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Seit 2016 kickt Niklas Moisander für die Bremer.

Baumanns Ankündigung  

Moisander soll bis zum Karriere-Ende bleiben

Bremen - Kompromisslos war sie auf jeden Fall, vielleicht auch etwas riskant, die Grätsche, mit der Niklas Moisander kürzlich den Frankfurter Luka Jovic zu Fall brachte.

Die Gelbe Karte, die Moisander dafür sah, war jedenfalls mehr als berechtigt – und sie hat rückblickend für den nächsten Eintrag in einer sehr interessanten Statistik gesorgt. Weil es Moisanders fünfte Verwarnung war, verpasste er das Auswärtsspiel in Hannover und fehlte damit zum zehnten Mal in der Bundesliga, seit er 2016 zu Werder Bremen gewechselt ist. 

Von diesen zehn Spielen haben die Bremer keines gewonnen, acht verloren, zwei endeten unentschieden. „Das zeigt, dass Niklas für uns ein sehr wichtiger Spieler ist“, betont Sportchef Frank Baumann, der mit dem 32-jährigen Innenverteidiger schon bald ein Gespräch führen wird. Inhalt: Moisanders sportliche Zukunft. Bis Sommer 2019 steht der Finne noch in Bremen unter Vertrag, für Werder spielen soll er aber deutlich länger – laut Baumann möglichst bis zum Ende seiner Karriere.

„Das können wir uns sehr gut vorstellen“, sagt Baumann und sendet nicht nur mit diesem Satz ein klares Signal an Moisander: „So lange Niklas Lust dazu hat, würden wir uns freuen, wenn er weiter für Werder spielt.“ Noch fünf Partien, dann ist die laufende Saison vorbei, und danach werden sich beide Seiten an einen Tisch setzen und diese Lust ausloten – mit bereits absehbarem Resultat.

Werder will Moisander, Moisander will Werder

Schließlich hat Moisander selbst schon betont, dass er sich sehr wohl in Bremen fühlt, dass ihm Werder als Verein und die Bundesliga als sportliche Bühne gefällt. „ Als ich nach Bremen kam, war es sofort wie ein Nachhausekommen. Die Mentalität der Menschen hier passt sehr gut zu mir und meiner Familie“, sagte Moisander im Interview mit der DeichStube. Und: „In meinem Alter sollte man nicht mehr zu viel planen, wenn es um Fußball geht, aber es ist möglich, dass ich hier eines Tages meine Karriere beende.“ Eindeutige Worte eines Spielers, der sowohl auf als auch neben dem Platz ein großer Gewinn für Werder ist.

Im Spiel gegen die Eintracht holt Niklas Moisander den Frankfurter Luka Jovic von den Beinen und sieht dafür Gelb.

Mit bisher 1355 Pässen hat er die meisten aller Bremer Profis gespielt, auch seine Quote von 83,6 Prozent angekommener Zuspiele kann sich sehen lassen. Im Aufbauspiel ist Linksfuß Moisander die zentrale Figur, der Mann, bei dem das seinen Anfang nimmt, was 50, 60 Meter weiter vorne bestensfalls in einen Torerfolg mündet. Viele seiner scharf gespielten Vertikalpässe überbrücken das erste Stück des langen Weges und bringen den Gegner nicht selten aus dem Gleichgewicht. „Ihn können wir einfach nicht eins-zu-eins ersetzen“, weiß Trainer Florian Kohfeldt. Denn auch in punkto Erfahrung kommt kein anderer Bremer Abwehrspieler an Moisander heran.

62 Länderspiele für Finnland, 20 Champions-League-Einsätze, 19 in der Europa-League, dazu 188 Partien im niederländischen, 22 im italienischen und 53 im deutschen Oberhaus. „Er hat Riesenerfahrung“, lobt Baumann, „und überall hat er Topqualität angeboten.“

Der Staatsmann unter den Werder-Profis

Auch abseits des Rasens kommt Moisander dem perfekten Profi sehr nahe. Keine Skandale, reflektierte Aussagen, höfliches aber bestimmtes Auftreten – er ist der Staatsmann unter den Werder-Profis. Es ist also kein Wunder, dass der Club so einen Spieler noch möglichst lange als Ballverteiler und Botschafter in seinen Reihen wissen möchte. „In Niklas' Alter ist es schwierig, mit der Karriereplanung sehr weit vorauszublicken“, weiß Baumann. Für viele Clubs wird der Finne in seiner Laufbahn aber nicht mehr spielen.

„Werder Bremen ist ein großer Verein. Ich werde immer stolz darauf sein, hier gespielt zu haben“, hatte Moisander unlängst erklärt. So wie es aussieht, kommen zu seinen bisherigen zwei Jahren in Grün und Weiß noch einige weitere hinzu. Er wird darüber demnächst in aller Ruhe mit Frank Baumann sprechen.

Niklas Moisander: Seine Karriere in Bildern

Niklas Moisander
Niklas Moisanders Karriere begann beim finnischen Klub Turun Palloseura, bevor ihn Ajax Amsterdam 2004 für die zweite Mannschaft verpflichtete. Von dort wechselte er 2006 zum FC Zwolle, zwei Jahre später nahm ihn der AZ Alkmaar unter Vertrag. © imago
Niklas Moisander
Dort war er direkt Stammspieler und holte in seiner ersten Saison 2008/09 die niederländische Meisterschaft. © imago
Niklas Moisander
Moisander absolvierte insgesamt über 150 Spiele für AZ Alkmaar, spielte in der Saison 2009/10 in der Champions League und in den beiden folgenden Jahren in der Europa League. 2012 rückte Alkmaar bis ins Viertelfinale vor, in den letzten Spielen mit Moisander als Kapitän. © imago
Niklas Moisander
Nach seinem Wechsel zurück zu Ajax Amsterdam in der Saison 2012/13 erzielte der Innenverteidiger im ersten Spiel für den neuen Verein sein erstes von insgesamt sieben Toren für die Niederländer. © imago
Niklas Moisander
In dieser Saison und in der folgenden konnte er zwei weitere Meisterschaften feiern. Seine letzte Spielzeit (2014/15) bei Ajax bestritt Moisander als Mannschaftskapitän. © imago
Niklas Moisander
Im internationalen Geschäft war er mit Ajax in allen drei Jahren vertreten, da die Niederländer als Meister für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert waren. © imago
Niklas Moisander
Es folgte eine Saison in der italienischen Liga bei Sampdoria Genua 2015/16. © imago
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger.
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger. © gumzmedia
Niklas Moisander
Auch hier war er ganz schnell Stammspieler. 2016/17 absolvierte er 30 von 34 Ligaspielen. © Gumz
Niklas Moisander
In einigen Spielen, wie hier im September 2017 gegen Freiburg, führte Moisander die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz. © Gumz
Niklas Moisander
Für seine Heimat Finnland debütierte er 2008 in der Nationalmannschaft. Dort spielt er zeitweise auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. © imago
Niklas Moisander
Im November 2017 beendete Moisander, der seit der Saison 2011/12 Kapitän war, seine Nationalmannschaftskarriere. Für eine Europa- oder Weltmeisterschaft konnten die Finnen sich in dieser Zeit nicht qualifizieren. © imago
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler.
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler. © gumzmedia
In der Saison 2018/19 sind die Ziele von Niklas Moisander klar formuliert. Er will mit Werder um die europäischen Plätze spielen.
In der Saison 2018/19 sind die Ziele von Niklas Moisander klar formuliert. Er will mit Werder um die europäischen Plätze spielen. © gumzmedia

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