Ob Werder Bremens Niclas Füllkrug vor seinem Elfmeter wohl zu Hansi Flick auf die Tribüne geschaut hat? Der Bundestrainer saß beim Hoffenheim-Spiel im Stadion.
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Ob Werder Bremens Niclas Füllkrug vor seinem Elfmeter wohl zu Hansi Flick auf die Tribüne geschaut hat? Der Bundestrainer saß beim Hoffenheim-Spiel im Stadion.

Fährt „Lücke“ zur WM 2022?

Niclas Füllkrug weiß nichts von Hansi Flick, Werder Bremens Coach Ole Werner dagegen schon

Sinsheim – Dieser Niclas Füllkrug zeigt einfach keine Nerven, sondern liefert weiter munter ab - und damit dürfte der Stürmer des SV Werder Bremen seine WM-Chancen erheblich verbessert haben. Denn kein Geringerer als Bundestrainer Hansi Flick saß beim Bremer 2:1-Auswärtssieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim auf der Tribüne und sah dabei einen Füllkrug, der nicht nur das 1:0 vorbereitete, das 2:1 selbst per Strafstoß erzielte, sondern als Mittelstürmer auch körperlich hart arbeitete – vorne wie hinten. So einen Stürmertyp gibt es in Flicks Kader bislang nicht. Kontakt zu Werder hatte der Bundestrainer übrigens schon vor der Saison aufgenommen, wahrscheinlich ging es um Füllkrug. Das wollte Coach Ole Werner nicht verraten. Füllkrug mimte derweil den Unwissenden – und hatte seinen Spaß dabei.

„Das wusste ich gar nicht“, antwortete der Werder-Stürmer auf die Frage der ARD-Sportschau, wie er Flicks Anwesenheit bewerte. Niclas Füllkrug grinste dabei und fügte noch lachend an: „Dann hat er heute ein zerfahrenes Spiel gesehen mit vielen Torchancen auf beiden Seiten.“ Damit hatte sich das Thema für ihn erledigt. Er schaute lieber kritisch auf seine Leistung: „Natürlich gibt es noch Luft nach oben. In der Passgenauigkeit hätte ich heute noch besser sein können, gerade in Situationen, die ich eigentlich gut löse. Am Ende haben ,Duckschi‘ und ich das gemacht, wofür wir da sind. Das freut mich einfach.“ Die „hässlichen Vögel“ haben wieder gemeinsam für Werder Bremen zugelangt. Doch Füllkrug lenkte den Blick auch gleich auf die anderen Kollegen. „Hinten haben wir top verteidigt. Jeder wollte diesen Sieg haben, das hat man auf dem Platz gespürt.“

Werder Bremens Niclas Füllkrug schießt achtes Saisontor vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick

Das Team steht über allem, aber natürlich gönnen die Kollegen ihrem Torjäger Nummer eins den persönlichen Erfolg. „,Fülle‘ ist der beste Stürmer gerade, den wir haben – in der Liga und auch der beste Deutsche für mich“, meinte Werder Bremens Kapitän Marco Friedl nach der Partie, wollte aber auch nicht zu viel sagen: „Ich glaube, ,Fülle‘ weiß am besten, wie er damit umzugehen hat. Er konzentriert sich nur auf seine Leistung – und das sieht man Woche für Woche.“ Am neunten Spieltag gelang Niclas Füllkrug bereits sein achter Treffer, zum dritten Mal per Strafstoß, was aber in der 87. Minute wie gegen die TSG Hoffenheim beim Stand von 1:1 auch eine Nervensache ist. Doch damit hat der 29-Jährige aktuell kein Problem. Der Führende der Torschützenliste strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Da stört es ihn offenbar auch nicht, dass Bundestrainer Hansi Flick zuschaut. „Mir war klar, dass er heute trifft“, meinte ein strahlender Leonardo Bittencourt: „Er macht es seit Wochen gut. Und um wirklich darüber zu sprechen, so wie gerade darüber gesprochen wird, brauchst du eine gute Phase über mehrere Wochen und Monate hinweg und ,Fülle‘ hat die.“

Bundestrainer Hansi Flick hat sich längst bei Werder Bremen gemeldet - wegen Niclas Füllkrug?

Niclas Füllkrug lässt sich auch nicht von frühen rüden Attacken des Gegners beeindrucken. Stanley Nsoki rammte den Bremer kurz nach Anpfiff gleich mal um, aber Füllkrug schüttelte sich nur kurz. Stark dann, wie er im Rückwärtsfallen noch mit Marvin Ducksch Doppelpass spielte und seinem kongenialen Partner so das 1:0 für Werder Bremen auflegte. Füllkrug bewies einmal mehr, dass er als Mittelstürmer auch gute technische Qualitäten besitzt.

„Seine Leistungen sind auffällig, deshalb ist es ein Thema, aber das müssen andere entscheiden“, meinte Werder Bremens Coach Ole Werner zu einer WM-Teilnahme seines Stürmers: „Wichtig ist, dass man sich auf seine eigenen Themen konzentriert. Das macht Niclas, und das machen auch wir als Verein. Alles andere wird anderswo entschieden.“ Und zwar bei Hansi Flick. Der hat sich schon vor Wochen bei Werner gemeldet. „Wir haben Anfang der Saison gesprochen“, verriet Werner. Und worum ging es – um Niclas Füllkrug etwa? „Da will ich nicht drauf eingehen. Das sind Gespräche, die man untereinander führt, und dabei will ich es auch belassen.“ Das Thema bleibt so oder so spannend. In jedem Fall dürfte Füllkrug weitere Pluspunkte gesammelt haben. Im November, wenn der Kader für die WM (20. November bis 18. Dezember) in Katar bekanntgegeben wird, herrscht dann Klarheit. (kni/dco)

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