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Niclas Füllkrug von Werder Bremen weiß genau, was er will: Einen Stammplatz im Sturmzentrum bei den Grün-Weißen.

„Ein Torjäger sollte immer auf dem Platz stehen“

Werder-Stürmer Füllkrug: Sein ganz besonderer Umgang mit Toren

Grassau – Wie heißt es so schön: Jedes Tor tut jedem Stürmer gut. Weil es das Selbstvertrauen stärkt. Doch Niclas Füllkrug antwortet auf die Frage, was ihm die beiden Tore beim 4:0-Sieg im Testspiel gegen SD Eibar gebracht haben, mit einem knappen „Gar nichts.“ Der Neuzugang des SV Werder Bremen pflegt einen ganz besonderen Umgang mit Toren. Mal sind sie ihm egal, mal ganz wichtig.

Dabei springt Niclas Füllkrug zwischen demonstrativer Lockerheit und ebenso demonstrativem Selbstvertrauen hin und her, wodurch ein interessantes und unterhaltsames Mediengespräch im Trainingslager in Grassau entsteht.

Natürlich geht es zunächst um diesen Satz von Florian Kohfeldt vom Vortag. „Wenn Niclas am ersten Spieltag gegen Düsseldorf in der Startelf steht, würde mich das überraschen.“ Der Werder-Coach erklärte dabei, dass Füllkrug nach seiner Verletzungspause (Knorpelschaden im Knie) behutsam wieder an sein Top-Niveau herangeführt werden soll. „Natürlich liegt es in der Hand des Trainers, ob ich spiele. Er hat alles gut im Blick“, sagt Füllkrug dazu, betont aber zugleich: „Ich will immer von Anfang an spielen. Sonst hätte ich nicht hierher kommen müssen.“ Auch Werder Bremen war der Transfer wichtig, 6,5 Millionen Euro flossen zu Hannover 96.

Werder Bremen: Stürmer Niclas Füllkrug betreibt Werbung in eigener Sache

Aus den Worten Füllkrugs nun einen Konflikt zwischen Spieler und Trainer zu konstruieren wäre falsch. Denn der 26-Jährige sagt auch: „Vielleicht will der Trainer mir Druck nehmen.“ Nur sei das gar nicht nötig, mit dem Knie alles in Ordnung, es fehle lediglich die Spielpraxis. „Bei Werder gibt es viel weniger Testspiele als bei Hannover. Ich habe bislang maximal 45 Minuten gespielt“, wundert sich der Stürmer ein wenig, hakt das Thema aber schnell ab und betreibt lieber Eigenwerbung: „Im Training sieht man doch, dass ich was auf dem Kasten habe.“ Er erinnert dabei an das interne Turnier auf dem Kleinfeld vor wenigen Tagen. Da ließ er es ordentlich krachen.

So wünscht er es sich auch in der Bundesliga, eine Zahl hat er dabei aber nicht im Kopf. „Es ist nicht intelligent, sich eine Marke zu setzen“, behauptet Füllkrug: „Das ist doch von so vielen Einflüssen abhängig. Wie gut sind die Mitspieler, wie gut bist du in Form.“ Und sicherlich auch, wie oft man spielt.

Leise Zweifel sind da schon herauszuhören, ob es mit einem Stammplatz klappt. Denn Kohfeldt hat Yuya Osako gerade erst eine Einsatzgarantie gegeben – und das im Sturmzentrum als Ersatz für den abgewanderten Max Kruse. Das sei die Idealposition des Japaners. Nun fragt sich Füllkrug, wo für ihn da noch Platz ist. „Außen ist nichts für mich, dafür bin ich nicht der Spielertyp“, legt er sich unmissverständlich fest: „Ich bin ein Mittelstürmer.“ 

Dabei verweist er auf seine Kopfballstärke. Dafür sei er ja auch geholt worden. Bislang konnte Füllkrug davon im Training und Spiel wenig zeigen. Das wurde wenig trainiert, und er hat nur wenig gespielt. Außerdem glaubt er, dass sich die Mannschaft nach Jahren ohne echten Mittelstürmer erst daran gewöhnen muss, dass Flanken in den Strafraum wieder Sinn machen. An der Qualität der Flankengeber wie die Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie und Ludwig Augustinsson zweifelt er nicht: „Die können das.“

Niclas Füllkrug und die Suche nach seiner Position bei Werder Bremen

Es muss sich eben alles noch finden, wie er selbst auch seine Position. Denn Füllkrug kann durchaus mit Osako spielen. Nur darf sich der Ex-Hannoveraner dann nicht wie ein Außenstürmer fühlen und muss sich anders als beim Test gegen Köln mehr ins Zentrum bewegen. Möglicherweise gibt es aber auch einen Systemwechsel vom 4-3-3 auf ein 4-4-2 – und bei zwei Stürmern wäre Füllkrug sehr wahrscheinlich dabei.

Für ihn steht ohnehin fest: „Ein Torjäger sollte immer auf dem Platz stehen.“ Und natürlich sieht er sich als den Torjäger. „Ich habe zwei Mal 14 Tore in einer Saison gemacht. Das hat hier lange keiner geschafft, oder?“ Die Antwort lautet jein. Max Kruse traf in der Saison 2016/17 zwar sogar 15 Mal, aber an die 14er-Marke war er davor und danach nicht herangekommen. Zahlenspiele, die Füllkrug allerdings auch nicht auf die Spitze treibt. Er bringt sich nur in Position, ist nicht mehr das Talent, das Werder Bremen 2014 nach acht Jahren verlassen hat. Füllkrug will es jetzt wissen und richtig durchstarten. Sein berühmtes verschmitztes Lächeln hat er stets dabei.

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Für einen Wunschspieler von Werder Bremen liegt noch kein „marktgerechtes Angebot“ vor: Der FC Augsburg will Michael Gregoritsch und seinen anderen umworbenen Profis nun sogar eine Wechselfrist setzen. Enttäuschung für Michael Zetterer! Der verliehene Torhüter von Werder Bremen ist bei PEC Zwolle nur die Nummer zwei. Und auch einem ehemaligen Bremer bleibt das Pech treu: Ex-Werder-Profi Justin Eilers musste Privatinsolvenz anmelden und entschuldigt sich dafür. Nach dem nicht zufriedenstellenden Start in die Saison: Werder Bremen hat den Auftrag, in den letzten sechs Spielen der Hinrunde einen Totalschaden zu verhindern.

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