Nick Woltemade drängt immer mehr in den Profi-Kader des SV Werder Bremen. Das 18-jährige Talent wird dennoch nicht von seinem Trainer als Option für den Angriff aufgezählt. Warum?
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Nick Woltemade drängt immer mehr in den Profi-Kader des SV Werder Bremen. Das 18-jährige Talent wird dennoch nicht von seinem Trainer als Option für den Angriff aufgezählt. Warum?

Woltemade soll behutsam aufgebaut werden

Nick Woltemade wird von Coach Kohfeldt absichtlich unterschlagen - Das ist der Plan mit dem Werder-Sturm-Talent

Zell am Ziller – Nanu, da fehlt doch einer! Während Florian Kohfeldt zum Abschluss des Trainingslagers in Zell am Ziller über seine Möglichkeiten im Angriff des SV Werder Bremen spricht, taucht ein Name überhaupt nicht auf: Nick Woltemade. Und das obwohl der in den Tagen in den Alpen trotz seiner erst 18 Jahre ziemlich forsch und auffällig aufgetreten war.

Wie kann Florian Kohfeldt ihn nur vergessen? „Nick Woltemade erwähne ich absichtlich nicht, weil er noch so jung ist“, erklärt der Coach des SV Werder Bremen und bittet die Medienvertreter: „So lange ich in der Verantwortung bin, werde ich keinen Spieler auf ein Podest heben, wenn er noch so jung ist. Lasst ihn sich bitte in Ruhe entwickeln!“

Kohfeldt erinnert an die Werder-Stürmer Johannes Eggestein und Josh Sargent. Sie hatten und haben mit der Bürde, Riesentalente zu sein, durchaus zu kämpfen. Und sie brauchten – beziehungsweise brauchen immer noch – ihre Zeit, um sich durchzusetzen. Sargent ist inzwischen 20, Eggestein sogar schon 22.

Werder Bremen: Nick Woltemade durfte schon fünf Mal in der Bundesliga ran

Es geht um Geduld, einer Eigenschaft, die es im Fußball besonders schwierig hat. Und jedes Wort eines Trainers kann die öffentliche Erwartung an einen Spielern enorm steigern. Liefert er dann nicht zeitnah ab, gibt es Enttäuschung – womöglich auch beim Spieler.

Deswegen hält sich Kohfeldt bei Nick Woltemade, den er in der vergangenen Saison immerhin schon fünf Mal für Werder Bremen in der Bundesliga eingesetzt hatte, auch zurück, gibt nur wenig preis. Wie zum Beispiel dies: „Nick ist in seiner Art und Weise sehr angenehm. Er ist immer sehr respektvoll, weiß, was sich als junger Spieler gehört. Dem musste ich nie erklären, dass er als junger Spieler das Wasser trägt. Trotzdem führt das bei ihm nicht zu einer Unterwürfigkeit.“

Werder Bremen: Nick Woltemade trotz seiner 1,98 Meter kein zentraler Stürmer für Florian Kohfeldt

Allerdings hat es schon etwas gebraucht, bis Nick Woltemade im Training so auftrat, wie er es eigentlich kann. Seine Zurückhaltung hat er inzwischen abgelegt, der 18-Jährige traut sich viel mehr zu – auch in Testspielen. Da sind vor allem diese „unglaubliche Tempo-Dribblings“, wie Kohfeldt sie nennt und dabei wohl kurz vergessen hat, dass er nicht schwärmen wollte. Aber es sieht nun mal auch beeindruckend aus, wenn sich ein 1,98-Meter-Riese wie Woltemade durchaus elegant mit Ball am Fuß durch die gegnerische Abwehr windet. Trotz seiner Statur sei Woltemade kein zentraler Stürmer, der mit dem Rücken zum Tor agieren könne. Florian Kohfeldt sieht den 18-Jährigen als Flügelspieler oder Zehner.

Wie weit es Nick Woltemade dort bei Werder Bremen schon gebracht hat, deutet der Coach nach dem Testspiel gegen Austria Lustenau an. „Dass ich heute vier Spieler schon zur Halbzeit eingewechselt habe, da könnt ihr mal was hineininterpretieren“, richtet sich Kohfeldt grinsend an die Journalisten. Und es ist klar, wen er damit meint: Nick Woltemade. Er bekam im Trainingslager genauso viel Spielzeit wie beispielsweise Yuya Osako, Tahith Chong, Johannes Eggestein. Und er ist – um es zusammenzufassen – einer, der hoffen lässt, aber noch kein Hoffnungsträger sein soll. (kni)

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