Nicolai Rapp ist der Allrounder im Kader von Werder Bremen - doch seine Vielseitigkeit könnte für ihn im Kampf um einen Stammplatz zum Problem werden!
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Nicolai Rapp ist der Allrounder im Kader von Werder Bremen - doch seine Vielseitigkeit könnte für ihn im Kampf um einen Stammplatz zum Problem werden!

Werder-Profi flexibel einsetzbar

Nicolai Rapp ist Werder Bremens Allrounder, doch das könnte für ihn zum Problem werden

Bremen – Keine Frage: Diesen Start in die neue Trainingswoche hatte sich Nicolai Rapp anders vorgestellt. Während seine Mitspieler nach zwei freien Tagen am Mittwochvormittag die Arbeit wieder aufnahmen, hütete der 25-Jährige notgedrungen das Krankenbett – ein grippaler Infekt hatte ihn außer Gefecht gesetzt. Wann Rapp wieder gemeinsam mit den Kollegen auf dem Platz stehen kann, ist nicht bekannt. Die Rolle, die er während der neuen Bundesliga-Saison beim SV Werder Bremen einnehmen dürfte, hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen dafür umso mehr abgezeichnet.

Im Kader von Cheftrainer Ole Werner ist Nicolai Rapp eine Art Allzweckwaffe, weil er in der Defensive und im Mittelfeld mehrere Positionen bekleiden kann, was ihn zum vielleicht vielseitigsten Spieler bei Werder Bremen macht. Ihn allerdings auch in eine knifflige Lage bringt – denn als Stammspieler dürfte der Allrounder womöglich gerade deshalb nicht eingeplant sein. Vielmehr ist er der Mann, der an verschiedenen Stellen Löcher stopfen kann, wenn sie entstehen. Der zuverlässig einspringt, aber nirgendwo einen festen Platz hat.

Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, weiß natürlich um die universellen Qualitäten von Nicolai Rapp, sieht darin für den Spieler aber keinen Nachteil. „Ich glaube nicht, dass es ein Problem ist. Ich kenne das ja auch noch aus eigener Erfahrung. Es war bei mir eine ähnliche Situation“, sagte der 41-Jährige, der während seiner Laufbahn vom rechten Mittelfeld über die Rechtsverteidigerposition ins Zentrum gerutscht war. Allerdings mit dem Unterschied zu Rapp, dass Fritz bei Werder Bremen dabei nahezu durchgehend zur Startelf gehörte.

Werder Bremen: Nicolai Rapp fungiert als Art Allzweckwaffe im Kader von Trainer Ole Werner

Selbst wenn Nicolai Rapp das nach bisher einem Jahr bei Werder Bremen noch nicht von sich behaupten kann, ist sein Stellenwert innerhalb des Vereins groß. Clemens Fritz: „Du brauchst für einen Kader immer Spieler, die vielseitig sind, die mehrere Positionen ausführen können.“ Das sei ein hohes Gut, „denn im Laufe einer Saison kommen ja Verletzungen dazu, es kommen Ausfälle dazu. Dann bist du als Trainer froh, solche Spieler zu haben.“

Zu Beginn der vergangenen Zweitligasaison war Nicolai Rapp unter dem damaligen Werder-Trainer Markus Anfang noch gesetzt. Nachdem er die ersten beiden Partien wegen einer Muskelverhärtung verpasst hatte, stand er bis zum 13. Spieltag immer in der Startelf, schoss zwei Tore und bereitete eines vor. Als bei Werder Bremen im Herbst dann der Trainerwechsel von Anfang hin zu Ole Werner erfolgte, hatte Rapp ganz einfach Pech: Wegen einer Corona-Infektion konnte er sich dem neuen Chefcoach zunächst nicht zeigen und verlor seinen Stammplatz. Da die Mannschaft plötzlich von Sieg zu Sieg eilte, bekam er ihn bis heute nicht dauerhaft zurück, sondern rutschte dafür in die Allrounder-Rolle. Unter Werner stand Rapp ab dem 18. Spieltag zwar immer auf dem Platz – davon allerdings nur sieben Mal von Beginn an. Wahlweise im defensiven Mittelfeld, auf der Achterposition oder in der Dreierkette als Innenverteidiger. Während der laufenden Vorbereitung half Rapp im Training auch schon als Rechtsverteidiger aus. Heißt: Ständige Veränderungen ist der gebürtige Heidelberger seit seiner Bremer Zeit gewohnt.

Werder-Bremen-Leiter Profifußball Clemens Fritz lobt Nicolai Rapp: „Er hat es in der Vorbereitung auf allen Positionen wirklich gut gemacht“

„Klar ist es nicht immer einfach, wenn du mal als Rechtsverteidiger, dann als Innenverteidiger und dann wieder im Mittelfeld spielst. Das erfordert immer eine gewisse Umstellung“, weiß Clemens Fritz – und hebt hervor: „Das Entscheidende ist, dass du in der Woche vor dem jeweiligen Spiel auf der Position trainieren kannst, auf der du am Wochenende auch spielen wirst.“ Während der bisherigen Testspiele des SV Werder Bremen gegen den VfB Oldenburg (1:3), den Karlsruher SC (2:1) und Besiktas Istanbul (1:2) kam Nicolai Rapp in der Dreierkette, im Mittelfeld und wieder in der Dreierkette zum Einsatz.

„Er hat es in der Vorbereitung auf allen Positionen wirklich gut gemacht“, lobt Clemens Fritz. Es darf also davon ausgegangen werden, dass Nicolai Rapp auch in der Bundesliga auf seine Einsatzzeiten bei Werder Bremen kommt – vermutlich vornehmlich dann, wenn irgendwo auf dem Platz ein echter Allrounder gefragt ist. (dco)

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