Acht Talente hat der SV Werder Bremen zurzeit verliehen: Abdenego Nankishi (von links), Nick Woltemade, Kyu-hyun Park, Justin Njinmah, Dominik Becker, Oscar Schönfelder, Yannik Engelhardt und Johan Mina.
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Acht Talente hat der SV Werder Bremen zurzeit verliehen: Abdenego Nankishi (von links), Nick Woltemade, Kyu-hyun Park, Justin Njinmah, Dominik Becker, Oscar Schönfelder, Yannik Engelhardt und Johan Mina.

Werder-Leihspieler in der Analyse

Zwischen Höhenflug und Stillstand: Leihspieler des SV Werder Bremen – so schlagen sich Woltemade, Park, Njinmah und Co.

Bremen – Ein Spätzünder, ein Reinfall, zwei Pechvögel und ein wechselhaftes Quartett: Insgesamt acht Talente hat Bundesliga-Aufsteiger Werder Bremen in der Saison 2022/23 an andere Vereine verliehen. Zur Winterpause schaut die DeichStube genau hin: Welche Leihspieler befinden sich in Top-Form, bei wem hakt es noch? Eine Übersicht.

Nick Woltemade (SV Elversberg): Eigentlich kommt die Winterpause für Nick Woltemade zur absoluten Unzeit. Denn gerade hat sich die Leihgabe des SV Werder Bremen bei der Sportvereinigung Elversberg einen Stammplatz in der 3. Liga erarbeitet, nachdem es zuvor als Einwechselspieler eher durchwachsen gelaufen war. Gegen Dortmund II, Bayreuth und Freiburg II kam der 20-Jährige zuletzt dreimal in Folge von Beginn an zum Zug und machte seine Sache hervorragend. Der Offensivmann hatte mit dem 1:0-Siegtreffer gegen Bayreuth sowie einem Tor und einem Assist beim 3:0 gegen die Breisgauer einen erheblichen Anteil an den jüngsten Erfolgen des Drittliga-Spitzenreiters. Es waren seine ersten beiden Profitore überhaupt.

Nicht nur deshalb scheint Nick Woltemade nun richtig angekommen zu sein im Saarland. Ein weiterer Beleg für Woltemades aufsteigende Formkurve ist, dass der gebürtige Bremer inzwischen wieder zum festen Kern der deutschen U20-Nationalmannschaft zählt, für die er im November gegen Tschechien, Norwegen und Portugal zum Einsatz kam und dabei einen Treffer erzielte. Sollte Woltemade nach der Winterpause mit dem außergewöhnlich gut performenden Drittliga-Aufsteiger aus Elversberg, der bereits acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Saarbrücken hat, weiter auf der Erfolgswelle reiten, dürfte das auch seine zuletzt ziemlich aussichtslose Perspektive bei Werder Bremen wieder verbessern.

Werder Bremens Talent Justin Njinmah feiert sein Bundesliga-Debüt bei Borussia Dortmund

Justin Njinmah (BVB II): Nach dem ansprechenden ersten Jahr läuft es für Justin Njinmah beim BVB II in der zweiten Spielzeit – gemessen an den Leistungsdaten – eher schleppend. Zwei Tore und eine Vorlage stehen auf der Habenseite des pfeilschnellen Stürmers. Eigentlich ein bisschen zu wenig für die gestiegenen Ansprüche des 22-Jährigen. Dennoch hatte die Saison auch einiges zu bieten für die Leihgabe des SV Werder Bremen: So durfte Njinmah Mitte September sein Bundesliga-Debüt für die Schwarz-Gelben gegen RB Leipzig feiern (0:3). „Ein einmaliges Erlebnis“ für den Deutsch-Nigerianer.

Und obwohl die Reserve von Borussia Dortmund inzwischen spielfrei hat, ist für Njinmah noch längst nicht an Urlaub zu denken. Der gebürtige Hamburger ist nämlich mit den BVB-Profis auf Asien-Tour in Singapur und Malaysia – und erhält dort als einer von mehreren jungen Spielern „eine Bühne, um sich zu präsentieren“, wie es BVB-Chefcoach Edin Terzic formulierte. Beim SV Werder Bremen hatte Njinmah erst im Januar einen Profivertrag unterschrieben, ehe ihn umgehend der BVB bis Sommer 2023 auslieh. Borussia Dortmund besitzt dem Vernehmen nach eine Kaufoption für Justin Njinmah, die im siebenstelligen Bereich liegen soll.

Werder Bremens Talent Yannik Engelhardt ist aus der Stammformation beim SC Freiburg II nicht wegzudenken

Yannik Engelhardt (SC Freiburg II): Es hat lange gedauert, aber jetzt ist er wieder topfit: Seit Sommer war Yannik Engelhardt nach einer Knöchel-Operation verletzt ausgefallen, Mitte Oktober feierte der defensive Mittelfeldspieler schließlich sein langersehntes Comeback beim 3:2-Sieg gegen Waldhof Mannheim. Seitdem ist er aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken: In den darauffolgenden fünf Drittliga-Partien verpasste der 21-Jährige keine einzige Minute. Anfang Dezember war er zudem als Torschütze beim 1:1 gegen Dynamo Dresden erfolgreich. Engelhardt steht bereits seit 2015 bei Werder unter Vertrag und spielte schon in der vergangenen Saison auf Leihbasis beim SC Freiburg II. Im Sommer 2023 endet die Leihe des ehemaligen deutschen U20-Nationalspielers. Ob er eine Zukunft in Bremen hat, scheint noch nicht final geklärt.

Nach verheißungsvollem Start bei Dynamo Dresden ging es für Werder Bremens Talent Kyu-hyun Park stetig bergab

Kyu-hyun Park (Dynamo Dresden): Nach verheißungsvollem Start mit zwei Einsätzen über 90 Minuten im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (0:1) und in der Liga gegen 1860 München (3:4) ging es für die Leihgabe des SV Werder Bremen bei den Sachsen stetig bergab. Zunächst stoppte den 21-Jährigen kurzzeitig eine Leistenzerrung. Als der Linksverteidiger dann wieder fit war, setzte es für Dynamo Dresden mit Park in der Startelf zwei Niederlagen innerhalb einer Woche gegen Viktoria Köln (1:2) und Elversberg (2:3). Die Folge: Parks Stammplatz war futsch und hieß anschließend zweieinhalb Monate lang Ersatzbank. Zwischen dem 6. und 15. Spieltag setzte Dynamo-Trainer Markus Anfang den Bremer kein einziges Mal mehr ein. Erst Anfang November durfte der frischgebackene südkoreanische U23-Nationalspieler (Debüt Ende September gegen Usbekistan) endlich mal wieder ran – und wurde gegen Wehen Wiesbaden prompt zur Pause wieder ausgewechselt.

Von Höttges bis Füllkrug: Diese Werder-Spieler standen für Deutschland im WM-Kader

Günter Bernard (1966 / 0 Spiele): Der Torwart von Werder Bremen wurde bei der WM 1966 in England Vize-Weltmeister, kam im Turnier allerdings nicht zum Einsatz.
Günter Bernard (1966 / 0 Spiele): Der Torwart von Werder Bremen wurde bei der WM 1966 in England Vize-Weltmeister, kam im Turnier allerdings nicht zum Einsatz. © IMAGO / Sven Simon
Max Lorenz (1966 / 0 Spiele, 1970 / 1 Spiel): Der defensive Mittelfeldspieler blieb bei der WM 1966 in England ohne Einsatz, 1970 wurde er im siegreichen Spiel um Platz drei immerhin einmal eingewechselt.
Max Lorenz (1966 / 0 Spiele, 1970 / 1 Spiel): Der defensive Mittelfeldspieler blieb bei der WM 1966 in England ohne Einsatz, 1970 wurde er im siegreichen Spiel um Platz drei immerhin einmal eingewechselt. © IMAGO / Sven Simon
Horst-Dieter Höttges (1966 / 5 Spiele, 1970 / 4 Spiele, 1974 / 1 Spiel): Der Verteidiger des SV Werder Bremen (hier stehend) nahm an drei Weltmeisterschaften teil, kam 1966 bis ins Finale, wurde 1970 Dritter und gehörte zum triumphalen Heim-Weltmeister-Team 1974.
Horst-Dieter Höttges (1966 / 5 Spiele, 1970 / 4 Spiele, 1974 / 1 Spiel): Der Verteidiger des SV Werder Bremen (hier stehend) nahm an drei Weltmeisterschaften teil, kam 1966 bis ins Finale, wurde 1970 Dritter und gehörte zum triumphalen Heim-Weltmeister-Team 1974. © IMAGO / Frinke
Dieter Burdenski (1978 / 0 Spiele): 1978 war der Torwart, der mit 444 Bundesliga-Einsätzen den Rekord für die meisten Bundesliga-Spiele im Trikot von Werder Bremen hält, bei der WM in Argentinien mit dabei, blieb jedoch ohne Einsatz - Deutschland schied in der Vorrunde aus.
Dieter Burdenski (1978 / 0 Spiele): 1978 war der Torwart, der mit 444 Bundesliga-Einsätzen den Rekord für die meisten Bundesliga-Spiele im Trikot von Werder Bremen hält, bei der WM in Argentinien mit dabei, blieb jedoch ohne Einsatz - Deutschland schied in der Vorrunde aus. © IMAGO / Horstmüller
Uwe Reinders (1982 / 3 Spiele): Der Angreifer von Werder Bremen erzielte bei seinem ersten WM-Einsatz 1982 sein erstes und einziges Tor für Deutschland, verletzte sich jedoch später beim Tischtennisspielen mit den Mannschaftskollegen so schwer, dass das Turnier für ihn beendet war. Trotzdem darf er sich Vize-Weltmeister nennen.
Uwe Reinders (1982 / 3 Spiele): Der Angreifer von Werder Bremen erzielte bei seinem ersten WM-Einsatz 1982 sein erstes und einziges Tor für Deutschland, verletzte sich jedoch später beim Tischtennisspielen mit den Mannschaftskollegen so schwer, dass das Turnier für ihn beendet war. Trotzdem darf er sich Vize-Weltmeister nennen. © IMAGO / WEREK
Rudi Völler (1986 / 6 Spiele): Mit drei Treffern war Rudi Völler von Werder Bremen bei der WM 1986 in Mexiko der beste deutsche Torschütze. Mit dem Stürmer von Werder Bremen ging es bis ins Finale, wo Deutschland an Argentinien scheiterte. Beim WM-Gewinn 1990 spielte Völler bereits bei AS Rom.
Rudi Völler (1986 / 6 Spiele): Mit drei Treffern war Rudi Völler von Werder Bremen bei der WM 1986 in Mexiko der beste deutsche Torschütze. Mit dem Stürmer von Werder Bremen ging es bis ins Finale, wo Deutschland an Argentinien scheiterte. Beim WM-Gewinn 1990 spielte Völler bereits bei AS Rom. © IMAGO / Laci Perenyi
Günter Hermann (1990 / 0 Spiele): In Italien wurde das deutsche Team 1990 Weltmeister. Der defensive Mittelfeldspieler mit 309 Pflichtspielen für Werder Bremen (r., neben Olaf Thon) wurde dabei jedoch nicht eingesetzt.
Günter Hermann (1990 / 0 Spiele): In Italien wurde das deutsche Team 1990 Weltmeister. Der defensive Mittelfeldspieler mit 309 Pflichtspielen für Werder Bremen (r., neben Olaf Thon) wurde dabei jedoch nicht eingesetzt.  © IMAGO / WEREK
Karl-Heinz Riedle (1990 / 4 Spiele): Im Halbfinal-Elfmeterschießen gegen England bewahrte der Mittelstürmer von Werder Bremen einen kühlen Kopf und versenkte den Ball vom Punkt. Kurios: Es war sein erster Elfmeter als Profi. Im Finale zum Titel-Gewinn kam er nicht zum Einsatz.
Karl-Heinz Riedle (1990 / 4 Spiele): Im Halbfinal-Elfmeterschießen gegen England bewahrte der Mittelstürmer von Werder Bremen einen kühlen Kopf und versenkte den Ball vom Punkt. Kurios: Es war sein erster Elfmeter als Profi. Im Finale zum Titel-Gewinn kam er nicht zum Einsatz. © IMAGO / WEREK
Mario Basler (1994 / 1 Spiel): Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen kam 1994 bei der WM in den USA im ersten Spiel der Gruppenphase zu einem 30-minütigen Einsatz gegen Bolivien. Dabei sollte es bleiben, Deutschland schied im Viertelfinale aus.
Mario Basler (1994 / 1 Spiel): Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen kam 1994 bei der WM in den USA im ersten Spiel der Gruppenphase zu einem 30-minütigen Einsatz gegen Bolivien. Dabei sollte es bleiben, Deutschland schied im Viertelfinale aus. © IMAGO / WEREK
Marco Bode (2002 / 6 Spiele): Bei der WM 2002, die gemeinsam von Japan und Südkorea ausgerichtet wurde, erreichte der Offensivspieler von Werder Bremen mit der deutschen Elf das Endspiel, das 0:2 gegen Brasilien verloren ging. Das Finale war Bodes letztes Spiel als Profi.
Marco Bode (2002 / 6 Spiele): Bei der WM 2002, die gemeinsam von Japan und Südkorea ausgerichtet wurde, erreichte der Offensivspieler von Werder Bremen mit der deutschen Elf das Endspiel, das 0:2 gegen Brasilien verloren ging. Das Finale war Bodes letztes Spiel als Profi. © IMAGO / Ulmer
Frank Baumann (2002 / 1 Spiel): Eine halbe Stunde durfte der Defensivmann von Werder Bremen im Achtelfinale gegen Paraguay ran, danach verfolgte Baumann den Weg zur deutschen Vize-Weltmeisterschaft von der Bank aus.
Frank Baumann (2002 / 1 Spiel): Eine halbe Stunde durfte der Defensivmann von Werder Bremen im Achtelfinale gegen Paraguay ran, danach verfolgte Baumann den Weg zur deutschen Vize-Weltmeisterschaft von der Bank aus.  © IMAGO / PanoramiC
Torsten Frings (2002 / 7 Spiele, 2006 / 6 Spiele): Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen spielte bei der WM 2002 alle sieben Partien über die volle Distanz. Auch beim „Sommermärchen“ 2006 im eigenen Land stand Frings in sechs von sieben Partien auf dem Rasen, zuletzt im Spiel im Platz drei gegen Portugal und Luis Figo.
Torsten Frings (2002 / 7 Spiele, 2006 / 6 Spiele): Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen spielte bei der WM 2002 alle sieben Partien über die volle Distanz. Auch beim „Sommermärchen“ 2006 im eigenen Land stand Frings in sechs von sieben Partien auf dem Rasen, zuletzt im Spiel im Platz drei gegen Portugal und Luis Figo. © IMAGO / WEREK
Tim Borowski (2006 / 6 Spiele): Werder Bremens Double-Sieger von 2004 verpasste bei der WM 2006 lediglich das Spiel um Platz drei aufgrund von einer Schleimbeutelentzündung, das die deutsche Nationalmannschaft mit 3:1 gegen Portugal gewann. Zuvor war im Halbfinale gegen Italien um Francesco Totti Schluss gewesen.
Tim Borowski (2006 / 6 Spiele): Werder Bremens Double-Sieger von 2004 verpasste bei der WM 2006 lediglich das Spiel um Platz drei aufgrund von einer Schleimbeutelentzündung, das die deutsche Nationalmannschaft mit 3:1 gegen Portugal gewann. Zuvor war im Halbfinale gegen Italien um Francesco Totti Schluss gewesen. © IMAGO / Thomas Zimmermann
Miroslav Klose (2006 / 7 Spiele): Mit 5 Treffern wurde der Stürmer des SV Werder Bremen bei der WM 2006 Torschützenkönig und erhielt den Goldenen Schuh. Bei den Weltmeisterschaften 2002, 2010 und 2014 ging Klose ebenfalls auf Torjagd und wurde 2014 sogar Weltmeister – allerdings nicht mehr als Bremer.
Miroslav Klose (2006 / 7 Spiele): Mit 5 Treffern wurde der Stürmer des SV Werder Bremen bei der WM 2006 Torschützenkönig und erhielt den Goldenen Schuh. Bei den Weltmeisterschaften 2002, 2010 und 2014 ging Klose ebenfalls auf Torjagd und wurde 2014 sogar Weltmeister – allerdings nicht mehr als Bremer. © IMAGO / MIS
Mesut Özil (2010 / 7 Spiele): Bei der WM 2010 in Südafrika erzielte der Mittelfeldregisseur das Siegtor in der Vorrunde gegen Ghana (1:0) und bereitete im weiteren Turnierverlauf drei Treffer vor. Auch 2014 und 2018 nahm Özil mit Deutschland an der WM teil, 2014 holte er den Titel, jedoch nicht mehr als Spieler von Werder Bremen.
Mesut Özil (2010 / 7 Spiele): Bei der WM 2010 in Südafrika erzielte der Mittelfeldregisseur das Siegtor in der Vorrunde gegen Ghana (1:0) und bereitete im weiteren Turnierverlauf drei Treffer vor. Auch 2014 und 2018 nahm Özil mit Deutschland an der WM teil, 2014 holte er den Titel, jedoch nicht mehr als Spieler von Werder Bremen. © IMAGO / Allstar
Marko Marin (2010 / 2 Spiele): Zweimal kam der offensive Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen bei der WM 2010 in Südafrika zum Einsatz. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er letztlich Dritter.
Marko Marin (2010 / 2 Spiele): Zweimal kam der offensive Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen bei der WM 2010 in Südafrika zum Einsatz. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er letztlich Dritter. © IMAGO / Sven Simon
Tim Wiese (2010 / 0 Spiele): Der Torhüter, der 266 Pflichtspiele für Werder Bremen bestritt, kam bei der WM 2010 als Nummer zwei hinter Manuel Neuer nicht zum Einsatz. Sein potentielles WM-Debüt im Spiel um Platz drei wurde durch eine Schleimbeutelentzündung verhindert.
Tim Wiese (2010 / 0 Spiele): Der Torhüter, der 266 Pflichtspiele für Werder Bremen bestritt, kam bei der WM 2010 als Nummer zwei hinter Manuel Neuer nicht zum Einsatz. Sein potentielles WM-Debüt im Spiel um Platz drei wurde durch eine Schleimbeutelentzündung verhindert. © IMAGO / GEPA pictures
Per Mertesacker (2010 / 7 Spiele): Mit sieben Spielen bestritt der Innenverteidiger des SV Werder Bremen alle deutschen Partien bei der WM 2010 in Südafrika. Neben der WM-Teilnahme 2010 vertrat Mertesacker auch 2006 (damals noch bei Hannover 96 unter Vertrag) und 2014 (als Spieler des FC Arsenal) sein Land. 2014 wurde er gemeinsam mit den Ex-Bremern Klose und Özil Weltmeister.
Per Mertesacker (2010 / 7 Spiele): Mit sieben Spielen bestritt der Innenverteidiger des SV Werder Bremen alle deutschen Partien bei der WM 2010 in Südafrika. Neben der WM-Teilnahme 2010 vertrat Mertesacker auch 2006 (damals noch bei Hannover 96 unter Vertrag) und 2014 (als Spieler des FC Arsenal) sein Land. 2014 wurde er gemeinsam mit den Ex-Bremern Klose und Özil Weltmeister. © IMAGO / Laci Perenyi
Niclas Füllkrug (2022 / 3 Spiele): Der Stürmer von Werder Bremen wurde bei der WM 2022 in Katar drei Mal eingewechselt und erzielte zwei Tore. Trotzdem schied Deutschland in der Vorrunde aus.
Niclas Füllkrug (2022 / 3 Spiele): Der Stürmer von Werder Bremen wurde bei der WM 2022 in Katar drei Mal eingewechselt und erzielte zwei Tore. Trotzdem schied Deutschland in der Vorrunde aus. © IMAGO / Ulmer/Teamfoto

Noch schlimmer kam es dann im nächsten Spiel gegen den FSV Zwickau am 12. November, als sich Kyu-hyun Park nach einem rüden Foulspiel vor der Trainerbank am Knie verletzte. Für Aufsehen hatte vor allem Dynamo Dresdens Coach Anfang gesorgt, der seinen sich vor Schmerzen am Boden krümmenden Schützling gestenreich zum Weiterspielen aufforderte. Park probierte es, humpelte noch kurz übers Feld, musste aber das Handtuch werfen. Die bittere Diagnose: Bänderverletzung im linken Knie. Immerhin strampelte er zehn Tage später mit bandagiertem Knie schon wieder fleißig auf dem Ergometer. Bei den Profis des SV Werder Bremen dürfte Park im Sommer dennoch keine Perspektive haben.

Werder Bremens Leihgabe Oscar Schönfelder riss sich im Training des SSV Jahn Regensburg das vordere Kreuzband

Oscar Schönfelder (Jahn Regensburg): Für Oscar Schönfelder sollte die einjährige Leihe zum SSV Jahn Regensburg so etwas wie ein Neuanfang werden. Doch viel schlechter hätte dieser Neustart nicht beginnen können. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft bei den Bayern riss sich der Linksfuß im Training des Zweitligisten das vordere Kreuzband und zog sich obendrein eine Muskelverletzung zu. Seit Monaten befindet sich der 21-jährige Offensivspieler, der im Sommer selbst um eine einjährige Leihe gebeten hatte, um mehr Spielpraxis zu erhalten, in Süddeutschland in der Reha. Schönfelders Comeback ist für Anfang 2023 anvisiert. Der gebürtige Berliner war 2020 von der U19 des FSV Mainz 05 nach Bremen gewechselt und hat bisher jeweils elf Einsätze für die Werder-Profis und die U23 absolviert. Jetzt schuftet Schönfelder für sein Comeback und dürfte hoffen, dass der zweite Neustart in Regensburg einen ganz anderen Verlauf nimmt.

Werder Bremens Talent Abdenego Nankishi kommt bei Heraclas Almelo bislang noch nicht richtig zum Zug

Abdenego Nankishi (Heracles Almelo): Beim SV Werder Bremen sind sie von Abed Nankishis Qualitäten „absolut überzeugt“, wie Clemens Fritz als Leiter Profifußball kürzlich nach der Vertragsverlängerung des Flügelstürmers betonte. Das gilt auch beim niederländischen Zweitligisten Heracles Almelo, für den das 20-jährige Offensivtalent seit Sommer leihweise aufläuft und wo ihm Cheftrainer John Lammers „großes Vertrauen entgegenbringt“, wie Nankishi in einem Vereinsinterview Anfang Oktober mehrfach erklärte. Dennoch läuft der erste Tapetenwechsel für den gebürtigen Bremerhavener, gemessen an dessen Einsatzzeiten, bislang ziemlich unglücklich. Denn: In lediglich fünf von möglichen 14 Partien stand Nankishi auf dem Platz. Nur einmal schaffte er es in die Startelf. Grund dafür sind allerdings nicht etwa schwache Leistungen, sondern vielmehr wiederkehrende Verletzungsprobleme, die ihm auch schon in Bremen zu schaffen machten. Gleich neun Spiele verpasste Nankishi dadurch.

Immerhin stellte Nankishi in seinen wenigen Einsätzen eindrucksvoll seine Torjäger-Qualitäten unter Beweis: Beim 2:1-Auswärtssieg des Eredivisie-Absteigers gegen den FC Den Bosch erzielte die Leihgabe den Siegtreffer. Zuvor hatte er bereits im Duell mit Helmond Sport (2:0) als Joker geknipst. Seitdem stand die Leihgabe des SV Werder Bremen beim aktuellen Tabellenführer in der „Keuken Kampioen Divisie“ allerdings nur noch in einem von möglichen sieben Spielen auf dem Rasen – und das auch nur für fünf Minuten. Damit die Leihe im Sommer als Erfolg bewertet werden kann, muss Abdenego Nankishi also irgendwie seine Verletzungssorgen in den Griff bekommen.

Werder Bremens Leihgabe Johan Mina hat beim ecuadorianischen Club CS Emelec noch kein einziges Spiel absolviert

Johan Mina (CS Emelec): Bereits die Ausleihe in der vergangenen Saison zum portugiesischen Erstligisten Estoril Praia stand unter keinem guten Stern. Dort kam der Ecuadorianer ausschließlich in der U23 zum Zug – und das ziemlich selten. Johan Mina bestritt nur zehn von möglichen 28 Pflichtspielen. Wer geglaubt hat, dass nun alles besser werden würde, der hat sich gewaltig getäuscht. Denn die Ausleihe zu seinem Ausbildungsclub CS Emelec in die erste ecuadorianische Liga ist für den 20-Jährigen zu einem absoluten Reinfall mutiert. Bisher hat die Leihgabe von Werder Bremen noch kein einziges Spiel in seiner Heimat absolviert.

Laut ecuadorianischen Medien soll das Leihgeschäft deshalb bereits nach Saisonschluss, Ende November, vorzeitig aufgelöst werden, da beide Seiten unzufrieden seien. Ursprünglich sollte die Leihe eigentlich bis zum Sommer 2023 laufen. Denn eigentlich halten sie beim SV Werder Bremen große Stücke auf den starken Techniker, der 2020 an die Weser gewechselt war. Eine fehlende Spielerlaubnis als Nicht-EU-Ausländer sowie wenige soziale Kontakte hatten ihm jedoch den sportlichen Alltag bei Werders U23 erschwert. Streng genommen hat Johan Mina in den vergangenen vier Jahren so gut wie keine Spielpraxis erhalten. Jetzt muss Mina möglichst schnell einen Ausweg aus der sportlichen Krise finde – völlig egal, wo. 

Werder Bremens Leihspieler im Check: Dominik Becker hat beim 1. FC Saarbrücken zu kämpfen

Dominik Becker (1. FC Saarbrücken): Bei Werder Bremen war er vor seinem Leih-Wechsel im Winter zum 1. FC Saarbrücken zuletzt immer wieder Teil des Profitrainings – seit Januar zählt er leihweise bis Sommer 2023 zum Aufgebot des ambitionierten 1. FC Saarbrücken, der in der 3. Liga auf Tabellenplatz zwei überwintert. Beim derzeitigen Aufstiegskandidaten kommt der Innenverteidiger allerdings seit Monaten nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Seine enttäuschende Saison-Bilanz: Nur fünf Kurzeinsätze (110 Spielminuten) in 17 Spielen. In den letzten 12 Partien kam Becker nur ein einziges Mal zum Zug – beim 2:1-Sieg am 22. Oktober gegen Dynamo Dresden. Und das auch nur für zwei Minuten. Zu wenig, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Dominik Becker war 2019 aus der U19 des 1. FC Köln nach Bremen gewechselt. Für Werders U23 bestritt er seitdem 33 Partien in der Regionalliga Nord. Während der Zweitliga-Saison SV Werder Bremen zählte er einmal zum Profikader – beim Auswärtsspiel in Regensburg, kam aber nicht zum Einsatz. (mwi)

*Hinweis: In einer ersten Version des Textes war von sieben Leihspielern des SV Werder Bremen die Rede. In dieser aktualisierten Version ist Dominik Becker als achter Leihspieler erwähnt. Vielen Dank an eine aufmerksame Userin!

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