Will mit Werder Bremen in der Bundesliga durchstarten: Mittelfeld-Neuzugang Jens Stage.
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Will mit Werder Bremen in der Bundesliga durchstarten: Mittelfeld-Neuzugang Jens Stage.

Werder-Neuzugang Stage stellt sich vor

Wenig Lust auf Delaney-Vergleiche: Jens Stage will mit eigenen Qualitäten zeigen, warum er für Werder ein Gewinn sein könnte

Zell am Ziller – Ein Name schwebte immer wieder über dem Trainingsgelände in Zell am Ziller – dabei war die zugehörige Person nicht einmal anwesend. Früher war sie das, doch das ist schon eine ganze Weile her. Und weil der gemeinte Thomas Delaney seinerzeit im Mittelfeld des SV Werder Bremen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat und zuvor vom FC Kopenhagen gekommen war, plagt sich Neuzugang Jens Stage gerade damit herum, dass er immer wieder auf seinen dänischen Landsmann angesprochen wird. Denn auch er kommt vom Topverein aus der Hauptstadt des Nachbarlandes und bevorzugt eine robuste Interpretation seines Berufes. Im Mediengespräch am Freitag machte Stage weitgehend gute Miene zum bösen Spiel, doch ihm war deutlich anzumerken, dass er lieber unabhängig vom allgegenwärtigen Delaney betrachtet werden möchte.

„Er ist ein fantastischer Spieler und ein Vorbild für alle zentralen Mittelfeldspieler in Dänemark. Also schauen ich und alle anderen ganz genau hin, was wir von ihm lernen können“, erklärte Jens Stage. „Er hat eine besondere Karriere, gerade hier war er fantastisch. Aber bitte vergleicht uns nicht zu sehr, ich würde lieber gern selbst von Beginn an zeigen, was ich kann.“ Der 25-Jährige ahnte jedoch, dass ihn die Vergleiche noch eine Zeit lang begleiten werden. „Ich fürchte, dass das noch häufiger passieren wird“, gestand der Neuzugang des SV Werder Bremen lächelnd und seufzte ein wenig.

Ähnlich häufig wie das Wort „Delaney“ fiel auch das Adjektiv „intensiv“. Unterschied: Dieses Mal kam es ausschließlich aus dem Mund der Neuverpflichtung. Denn genau so will sich Jens Stage präsentieren. „Werder ist ein großer Club, mit einer großen Historie, tollen Fans und hohen Ambitionen. Das ist genau das, was ich mag. Ich möchte intensiven Fußball vor vielen Zuschauern und großen Gefühlen spielen“, erzählte er etwa. Oder auch: „Ich habe immer schon den deutschen Fußball im Fernsehen geschaut. Dort wird intensiv gespielt und ich habe immer versucht, mit solch einem Stil zu spielen. Deshalb glaube ich, dass ich auch sehr gut in diese Liga passe.“ Und womöglich deshalb auch zu Werder Bremen – schließlich kann der Bundesliga-Rückkehrer in der Zentrale durchaus jemanden gebrauchen, der mittendrin ist, wenn es auch mal schmerzhaft werden könnte. „Ich möchte so viel ins Spiel involviert sein wie möglich“, hob Jens Stage hervor. „Ich liebe es, lebendig Teil des Geschehens zu sein, Zweikämpfe zu führen und 90 Minuten lang intensiv zu spielen.“

Vater riet Werder Bremen-Neuzugang Jens Stage zum Wechsel: „Könnte keinen besseren Ort für mich geben“

Im vergangenen Winter wollte ihn wegen dieser Qualitäten schon ein anderer Erstligist nach Deutschland lotsen: der FC Augsburg. „Es war aber nicht die richtige Zeit, ich hatte eine Meisterschaft zu gewinnen“, meinte Jens Stage. „Und deshalb habe ich auch nicht viel Energie dabei verschwendet, mich mit dem Thema zu beschäftigen.“ Die Zeit in Kopenhagen endete tatsächlich höchsterfreulich, der 25-Jährige verabschiedete sich mit dem Gewinn des Titels. Auf die Champions League verzichtet er nun trotzdem gern. „Natürlich hätte das schön sein können. Aber als sich Werder Bremen gemeldet hat, habe ich überhaupt nicht nachdenken müssen.“

Vier Millionen Euro lassen sich die Bremer nach Informationen der DeichStube den Transfer kosten, spätere Bonuszahlungen sind möglich. Doch das waren Dinge, die Jens Stage nicht interessierten. Stattdessen besprach er sich nach eigenen Angaben nur ein wenig mit seinem Vater – und der brachte kurz und knapp auf den Punkt, warum der Sohnemann künftig in Norddeutschland wohnen sollte. „Er hat mir gesagt, dass es keinen besseren Ort für mich geben könnte“, verriet Stage. „Es ist in der Nähe zu Dänemark und Werder ist ein großer Verein in einer der besten Ligen.“

Werder Bremen-Neuzugang Jens Stage stellt sich vor: „Ich will von Beginn an zeigen, was ich kann“

Und bei dem versucht er sich nun zurechtzufinden. Ein paar Brocken Deutsch spricht Jens Stage zwar dank vergangener Schultage noch, doch wenn um ihn herum zu schnell oder durcheinander geredet wird, bekommt er noch Probleme. Das soll sich aber bald ändern. Umgekehrt muss der Mann, der in Höjbjerg bei Aarhus geboren wurde, aktuell immer wieder ein dänisches Wort erklären – seinen Nachnamen. „Jeder im Team fragt mich da die letzten Tage nach“, sagte er lachend und gab folglich auch den Journalisten vor Ort etwas Nachhilfe. Demnach werde Stage im Grunde wie das englische Wort „Stay“ ausgesprochen.

Am Freitagnachmittag packte der Däne dann im Training gleich einmal die erste Grätsche aus, schickte auch auf diese Art ein paar knackige Willkommensgrüße in die Runde. Wenn alles gut läuft, dann erfährt bald auch die gesamte Bundesliga, dass Werder Bremen da einen neuen Kämpfer im Mittelfeld hat. Mit ein wenig Glück geht es danach für Jens Stage auch zurück in die dänische Auswahl, für die er bislang ein Mal auflief. Zumal mit der WM in Katar ein besonderer Anreiz vorhanden ist. „Ich weiß nicht, ob es zu früh für mich wäre, darüber zu sprechen. Aber natürlich ist es ein großer Traum, in der Nationalmannschaft dabei zu sein. Es wäre eine Lüge, wenn ich etwas anderes sagen würde“, unterstrich er, betonte aber zugleich. „Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist sehr groß. Da gibt es Thomas Delaney und noch ein paar weitere fantastische Spieler. Warten wir es ab. Ich habe jetzt die Chance, mich in Bremen und der Bundesliga zu beweisen.“ Da war es dann auch egal, dass dieses Mal ausgerechnet Jens Stage selbst den Namen des einstigen Werder-Profis Delaney erwähnt hatte. (mbü)

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