Bei Werder Bremen tritt Nicolai Rapp direkt in große Fußstapfen – zumindest, was die Rückennummer angeht. Er bekommt die „23“ von Publikumsliebling Theodor Gebre Selassie.
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Bei Werder Bremen tritt Nicolai Rapp direkt in große Fußstapfen – zumindest, was die Rückennummer angeht. Er bekommt die „23“ von Publikumsliebling Theodor Gebre Selassie.

Wechsel von Darmstadt zum SV Werder

Werder-Neuzugang Nicolai Rapp: „Ekliger“ Erbe von Theodor Gebre Selassie

Mit einem Mal ging es am Donnerstagnachmittag Schlag auf Schlag. Pünktlich um 14.30 Uhr vermeldete zunächst Union Berlin, dass Nicolai Rapp den Club verlässt. Drei Minuten später zog Werder Bremen nach und vermeldete die Verpflichtung des 24-jährigen Defensivspielers. Alles aufeinander abgestimmt – und rechtzeitig, bevor Rapp um 15.00 Uhr zu seinem ersten Mannschaftstraining mit den neuen Kollegen in Richtung Trainingsplatz ging.

Im Klacker-Konzert der Stollenschuhe auf dem gepflasterten Weg und in der Traube der in Grau gekleideten Spieler fiel der 24-Jährige, der eifrig mit Felix Agu plauderte, gar nicht auf. Wenn Werder Bremen den Wechsel von Nicolai Rapp nicht vorher bekanntgegeben hätte, hätte man ihn in der großen Gruppe glatt übersehen können. Auf dem Platz wurde dann allerdings schnell deutlich, dass der zweite Bremer Neuzugang des Sommers, für den Werder dem Vernehmen nach um die 200.000 Euro an Ablöse zahlt, kein schüchterner und zurückhaltender Typ ist.

Im Trainingsspiel schmiss er sich sofort in die Zweikämpfe, gab sogar hier und da schon erste kleine Anweisungen auf dem Platz. Eines, das muss man dazu sagen, hat der defensive Mittelfeldspieler, der auch Innenverteidiger spielen kann, seinen Kollegen dabei vom ersten Tag an voraus: Er weiß, wie der neue Trainer Markus Anfang Fußball spielen lässt. In der vergangenen Saison war der von Union Berlin ausgeliehene Rapp Stammspieler unter Anfang bei Darmstadt 98 in der 2. Liga, kam auf 29 Einsätze (zwei Tore, eine Vorlage).

Transfers: Für Nicolai Rapp war schnell klar gewesen, dass er zu Werder Bremen wechseln will

Der Hauptgrund für seinen Wechsel zu Werder Bremen sei sein alter und neuer Coach aber nicht gewesen. „Natürlich kenne ich den Trainer persönlich vom letzten Jahr, aber auch die Gespräche mit dem Verein, den Geschäftsführern und Managern waren alle sehr gut. Das hat mir einfach zugesagt“, erklärt Rapp in einem Interview auf „werder.de“. Dass man im Fußball auf alte Bekannte trifft, sei nicht unüblich. „Aber dass es mit dem Trainer letzte Saison eine positive Zusammenarbeit war, stimmt auch.“ Für Nicolai Rapp sei aber auch unabhängig von Anfang schnell klar gewesen, dass er zu Werder wechseln will. „Als der Anruf von Werder Bremen kam, wusste ich direkt: Da will ich hin, das will ich machen.“ Werder sei ein „großer Verein“, auch in der 2. Liga, und die Mission Wiederaufstieg mit anzupacken, sei für ihn eine „Riesenherausforderung“. Die traut man ihm bei Werder auch voll zu.

„Nicolai hat unter Markus Anfang in Darmstadt eine gute Entwicklung genommen“, erklärt Werder-Sportchef Frank Baumann in einer Club-Mitteilung. „Er ist ein sehr fleißiger, flexibel einsetzbarer Spieler, der die 2. Liga gut kennt und Potential für mehr hat.“ Heißt also: einer mit Perspektive für die Bundesliga. Dort hat der 24-Jährige bisher nicht gespielt, obwohl er bei der TSG 1899 Hoffenheim ausgebildet wurde und über die Zwischenstationen Greuther Fürth und Erzgebirge Aue bei Bundesligist Union Berlin gelandet war. Bei den Hauptstädtern schaffte Nicolai Rapp den Durchbruch nicht, im Januar 2020 wurde er für anderthalb Jahre nach Darmstadt verliehen. Dort überzeugte er schließlich Trainer Anfang, dass der seinen Schützling nun zu Werder Bremen lotste.

„Ich weiß, welches System er spielen lässt und wie er spielen lassen will“, sagt Rapp über Anfang. Einen großen Wissensvorsprung gegenüber den Kollegen sieht er deswegen aber nicht. „Ich glaube, die Jungs bekommen das auch sehr schnell rein.“ Vielmehr sei er es jetzt, der viel Neues kennenlernen muss: „die Jungs, das Umfeld, die Gegend.“ Und das, was er bisher gesehen hat, gefällt ihm. „Der erste Eindruck ist sehr positiv. Ich wurde gut aufgenommen und kann es kaum abwarten, jetzt endlich loszulegen.“

Neuzugang Nicolai Rapp erbt bei Werder Bremen die Rückennummer von Theodor Gebre Selassie

Bei Werder Bremen tritt Nicolai Rapp direkt in große Fußstapfen – zumindest, was die Rückennummer angeht. Er bekommt die „23“ von Publikumsliebling Theodor Gebre Selassie, der Werder nach neun Jahren verlassen hat. „Okay, dann ist der Druck hoch“, sagt Rapp, als ihm die Bedeutung der Nummer erklärt wird. Ein Stück weit wird Rapp auch auf dem Feld ein Nachfolger Gebre Selassies. Einerseits, weil er neben seinen Lieblingspositionen in der Zentrale auch als Rechtsverteidiger spielen kann, andererseits weil er im neuen Kader eine Rolle als Kämpfer einnehmen dürfte. „Meine Stärken sehe ich in meiner Zweikampfführung. Ich glaube, man sagt, dass ich ein ekliger Spieler bin“, meint Rapp und grinst: „Wenn es wehtut im Training, war ich oftmals beteiligt.“ Am Donnerstag ging alles gut. Es hat nicht gerappelt, es hat sich keiner wehgetan, stattdessen wurde viel gelacht. Auf dem Platz, das deutete Rapp an, geht es bei ihm aber eben oftmals zu wie bei seiner Verpflichtung: Schlag auf Schlag. (han)

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