Jung, talentiert – und ab der neuen Saison alle für Werder Bremen aktiv: Felix Agu (v.l.), Jean-Manuel Mbom, Romano Schmid, Johan Mina und Oscar Schönfelder.
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Jung, talentiert – und ab der neuen Saison alle für Werder Bremen aktiv: Felix Agu (v.l.), Jean-Manuel Mbom, Romano Schmid, Johan Mina und Oscar Schönfelder.

Junge Neuzugänge an der Weser

Fünf Talente für die Werder-Zukunft: Diese Rollen sollen Agu, Mbom, Schmid, Mina und Schönfelder spielen

Bremen – Fünf junge Neuzugänge hat der SV Werder Bremen schon für die kommende Saison - aber wie plant der Club mit ihnen? So sieht Werder die Rollen von Felix Agu, Jean-Manuel Mbom, Romano Schmid, Johan Mina und Oscar Schönfelder.

Er würde ja gerne, nur geht es gerade nicht: Johan Mina kommt in diesen Tagen einfach nicht außer Landes. Zumindest nicht nach Deutschland. Die Koffer sind längst gepackt, denn eigentlich hatte Werder Bremen seinen 18-jährigen Neuzugang bereits im Frühjahr in Bremen erwartet – wegen der Coronavirus-Pandemie kann er sein Heimatland Ecuador derzeit aber nicht verlassen. Noch fehlt das Arbeitsvisum, und passende Flüge gehen momentan auch eher unregelmäßig.

„Wir müssen uns noch etwas gedulden“, sagt Werders Sportchef Frank Baumann, „umso schöner, wenn Johan dann endlich da ist.“ Schließlich soll er eines Tages bestenfalls zu einem der neuen Gesichter des Clubs werden. Bei Werders angekündigter Verjüngungskur spielt er eine wichtige Rolle – ebenso wie die anderen Neuzugänge und Rückkehrer Felix Agu, Jean-Manuel Mbom, Romano Schmid und Oscar Schönfelder. Ein Überblick.

Werder Bremen-Neuzugang Felix Agu

Er war der erste – und zwar im doppelten Sinne: Der erste Neuzugang, den Werder Bremen für die Saison 2020/21 vermeldete (bereits im Februar) und auch der erste, der am Weserstadion vorbeischaute. Anfang Juli standen dort medizinische Untersuchungen für den Linksverteidiger, der ablösefrei vom VfL Osnabrück kommt, auf dem Programm, ehe es in den Urlaub ging. Ab Anfang August wird Felix Agu dann als fester Bestandteil des Profikaders um seine Chance bei Werder kämpfen. Sein Vorteil: Er kann sowohl links als auch rechts verteidigen. Dennoch dürfte er auf beiden Seiten zunächst als Back-up-Lösung fungieren.

In der vergangenen Zweitliga-Saison stand Felix Agu 28 Mal für Osnabrück auf dem Platz und bereitete sechs Tore vor. „Felix hat in Osnabrück eine gute Entwicklung genommen, die wir bei Werder gerne mit ihm fortsetzen wollen“, sagt Trainer Florian Kohfeldt über den 20-Jährigen, der im September 2019 im deutschen U21-Nationalteam debütierte. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Agu kürzlich über seinen ersten Vereinswechsel überhaupt: „Es ist noch mal ein sehr großer Schritt für mich.“ Und: „Ich erhoffe mir, dass ich mich weiterhin positiv entwickle und auch in der nächsten Saison zu Einsätzen kommen werde.“

Werder Bremen-Rückkehrer Jean-Manuel Mbom

Es liegt inzwischen knapp drei Jahre zurück, da hielt der damals 17-Jährige den Beweis dafür, dass er als eines der größten Talente im deutschen Fußball gilt, plötzlich in den Händen: die silberne Fritz-Walter-Medaille. Für das Talent des SV Werder Bremen war es der verdiente Lohn nach 18 Toren in 20 Spielen der U17-Bundesliga. Mboms Weg schien vorgezeichnet, führte ihn aber nicht direkt zum Ziel. Weil er sich im Profikader im ersten Anlauf nicht durchsetzen konnte, verlieh Werder den defensiven Mittelfeldspieler im vergangenen Jahr an den Drittligisten KFC Uerdingen, für den Mbom in 28 Spielen ein Tor erzielte.

Zwar hätten die Krefelder den 20-Jährigen gerne behalten, doch in Bremen haben sie ab sofort andere Pläne mit Jean-Manuel Mbom. Dank seiner körperlichen Robustheit trauen sie ihm zu, eine ernsthafte Alternative für die Sechserposition zu werden. „Der Schritt zum KFC Uerdingen war für seine Entwicklung sehr wichtig. Man merkt, dass ihm die regelmäßige Spielpraxis in der Dritten Liga gutgetan hat und er als Spieler weiter gereift ist“, sagt Baumann. Die Abgänge von Nuri Sahin und Kevin Vogt sowie die ungeklärte Zukunft von Philipp Bargfrede könnten zur Chance für das Eigengewächs werden.

Werder Bremen-Rückkehrer Romano Schmid

2019 aus Salzburg verpflichtet, dann direkt an den Wolfsberger AC zurück in die österreichische Heimat weiterverliehen – der bisherige Plan, den Werder Bremen mit Romano Schmid verfolgt hat, ist aufgegangen. Denn hinter dem 20-Jährigen liegt eine gute Saison. Die Eckdaten: Stammspieler, drei Tore und elf Vorlagen in 33 Einsätzen, sechs Spiele davon in der Europa League. Das sind Zahlen, die sich für einen offensiven Mittelfeldmann wahrlich sehen lassen können.

Bei Werder soll Schmid im Bundesliga-Kader für den Schuss Kreativität sorgen, der der Mannschaft in der vergangenen Saison nahezu komplett abgegangen war. Heiß darauf ist er allemal. „Es war schon immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen. Bei Werder dieses Ziel zu erreichen, freut mich extrem“, sagte er in einem Interview, das im April auf „werder.de“ veröffentlicht wurde.

Werder Bremen-Neuzugang Oscar Schönfelder

Der 19-jährige Linksaußen durchlief seit 2013 die Nachwuchsabteilung des 1. FSV Mainz 05 und wagt nun den Sprung in den hohen Norden, wo er zwar als Neuzugang des Bremer Bundesliga-Kaders geführt wird, dort aber zunächst auf Bewährung spielt. Nach der Vorbereitung mit den Profis will Werder Bremen entscheiden, wo Oscar Schönfelder seinen Platz findet: bei den Profis oder in der U23. In 17 Partien der abgebrochenen U19-Bundesliga-Saison gelangen dem Junioren-Nationalspieler fünf Tore und vier Vorlagen. Von Vorteil könnte für ihn sein, dass Milot Rashica Werder im Sommer sehr wahrscheinlich verlässt – ein namhafter Konkurrent auf Linksaußen also schon mal weg wäre.

Werder Bremen-Neuzugang Johan Mina

Der Mann, der momentan noch in Ecuador festsitzt, ist bei Werder Bremen zunächst für die U23 eingeplant. Dort soll er sich in aller Ruhe in Deutschland akklimatisieren. Wo der 18-jährige Neuzugang, der vom Club ES Emelec kommt, mittelfristig hin will, machte er klar, indem er (noch vor Bekanntgabe seines Wechsels) ein kurzes Video aus dem Weserstadion postete: in die Bundesliga. Gut möglich jedoch, dass er da noch Geduld braucht: Mina hat seit anderthalb Jahren keine Spiele auf Club-Ebene bestritten.

Auch bei Werder darf Johan Mina vorerst nur mittrainieren. Eine Spielerlaubnis in der U19 und U23 gibt es für ihr wegen seines ecuadorianischen Passes vorerst nicht. Dennoch versprechen sie sich bei Werder Bremen viel vom nach Johan Cruyff benannten Talent: Bei der U17-Südamerikameisterschaft, bei der Mina Torschützenkönig wurde, und bei der U17-Weltmeisterschaft hatte er jeweils mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. (dco)

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