Niclas Füllkrug erklärt seine Fitness

Werder-Star Niclas Füllkrug in Top-Form zum Tor-Rekord – weil er den Rat der Ärzte ignoriert hat

Bremen – Der Gedanke war vor einigen Tagen kurz in seinem Kopf, und für ein gutes Gefühl sorgte er bei Niclas Füllkrug nicht: Und was ist, wenn ich wieder bei 14 Saisontoren stehen bleibe? Zweimal in seiner Laufbahn hatte es der Stürmer bereits auf diesen Wert gebracht, war aber nie über ihn hinausgekommen, weshalb Füllkrugs 15. Saisontreffer im Zweitliga-Spitzenspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli (1:1) kürzlich eine Art Erlösung für den 28-Jährigen darstellte.

„Ich habe mich darüber gefreut, dass das Tor relativ schnell nach dem 14. gefallen ist, weil ich nicht wollte, dass es irgendwann zu einem kleinen Psychospielchen für mich wird und die 15 einfach nicht fallen will“, erklärte der Stürmer des SV Werder Bremen am Mittwoch in einer digitalen Medienrunde – und blickte fast etwas ungläubig auf das vergangene halbe Jahr zurück.

„Es ging alles sehr, sehr schnell. Meine Saisontore habe ich ja in gerade mal 19 Spielen gemacht.“ In dieser Zeit hat sich Niclas Füllkrug – gemeinsam mit seinem Sturmpartner Marvin Ducksch – zum Garanten für einen möglichen Bremer Aufstieg entwickelt. In den vergangenen 19 Liga-Partien hat immer mindestens einer der beiden Torjäger Beute gemacht, was jedoch auch eine Schattenseite hat. Ansonsten trifft bei Werder Bremen seit Anfang Februar – seit Anthony Jungs 2:1-Siegtor gegen den Karlsruher SC – nämlich kein anderer Spieler mehr. „Wir können uns nicht nur auf Fülle und Duckschi verlassen, sondern müssen den Anspruch haben, auch von anderen Positionen aus mehr Torgefahr zu entwickeln“, hatte Werders Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz unlängst gefordert. Füllkrug äußerte sich nun sehr ähnlich: „Ein bisschen mehr Flexibilität wäre gar nicht schlecht für uns. Ich bin mir aber sicher, dass es bald wieder kommen wird.“

Werder Bremen: Niclas Füllkrug „mehr auf Scorerpunkte konzentriert“ - Stürmer bei 15 Toren und sechs Vorlagen

Im Hinspiel gegen Werders kommenden Gegner 1. FC Nürnberg hatte Füllkrug noch selbst zu dieser Flexibilität beigetragen und Leonardo Bittencourt den späten 2:1-Siegtreffer aufgelegt. Was ziemlich gut zu seinem Ziel passte, das er sich vor der Saison gesteckt hatte. „Ich habe mich in diesem Jahr etwas mehr auf meine Scorerpunkte konzentriert, weil es in der Offensivvariante, die wir spielen, relativ egal ist, wer die Tore macht.“ Und zu diesen Scorerpunkten zählen eben auch Vorlagen, von denen Niclas Füllkrug bisher sechs auf dem Konto hat. Nur Sturmpartner Ducksch (neun) bringt es bei Werder Bremen auf einen noch höheren Wert, was freilich nichts daran ändert, dass Füllkrug mit seiner persönlichen Ausbeute bisher sehr zufrieden ist.

„Ich glaube, die Zahlen sprechen für sich“, sagte der Stürmer des SV Werder Bremen, der seine Quote als Beleg für folgende Selbsteinschätzung sieht: „Ich bin fit, mir geht's gut.“ Den Grund für seine körperliche Verfassung, das hatte Füllkrug gegenüber der DeichStube bereits vor einiger Zeit erklärt, sieht er nach wie vor in einer entscheidenden Umstellung im Sommer.

Werder Bremen: Niclas Füllkrug in Topform und ohne Verletzungen - weil er weniger auf die Ärzte hört?

Nach etlichen Verletzungen und Operationen, die ihn im Laufe der Jahre immer wieder zurückgeworfen hatten, entschied sich der Profi für einen ungewöhnlichen Schritt und befolgte nicht mehr uneingeschränkt den Rat seiner Ärzte. „Ich habe ein bisschen mehr auf meinen Körper gehört und weniger auf das, was mir von medizinischer Seite empfohlen wurde“, sagte Niclas Füllkrug am Mittwoch – und hielt fest: „Das hat sich ausgezahlt.“ Unter anderem hatte der Stürmer des SV Werder Bremen Einheiten im Kraftraum eingelegt, von denen die Ärzte wegen seiner lädierten Knie eigentlich abgeraten hatten. „Es läuft gut, dafür bin ich dankbar, und hoffe, dass es so weitergeht“, sagte Füllkrug, der am liebsten schon gegen seinen Ex-Club 1. FC Nürnberg seinen 16. Saisontreffer nachlegen möchte.

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„Das ist ein unfassbar geiler Verein“, schwärmte Füllkrug vom „Club“, für den er von 2014 bis 2016 gespielt und seinen alten Tor-Bestwert von 14 Treffern aufgestellt hatte. „Ich verbinde eigentlich nur Positives mit Nürnberg“, hielt der Werder-Stürmer fest. Eigentlich. Denn da gab es schließlich auch den verpassten Aufstieg im Frühjahr 2016, als Zweitligist Nürnberg in der Relegation gegen Frankfurt verlor. „Das war extrem bitter. Ich habe da sehr viele Emotionen gelassen“, erinnerte sich Niclas Füllkrug, der sich mit Werder Bremen natürlich einen anderen Ausgang der Saison wünscht: „Wir haben alles selbst in der Hand. Wenn wir punkten, lassen wir Mannschaften hinter uns. Darauf konzentrieren wir uns.“ (dco)

Rubriklistenbild: © Imago Images / Comsport

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