Niclas Füllkrug sorgte im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg in der 80. Minute für den Ausgleich des SV Werder Bremen.
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Niclas Füllkrug sorgte im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg in der 80. Minute für den Ausgleich des SV Werder Bremen.

Spätes Ausgleichstor in Nürnberg

Niclas Füllkrug - beim SV Werder Bremen der Diamantenschleifer

Nürnberg – Niclas Füllkrug war absolut bewusst, dass er sich gleich einer Floskel bedienen würde, eines sprachlichen Vergleichs, der, sagen wir, nicht mehr ganz taufrisch ist. Deshalb schickte der Stürmer des SV Werder Bremen im Interview nach dem späten 2:1-Erfolg beim 1. FC Nürnberg auch vorsichtshalber ein „Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen doof an“ vorweg, ehe er zur Sache kam. Und sagte: „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass wir wie ein ungeschliffener Diamant in der 2. Liga sind.“ Sollte heißen: Werders wahre Stärke haben Fans, Beobachter und Konkurrenten bisher noch gar nicht zu Gesicht bekommen, höchstens Ansätze davon.

So wie am Freitagabend in Nürnberg, als sich vor allem Niclas Füllkrug – um in seinem Sprachbild zu bleiben – als durchaus begabter Diamantenschleifer hervorgetan hatte. Zunächst sorgte der 28-Jährige in der 80. Minute für den Ausgleich des SV Werder Bremen. Nach einer Flanke von Milos Veljkovic war Füllkrug zur Stelle, mit einem Kopfball, den Teamkollege Leonardo Bittencourt später als „wunderschön“ adeln sollte. Wenig später trug Füllkrug dann auch großen Anteil an Bittencourts viel umjubelten 2:1-Siegtreffer, den er mit einem abgefälschten Torschuss quasi vorbereitete (88.). „Das war eigentlich auch sein Tor“, meinte Bittencourt mit Blick auf Füllkrugs gekonnte Ballannahme – und hielt fest: „Ich habe ja schon mal gesagt, wie wichtig es für uns ist, Fülle wieder in die Spur zu bekommen.“ Genau das scheint endlich gelungen zu sein.

Im Spiel von Werder Bremen gegen den 1. FC Nürnberg bildeten Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch erneut eine Doppelspitze

Nach der Torflaute in den ersten neun Einsätzen der Saison, nach dem heftigen Disput mit Werders Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz und nach der darauffolgenden Suspendierung hat Niclas Füllkrug die erhoffte Reaktion gezeigt. Erst das Tor zum späten 2:2 in Sandhausen, dann die Vorlage beim 1:1 gegen St. Pauli und nun die starke Schlussphase in Nürnberg. „Er hat seinen Ausraster gegenüber Clemens super abgeschüttelt. Vielleicht ist es gut für ihn, wenn es manchmal knallt“, lachte Bittencourt, während sich Trainer Markus Anfang einfach freute, „dass bei Fülle endlich der Knoten geplatzt ist“.

Seit dem Tor im Spiel von Werder Bremen gegen Sandhausen trete der Stürmer auf dem Platz verändert auf. Anfang: „Er hat eine ganz andere Ausstrahlung, eine ganz andere Präsenz.“ Was in Nürnberg in der Tat festzustellen war. Füllkrug agierte neben Sturmpartner Marvin Ducksch spielfreudig, war viel unterwegs (Laufleistung: 10,57 Kilometer) und rieb sich zudem in etlichen in Zweikämpfen auf. „Er hat es vorne gemeinsam mit Marvin richtig gut gemacht“, lobte Anfang, der die Doppelspitze zum zweiten Mal in Folge von Beginn an aufgeboten hatte – und wohl daran festhalten wird.

Niclas Füllkrug will dazu beitragen, dass der „ungeschliffene Diamant“ Werder Bremen mehr und mehr strahlt

Niclas Füllkrug jedenfalls würde das freuen, schließlich will er auch künftig dazu beitragen, dass der „ungeschliffene Diamant“ Werder Bremen mehr und mehr strahlt. „Dieses Spiel in Nürnberg war genau das, was wir gebraucht haben“, sagte er. Und: „Ich hoffe, dass sich das so fortführt. Wir sind jetzt seit drei Spielen ungeschlagen und konnten durch den Sieg einen Sprung machen.“ (dco) Lest auch: Nach dem Sieg in Nürnberg: Werder-Coach Anfang geht auf Spionagetour!

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