Liefern sich in der Abwehr des SV Werder Bremen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen: Niklas Stark und Amos Pieper.
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Liefern sich in der Abwehr des SV Werder Bremen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen: Niklas Stark und Amos Pieper.

Enges Rennen in der Werder-Verteidigung

Ole Werners „richtige“ und „falsche Entscheidung“: Wieso Niklas Stark in der Werder-Abwehr den Vorzug vor Amos Pieper erhielt

Sinsheim – Es gibt da ja dieses bekannte Sprichwort, wonach man niemals ein gewinnendes Team verändern soll. Und an dieses englische Motto „Never change a winning team“ hat sich auch Ole Werner gehalten. Der Trainer des SV Werder Bremen schickte in der Auswärtspartie bei der TSG Hoffenheim (2:1) exakt die gleiche Startelf auf den Rasen, die knapp eine Woche zuvor auch schon gegen Borussia Mönchengladbach (5:1) begonnen hatte. Leidtragender war dabei Amos Pieper, der nach überstandener Gelbsperre eigentlich in der Anfangsformation zurückerwartet worden war – zu gut und zu konstant waren seine Leistungen während der vorherigen Auftritte gewesen. Doch nun spielte erneut Niklas Stark, was dem Konkurrenzkampf in der Abwehr noch einmal eine zusätzliche Note verleiht. Und dem Cheftrainer eine weitere Qual bei der Wahl des Personals beschert.

„Im Endeffekt kann ich es für die Mannschaft nur richtig entscheiden, weil ich weiß, dass ich dort jemanden ins Spiel bringe, der es gut machen wird – egal, für wen ich mich entscheide“, erklärte Ole Werner. „Bei dem, der dafür draußen bleibt, kann ich mich aber nur falsch entscheiden, weil er es eigentlich nicht verdient hat, draußen zu sitzen.“ Genau dieses Schicksal ereilte Amos Pieper. Der 24-Jährige hat in dieser Saison vieles richtig gemacht, der Defensive des SV Werder Bremen einiges an Stabilität verliehen. Anders als Konkurrent Niklas Stark fand er sich direkt nach seinem Wechsel an die Weser im Bremer System zurecht und gab dem Spiel fortan wichtige Impulse. Einziges Manko waren eben die fünf gesammelten Gelben Karten. Die daraus resultierende Zwangspause wusste Stark zu nutzen. „Ich wollte ihn für seine Leistung in der letzten Woche belohnen, weil die speziell in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut war und man natürlich auch immer ein Argument haben muss, jemanden rauszunehmen“, erläuterte Werner, der unverblümt deutlich machte, dass es in seinem Job eben auch unangenehme Momente gibt. „Es war eine schwierige Entscheidung“, betonte der 34-Jährige, „das habe ich auch Amos so gesagt.“

Werder Bremen: Starker Niklas Stark verdrängt Amos Pieper vorerst aus der Startelf

Amos Pieper musste sogar richtig lange zuschauen, erst in der Nachspielzeit, als Werder Bremen den knappen Vorsprung mit aller Macht über die Ziellinie bringen wollte, wurde er noch für Christian Groß eingewechselt. Der Ex-Herthaner Niklas Stark begann indes zum zweiten Mal in Folge, erneut war Werder am Ende siegreich. Nicht der schlechteste Nebeneffekt für den 27-Jährigen. „Niklas hat heute wieder ein gutes Spiel gemacht“, lobte Werner. „Er war sehr griffig und klar im Ballbesitz.“

Für den Moment also hat Niklas Stark die Nase vorn. Doch Werder Bremens Chefcoach ließ durchblicken, dass auch zu diesem Zeitpunkt in Sachen Aufstellung nichts in Stein gemeißelt ist. „Wir kommen jetzt in einen engen Spielrhythmus. Da müssen alle bereit sein“, forderte Ole Werner vor dem Endspurt bis zur WM-Pause, die Mitte November beginnt. Ein eigentlich kurzer Zeitraum, doch bis dahin kann noch viel passieren. Manchmal kann es sogar ziemlich schnell gehen. Wer wüsste das besser als Amos Pieper. Nur die Richtung, die dürfte aus seiner Sicht gern eine andere sein. (mbü)

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