Werder Bremens Niclas Füllkrug erzielte gegen Costa Rica sein zweites Tor für Deutschland bei der Weltmeisterschaft, konnte das WM-Aus der DFB-Elf aber nicht verhindern.
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Werder Bremens Niclas Füllkrug erzielte gegen Costa Rica sein zweites Tor für Deutschland bei der Weltmeisterschaft, konnte das WM-Aus der DFB-Elf aber nicht verhindern.

Werder-Star Füllkrug scheidet mit Deutschland bei der WM aus

„Das tut extrem weh“: WM-Abenteuer von Werder-Profi Füllkrug endet trotz Sieg und Treffer gegen Costa Rica krachend

Al-Khor – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die nächste peinliche Blamage hinnehmen müssen und ist zum zweiten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft nach der Vorrunde ausgeschieden. Zwar gewann das Team von Bundestrainer Hansi Flick das abschließende Gruppenspiel gegen Costa Rica nach einer phasenweise schmeichelhaften Darbietung mit 4:2 (1:0), da zeitgleich aber Japan ein 2:1 (0:1)-Erfolg über Spanien gelang, verabschiedete sich der DFB-Tross aufgrund der schlechteren Tordifferenz aus dem Turnier in Katar. Dass Niclas Füllkrug, Stürmer des SV Werder Bremen, dabei abermals ein Treffer gelang, war nur ein schwacher Trost. Entsprechend frustriert warf der Torjäger nach dem Schlusspfiff eine Flasche gen Rasen.

Viele Fans und Experten hatten sich einen Startelf-Einsatz von Niclas Füllkrug gewünscht, doch der Bundestrainer entschied sich anders und ließ den Torjäger von Werder Bremen erst einmal auf der Bank. Und die Partie begann ja auch vielversprechend, bereits nach zehn Minuten gelang dem früheren Werder-Profi Serge Gnabry die Führung. Trotz weiterer bester Chancen blieb es jedoch bei dem knappen Vorsprung, kurz vor der Halbzeitpause musste Keeper Manuel Neuer dann sogar mit einer Glanztat den Ausgleich verhindern.

Werder Bremens Niclas Füllkrug bei Deutschlands Sieg gegen Costa Rica mit einem Tor und einer Vorlage

Nach dem Seitenwechsel kam es dann aber so richtig dick. Japan drehte in Windeseile das Parallelspiel, machte aus einem 0:1 ein 2:1, während den Costa Ricanern kurz darauf das gleiche Kunststück gelang (58./70.). Niclas Füllkrug war mittlerweile auch eingewechselt worden und stemmte sich vehement gegen das drohende Unheil. Immerhin: Der deutschen Auswahl gelang es, die WM noch mit einem Sieg zu beenden. Erst traf Kai Havertz – unter anderem nach Füllkrug-Vorarbeit – doppelt (73./85.), danach netzte Werder Bremens WM-Held selbst zum Endstand ein (89.). Gerade einmal 66 Minuten stand Füllkrug letztlich in allen drei Partien in Katar auf dem Platz, verbuchte dabei zwei Treffer und einen Assist. Eine mehr als beeindruckende Quote. Wirklich freuen konnte sich darüber aber ebenso wie über den 4:2-Erfolg niemand.

Werder Bremens Niclas Füllkrug gelingen in 66 Minuten Einsatzzeit bei der WM zwei Tore und eine Vorlage

„Das ist eine absolute Katastrophe. Unsere Effizienz war nicht gut genug, um das Wunder, mit sieben Toren Vorsprung zu gewinnen, zu schaffen“, erklärte hinterher ein sichtlich konsternierter Thomas Müller, der am TV-Mikrofon auch seinen Abschied aus der deutschen Nationalmannschaft andeutete. Vorher betonte der Weltmeister von 2014 noch: „Es ist unglaublich bitter, dass es die Japaner geschafft haben, Spanien zu schlagen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, aber das Unglück hat mit unserem Japan-Ergebnis begonnen. Die Enttäuschung ist enorm.“ Bundestrainer Hansi Flick war nach dem Ausscheiden ebenfalls „extrem enttäuscht“. Direkt danach gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, mit Niclas Füllkrug zu beginnen, meinte er in der ARD leicht genervt: „Wir hätten in der ersten Halbzeit drei, vier Tore machen können. Nach der Pause war es ein offeneres Spiel. Kai Havertz hat es dann gut gemacht.“ Füllkrug erwähnte der 57-Jährige nicht mehr, was sicherlich nicht böse gegenüber dem Profi von Werder Bremen gemeint war, sondern wohl an der öffentlichen Diskussion lag.

Werder Bremens Niclas Füllkrug zum WM-Aus: „Die Gruppenphase haben wir nicht wegen heute nicht überstanden“

Den 29-jährigen Bremer nahm das Aus sichtlich mit. „Das tut extrem weh, das ist extrem schwierig zu verdauen. Das wird sehr, sehr, sehr lange dauern, das zu verdauen“, gestand Niclas Füllkrug. „Eine etwas höhere Führung zur Pause hätte uns geholfen. Dann hätten wir Costa Rica etwas den Spaß genommen. Nach dem 1:0 hat etwas das weitere Erdrücken gefehlt.“ Doch letztlich urteilte der Angreifer von Werder Bremen: „Die Gruppenphase haben wir nicht wegen heute nicht überstanden. Gegen Japan hatten wir viele Probleme. Das war der entscheidende Spieltag.“

Bereits am Freitag geht es für das DFB-Team zurück in die Heimat, um 14 Uhr wird der Flieger in Richtung Deutschland starten. Für Niclas Füllkrug steht dann erst einmal ein erholsamer Urlaub an, während seine Kollegen des SV Werder Bremen am 8. Dezember wieder mit der Arbeit am Osterdeich beginnen. (mbü/kni)

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