im Stadion oder die Vernetzung von Geschäftskontakten.“ Oder auch Kauf und Verwaltung von Tickets, Teilnahme an Umfragen und Diskussionen sowie Hinweise auf Kioske, Eingänge oder Toiletten im Stadion. „Bedarfsgerecht“ werde die App funktionieren, so Hruby.

Werder Bremen plant mit Hewlett Packard Enterprises neue Fan-App für Inhalte, Produkte und Services

Die Interessen des Einzelnen werden in der App erkannt, die Angebote personalisiert. Allerdings ist es laut Hruby nicht das Ziel, das individuelle Konsumverhalten auszuspähen: „Transaktionen werden wir nicht individuell auswerten, um darauf basierend irgendwelche Werbeformen vorzunehmen. Das ist nicht vereinbar mit dem Gesamtkonzept.“ Zudem werde niemand gezwungen, Daten von sich preiszugeben. Aber klar, es geht natürlich ums Geschäft. „Wir machen es unseren Fans und Partnern so einfach wie möglich, Werder-Produkte, Werder-Services und Werder-Inhalte zu konsumieren“, erklärt Hruby.

Die App wird zudem für die Sponsoren und Geschäftspartner des Clubs eine Art Dating-Bereich bieten. Wem dann im Stadion in seiner Loge der Sinn nicht nur nach Fußball steht, sondern nach neuen Business-Beziehungen, der kann via App leicht Kontakte knüpfen zu anderen Kunden des SV Werder Bremen im Logenbereich.

Digitalisierung bei Werder Bremen: Große Daten-Analyse für aktuellen Kader und mögliche Transfers

Die Sport-Performance: Was kann die mögliche Neuverpflichtung? Was hat Spieler XY in der Vergangenheit geleistet? Wie fit und belastbar ist er wirklich? Mit Hilfe selbst erhobener oder zugekaufter Datensätze will Werder Bremen künftig noch verlässlichere Antworten auf diese und andere Fragen bei Scouting und Belastungssteuerung bekommen. Für jeden Manager und jeden Trainer werden diese Punkte immer wichtiger, längst ist die Datenanalyse im Alltag angekommen. HPE soll nun helfen, sie im Werder-Sinn weiter zu professionalisieren. Ziel sei es, „künftig unterschiedliche Datenquellen von unseren Spielern oder potenziellen Neuzugängen zusammenzuführen, bereinigt darzustellen und dann auch auszuwerten“, sagt Nico Hruby: „Die Daten werden Entscheidungsprozesse im Sport unterstützen und optimieren.“ Eine „relativ mächtige Plattform“ soll einen „360-Grad-Blick“ auf die Spieler ermöglichen.

Für Hewlett Packard Enterprises, immerhin ein Unternehmen, das nach eigenen Angaben weltweit 60.000 Menschen beschäftigt, ist all dies kein Neuland. Die Digitalisierungsexperten arbeiten in der Formel 1 mit dem Rennstall AMG Mercedes Petronas zusammen, haben im Fußball die IT-Infrastruktur im Stadion der Tottenham Hotspur geschaffen. „Spiel- und Spieleranalyse, Vernetzung im Stadion oder Fan-Kommunikation – dieses Ganze sinnvoll in Einklang zu bringen und aus 1+1 mehr als 2 zu machen, ist etwas, das wir sehr gut können. Das haben wir schon in bedeutsamen Kooperationen – auch im Sport – unter Beweis gestellt“, sagt Michael Zeidler. Die Zusammenarbeit mit Werder Bremen hat vorerst keinen zeitlichen Rahmen bekommen, aber es wird dauern, bis alles umgesetzt ist. Drei, vier, vielleicht fünf Jahre, schätzt Hruby. (csa)

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