Niklas Moisander sitzt bei Werder Bremen fast nur noch auf der Bank. Im letzten Spiel des Jahres 2020 gegen Hannover 96 stand er mal wieder in der Startelf.
+
Niklas Moisander sitzt bei Werder Bremen fast nur noch auf der Bank. Im letzten Spiel des Jahres 2020 gegen Hannover 96 stand er mal wieder in der Startelf.

Endlich wieder Startelf-Einsatz für den Werder-Kapitän

Nach leichten Spannungen: Niklas Moisanders Happy End beim SV Werder Bremen

Bremen – Im letzten Spiel des Fußball-Jahres gab es ein kleines Happy End für Niklas Moisander und eine große Ehrerweisung für den Kapitän von Werder Bremen. „Er ist einfach ein großer Spieler – Punkt“, urteilte Florian Kohfeldt nach dem 3:0-Sieg im DFB-Pokal-Spiel gegen Hannover 96 und beendete damit seine interessanten Ausführungen zu einem seiner wichtigsten Spieler. Dabei verriet der Coach auch, dass die vergangenen Wochen nicht ganz spannungsfrei gewesen sind.

Diese 32. Minute in Hannover dürfte es durchaus in so manchen Jahresrückblick des SV Werder Bremen schaffen, denn das Solo von Niklas Moisander hatte es in sich. Der Innenverteidiger war wie ein Slalomfahrer aus der eigenen Hälfte gestartet und dabei durch Angriff, Abwehr und Mittelfeld der Niedersachsen gekurvt, um schließlich Josh Sargent auf die letzten Meter zum zweiten Bremer Tor zu schicken. „Niklas hat zwischendurch das Trikot mit der Nummer zehn angezogen“, scherzte Kohfeldt und freute sich: „Das war das I-Tüpfelchen.“ Denn auch die Abwehrleistung des Finnen hatte dem Coach sehr gut gefallen.

Werder Bremen: Niklas Moisander muss Stammplatz räumen - Viele Spieler am Kapitän vorbeigezogen

Zum ersten Mal seit dem 6. November war Niklas Moisander mal wieder ein Startelf-Spieler gewesen. Seinen Stammplatz hat der 35-Jährige in dieser Saison längst an Marco Friedl verloren. Aber auch Ömer Toprak, Milos Veljkovic und sogar Christian Groß stehen inzwischen in der Hierarchie vor dem erfahrenen Ex-Nationalspieler. „Natürlich war das nicht einfach für ihn, obwohl vorher besprochen war, dass diese Situation eintreten kann“, erinnerte Kohfeldt an Gespräche im Sommer.

Trotz dieser Perspektive mit weniger Einsätzen hatte Moisander seine Kapitänsbinde behalten dürfen. Beim Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC führte Moisander Werder Bremen aufs Feld, ging mit seinen Kollegen dann beim 1:4 aber gehörig baden und verlor wohl genau in diesem Moment schon seinen Stammplatz. Zwischen dem fünften und siebten Spieltag kehrte er zwar ins Team zurück, aber auch aus personellen Gründen. Danach war er raus, wurde lediglich einmal eingewechselt.

Werder Bremen: Niklas Moisander vor Abschied im Sommer, obwohl er „einfach ein großer Spieler“ ist

„Für einen Spieler, der so eine Karriere hatte, nie auf der Bank gesessen hat, ist so eine Rolle nicht einfach“, erklärte Kohfeldt. Beim AZ Alkmaar, bei Ajax Amsterdam, bei Sampdoria Genua und seit 2016 bei Werder Bremen war Niklas Moisander eigentlich immer unantastbar gewesen. Doch mit 35 Jahren hat er diesen Status nun verloren, weil er längst nicht mehr so souverän wie früher agiert – zumindest auf dem Platz, an anderer Stelle dagegen schon, wenn auch mit einer kleinen Verzögerung. „Er hat es überragend angenommen. Aber er hat auch einen kleinen Moment gebraucht“, verriet der Coach: „Dann war er vom Charakter her der Kapitän, den man sich wünscht in der Kabine – vorbildlich, vorangehend, ehrgeizig. Er hat sich auf diese Momente vorbereitet, in denen er spielt. Ich bin mir absolut sicher, dass Niklas auch nach Weihnachten noch viel Spielzeit bekommen wird.“

Denn im neuen Jahr erwartet Werder ein vollgepackter Kalender mit einigen englischen Wochen, vor allem, wenn es im DFB-Pokal noch über das Achtelfinale hinausgehen sollte. Ein Wettbewerb, der am 13. Mai für Moisanders ganz großes Happy End sorgen könnte. Dann steigt in Berlin das Finale, es wäre wahrscheinlich die perfekte Bühne für den Abschied des Finnen, dessen Vertrag am Saisonende auslaufen wird. Eine Verlängerung ist angesichts seines Alters und der Entwicklung im Team, speziell seines Nachfolgers Friedl, eigentlich ausgeschlossen. An Kohfeldts besonderes Urteil wird das nichts ändern: „Er ist einfach ein großer Spieler – Punkt.“ (kni)

Zur letzten Meldung vom 9. Dezember 2020:

Niklas Moisander nur noch Ersatz beim SV Werder Bremen - aber „keine Anzeichen“ für Winter-Wechsel

Bremen – Es ist nicht so, dass die Situation völlig neu wäre für Niklas Moisander. Kapitän zu sein und trotzdem nicht zu spielen – das hat er schon einmal erlebt. Und die Geschichte wiederholt sich jetzt bei Werder Bremen.

Es war im Schlussviertel der Saison 14/15, als Niklas Moisander sich bei Ajax Amsterdam wiederholt auf der Bank wiederfand, zwischendurch aber auch immer mal in der Startelf stand. Moisander, der Stammspieler, war zu Moisander, der Optionsspieler, geworden. Die Reaktion darauf war diese: Nach drei Jahren bei Ajax wechselte der Innenverteidiger nach Ablauf der Saison zu Sampdoria Genua. Neuer Club, neues Glück. Nun scheint sich Geschichte zu wiederholen. Jedenfalls was den Wechsel vom Stammspieler- zum Optionsspieler-Status betrifft. Auch bei Werder Bremen ist Moisander seit Saisonbeginn nicht mehr automatisch erste Wahl.

Die Entwicklung dahin war in den vergangenen Wochen schon deutlich an nur vier Startelfeinsätzen in neun Partien abzulesen gewesen, verstärkte sich am Sonntag gegen den VfB Stuttgart aber noch mal zusätzlich. Trainer Florian Kohfeldt reagierte auf die personellen Entwicklungen im Team nicht etwa mit einer Hereinnahme von Niklas Moisander, sondern baute die bei Werder Bremen grundsätzlich bevorzugte Dreierkette zu einer Viererkette um. So wurden nur zwei statt drei Innenverteidigern benötigt – Moisander also nicht.

Werder Bremen: Kapitän Niklas Moisander nur noch zweite Wahl - Winter-Wechsel kein Thema

Es sind klare Anzeichen eines Wandels bei Werder Bremen, einer Wachablösung, wenn man so möchte. Und Niklas Moisander, mit 35 Jahren der erfahrenste Spieler im Kader, wird sie erkennen. Er hat es ja bei Ajax schon einmal so erlebt. Dass deshalb seine Reaktion aber die gleiche sein wird, ist laut Werder-Sportchef Frank Baumann nicht abzusehen. Sprich: ein Wechsel des Kapitäns in der am 2. Januar beginnenden Winter-Transferperiode ist intern bislang nicht thematisiert worden. „Es gibt keine Anzeichen in diese Richtung. Weder von uns aus noch von Niklas. Wir gehen davon aus, dass alles so weiterläuft", erklärt Baumann auf Nachfrage der DeichStube.

Moisanders Vertrag läuft ohnehin nur noch bis zum Saisonende. Dass dann Schluss sein wird bei Werder, ist zwar noch nicht beschlossen, aber nach Lage der Dinge sehr wahrscheinlich. Baumann will jedoch nichts vorwegnehmen, sagt mit Verweis auf die gleiche Vertragslage bei Theodor Gebre Selassie: „Wir werden es mit Niklas handhaben wie mit Theo und uns zu gegebener Zeit zusammensetzen." Sollte es bei Werder Bremen nicht weitergehen, könnte Moisander seine Karriere beenden oder – und das ist die für ihn vermutlich charmantere Möglichkeit - noch ein, zwei Spielzeiten in Schweden folgen lassen. Seine Frau ist Schwedin, das Land für den Finnen deshalb zur zweiten Heimat geworden. (csa) Auch interessant: So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen RB Leipzig aussehen. Und hier gibt es Werder Bremen gegen RB Leipzig im Live-Ticker der DeichStube.

Letzte Meldung vom 29. November 2020:

Bank-Garantie für Werder Bremen-Kapitän Niklas Moisander

Der Kapitän sitzt bei Werder Bremen auf der Bank – und das wird so bleiben! Nachdem Niklas Moisander auch die 3:5-Niederlage beim VfL Wolfsburg nur als Reservist verfolgt hatte, machte Trainer Florian Kohfeldt klar, dass sich der Finne derzeit hinten anstellen muss.

Trotz des Gegentor-Fünferpacks vom Freitag wird der Coach des SV Werder Bremen an Ömer Toprak und Marco Friedl auf den möglichen Positionen von Niklas Moisander festhalten. „Ich glaube, über Marco Friedl möchten aktuell nur wenige diskutieren, was die Startelf betrifft. Und bei Ömer Toprak ist es genauso. Das ist eine Situation, mit der Niklas professionell umgehen muss“, sagte Kohfeldt und stellte den fortgesetzten Verzicht auf den Kapitän als abgesprochene Normalität dar.

Werder Bremen: Niklas Moisander akzeptiert Reservisten-Rolle nicht ohne Zähneknirschen

Denn bevor Kohfeldt den 35 Jahre alten Finnen bei Werder Bremen erneut zum Spielführer ernannte, habe es „ein langes Gespräch“ zwischen Coach und Kapitän gegeben. Inhalt: Die Binde bleibt, der Stammplatz nicht. „Da wurde genau dieses Szenario besprochen – nämlich, dass es über das Kapitänsamt keinen Bonus gibt“, so Kohfeldt. Und das muss Niklas Moisander, der in der laufenden Saison nur viermal in der Startelf stand, in vier Partien aber auch gar nicht berücksichtigt worden war, akzeptieren.

Macht er auch, meint der Trainer, aber nicht ohne Zähneknirschen: „Natürlich ist Niklas unzufrieden, alles andere wäre auch komisch. Und er zeigt das auch im Training.“ Allerdings führe das bisher nicht zu atmosphärischen Störungen zwischen Trainer und dem eigentlich ja wichtigsten Bindeglied zur Mannschaft. „Zwischen ihm und mir ist alles gut“, behauptet Florian Kohfeldt: „Niklas ist und bleibt für mich sehr wichtig aus Führungsspieler.“ Als Führungsspieler, der auf der Bank sitzt. (csa)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare