Jiri Pavlenka mit einem Abschlag aus der Hand im Spiel von Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld
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Jiri Pavlenka rettete Werder Bremen im Spiel gegen Arminia Bielefeld den Sieg.

Nach 1:0-Sieg am Samstag

Werder-Noten gegen Arminia Bielefeld: Jiri Pavlenka rettet den Sieg

Der SV Werder Bremen hat sich gegen Arminia Bielefeld zu einem 1:0-Sieg gezittert. Die Spieler in der Einzelkritik mit Noten.

Jiri Pavlenka: Zwei Schüsse kamen bis zur Pause auf seinen Kasten, beide total harmlos. Pavlenka konnte sich also nicht über zu viel Arbeit beklagen. Erst in Minute 61 bei der Kopfballchance für Klos gefordert - dann aber richtig. In den Schlusssekunden rettete er mit der besten Tat des Tages den Sieg. Note 2

Theodor Gebre Selassie: Bis zur Pause war es ein entspannter Tag für ihn in der Dreierkette. Als Bielefeld jedoch begann, Druck zu entwickeln, geriet Gebre Selassie ins Schwimmen – was er allerdings nicht exklusiv hatte. Grenzwertig sein Textilvergehen gegen Schipplock (78.). Das hätte auch Rot sein können. Note 4

Milos Veljkovic: Spielte wegen der Umstellung auf Dreierkette zentral – und vieles, was für Gebre Selassie galt, galt auch für ihn. Hatte gegen den baumlangen Klos (1,94 Meter) aber auch einen schweren Stand. Note 4

Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld: Ludwig Augustinsson wird erst spät zum Linksverteidiger

Marco Friedl: Bekam erneut den Vorzug vor Niklas Moisander und hatte als linker Verteidiger der Dreierkette richtig starke, mutige Szenen – von einem Pass ins Nichts mal abgesehen (23.). Löste mit einem Diagonalball in den Bielefelder Strafraum die Aktion aus, an deren Ende die Bremer Führung stand. Sah für ein Nicht-Foul an Soukou völlig zu unrecht die Gelbe Karte. Note 3,5

Ludwig Augustinsson: Linker Verteidiger? Diesmal erst nach 75 Minuten. Augustinsson spielte meistens vor der Abwehr, beteiligte sich am hohen Pressing und war anfänglich in beinahe jede Offensivaktion eingebunden. Flanken und Freistöße brachten – anders als zuletzt auf Schalke – keinen Ertrag. Später nur noch defensiv eingebunden und gefordert. Note 4

Maximilian Eggestein: Lange war es sehr in Ordnung, was er im defensiven Mittelfeld zeigte. In Halbzeit zwei versuchte er vergeblich, das Bremer Spiel zu sortieren. Note 3,5

Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld: Jean-Manuel Mbom bereitet 1:0 vor

Jean-Manuel Mbom (bis 89.): Zweites Bundesliga-Spiel, erster Assist für den 20-Jährigen. Mit schöner Direktvorlage servierte Mbom das 1:0. War Werder in Ballbesitz, spielte er einen dynamischen Rechtsaußen, gegen den Ball fand er sich in der Rolle des Außenverteidigers wieder. Beides machte er sehr ordentlich, auch wenn nicht jede Aktion gelang. Speziell seinen Flanken fehlt noch das richtige Timing. Note 3,5

Davy Klaassen (bis 74.): Das war sicher keine Leistung, die eine zweistellige Millionen-Ablöse rechtfertigt. Klaassen, der vor einem Wechsel zu Ajax Amsterdam steht, lief zwar viel, bewies in den Szenen, in denen es möglich war, aber wenig Effektivität. Siehe die Minuten 11 und 13, als er in zentraler Position am Strafraum den Pass nach außen, statt den Abschluss suchte. Da war jeweils mehr drin. Note 4,5

Leonardo Bittencourt (81.): Nicht aus Zufall der Schütze des 1:0. Bittencourt brachte Tempo auf den Platz, war agil, gönnte sich aber auch Pausen und tauchte schließlich ganz ab. Note 3,5

Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld: Niclas Füllkrug kämpft, aber wird nicht torgefährlich

Niclas Füllkrug (bis 74.): Klassischer Fehlstart, als er schon vor dem Anstoß in die Bielefelder Hälfte startete. War dann immer wieder die Anspielstation bei den langen, hohen Bällen. Der Dreifach-Torschütze der Vorwoche kämpfte und presste, wurde selbst aber nicht torgefährlich. Note 4

Josh Sargent (bis 81.): Keine Frage, in Minute 21 hätte er zentral vor dem Tor mehr aus der Szene machen müssen. Sargent brachte aber keinen Abschluss zustande, sodass in dieser Szene durch einen Pressschlag nur Bittencourts Abseitstor heraussprang. Sargent lieferte ansonsten das gewohnte Arbeitspensum. Note 4,5

Christian Groß (ab 74.): Sortierte sich vor der Abwehrkette ein, um mehr Stabilität zu bringen. Es gelang leidlich. Note -

Tahith Chong (ab 74.): Sollte mittels Konter Entlastung bringen, doch davon war nichts zu sehen. Note -

Davie Selke (ab 81.): Neue Wucht für den Angriff? Nein. Note -

Johannes Eggestein (ab 81.): Konnte auch keinen offensiven Akzent mehr setzen. Note -

Niklas Moisander (ab 89.): Ein ordentlicher Schuss Erfahrung in einer Schlussphase, die unnötig hektisch war. Note -

Zur letzten Meldung vom 2. Oktober 2020:

Werder Bremen-Aufstellung gegen Arminia Bielefeld: Manuel Mbom erneut in der Startelf - Erras fehlt im Kader

Update (3. Oktober 2020): Jetzt sind die Aufstellungen da - Niclas Füllkrug und Manuel Mbom dürfen wieder von Beginn an ran, Patrick Erras fehlt im Kader. Die ganze Startelf und alles Weitere gibt‘s im Live-Ticker zum Spiel von Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld.

Bremen – Rein von der Körpergröße her wäre es ein spannendes Duell: Patrick Erras gegen Fabian Klos. Der Abräumer von Werder Bremen gegen Arminia Bielefelds Mittelstürmer – in Zahlen: 1,96 Meter gegen 1,94 Meter.

Nur wird es dazu am Samstagnachmittag sehr wahrscheinlich nicht von Beginn an kommen. „Es war eines der Themen, die wir mit Patrick besprochen haben, dass gegen solche Spielertypen eventuell gewisse Missmatches aufheben kann“, erklärte Werder-Trainer Florian Kohfeldt vor dem Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld – und schränkte danach sogleich ein: „Aber dann müssten wir natürlich auch die Grundordnung ändern. Dass das von Beginn an ein Thema wird, kann ich mir schwer vorstellen.“

Mit Erras als Sonderbewacher für Klos auf dem Platz, würde sich ein Bremer 3-5-2-System praktisch aufdrängen, in dem der Neuzugang aus Nürnberg den Pendler zwischen Dreierkette und defensivem Mittelfeld geben könnte. Das scheint Kohfeldt nach dem 3:1-Erfolg beim FC Schalke 04 aber zuviel der Veränderung zu sein. Und in der Tat wäre es unnötig riskant, ein Team, das zuletzt funktioniert hatte, aufwendiger umzubauen als nötig.

Werder Bremen muss in der Aufstellung gegen Bielefeld auf Ömer Toprak und Milot Rashica verzichten

Streng genommen, gibt es für Kohfeldt gar keinen Grund, an Formation und Personal im Vergleich zur Vorwoche etwas zu verändern. Verletzungsbedingt muss Werder Bremen weiterhin auf Ömer Toprak und Milot Rashica verzichten, aber die waren ja bekanntlich auch auf Schalke nicht dabei. Kevin Möhwald könnte erstmals nach seiner Knieverletzung wieder in den Kader rücken, wäre dann aber ohnehin nur ein Kandidat für ein paar Minuten Spielzeit. Die Schalke-Startelf ist hingegen fit – und dennoch stellen sich neben der bereits beantworteten Erras-Frage noch drei weitere.

So könnte die Aufstellung von Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld aussehen.

Erstens: Sitzt Kapitän Niklas Moisander auch gegen Bielefeld nur auf der Bank? Zweitens: Erhält Jean Manuel Mbom erneut den Vorzug vor Yuya Osako? Und drittens: Bekommt Davie Selke im Sturm wieder eine Chance, sich von Beginn an zu beweisen? Gehen wir der Reihe nach vor.

Werder Bremen: Niclas Füllkrug dürfte in der Startelf gegen Bielefeld gesetzt sein

Moisander könnte gegen den körperlich starken Klos leichte Vorteile im Vergleich zu Marco Friedl haben, allerdings hatte der Österreicher zuletzt mit guten Leistungen in der Abwehrmitte überzeugt, was dafür sorgen dürfte, dass Kohfeldt ihm erneut den Vorzug gibt. Auch Mbom hat seine Chance auf Schalke genutzt, lieferte bei seinem Bundesliga-Debüt eine gute Leistung ab – und hat das Spiel auch körperlich gut verkraftet. Kohfeldt: „Wir haben eine ganze Woche zwischen den Spielen gehabt. Wenn wir schon am Mittwoch wieder gespielt hätten, wäre ich skeptisch gewesen. So will ich es mir offenhalten, aber ich glaube nicht, dass körperlich in irgendeiner Form etwas dagegensprechen sollte, dass Manu wieder Teil der Mannschaft sein kann.“ Vielleicht ja sogar an der Seite von Osako, sollte Davy Klaassen noch vor dem Spiel zu Ajax Amsterdam wechseln oder Werder Bremen ihn wegen eines unmittelbar bevorstehenden Transfers nicht mehr spielen lassen.

Im Sturm dürfte der Dreifachtorschütze vom vergangenen Wochenende, Niclas Füllkrug, absolut gesetzt sein. Um den Platz neben ihm konkurrieren Selke und Josh Sargent, der bei Kohfeldt sehr hoch im Kurs steht und deshalb auch dieses Mal leicht die Nase vorn haben dürfte. (dco)

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