Nuri Sahin wurde am Sonntag als Werder-Neuzugang vorgestellt.
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Nuri Sahin wurde am Sonntag als Werder-Neuzugang vorgestellt.

Neuzugang bei Werder vorgestellt

Sahin: „Ich brauche keinen Trainer, der mir nur Honig ums Maul schmiert“

Bremen - Nuri Sahin hatte es sich gemütlich gemacht, für ihn war der Arbeitstag am Samstagnachmittag schließlich schon vorbei. Werders Reha-Trainer Jens Beulke hatte den Zugang aus Dortmund morgens über den Trainingsplatz gescheucht, und nun wollte sich Sahin im Hotel in aller Ruhe das Spiel der neuen Kollegen gegen Frankfurt ansehen.

Auf die Frage, wo er denn Werders 2:1-Siegtreffer durch Milot Rashica erlebt habe, antwortete Sahin am Sonntag mit einem Schmunzeln: „Ich lag im Schlafanzug auf dem Bett, weil ich vom Training geschafft war.“ Es war ein Satz, der bei der offiziellen Vorstellung des 29-Jährigen für Gelächter sorgte. Und ein Satz, der irgendwie sinnbildlich für das stand, was diesem Nuri Sahin wichtig ist: Authentizität und Ehrlichkeit.

Die Frage musste natürlich kommen, und sie kam auch: Warum Werder, Nuri Sahin? Nach insgesamt 15 Jahren bei Borussia Dortmund, nach schillernden Stationen bei Real Madrid und in Liverpool nun also Bremen – zwangsläufig wirkt das auf den ersten Blick eher nicht. „Mir war wichtig, dass ich zu einem Traditionsverein gehe, mit dessen Werten ich mich identifizieren kann“, erklärte der 52-fache türkische Nationalspieler, den schließlich die Gespräche mit Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt überzeugt haben. „Sie waren absolut ehrlich zu mir“, berichtete Sahin. „Ich brauche keinen Trainer, der mir nur Honig ums Maul schmiert.“

Sahin: „Ich habe noch viele gute Jahre in petto“

Sahin will wissen, woran er ist, möchte spüren, dass er gebraucht wird. In Dortmund war das zuletzt nicht mehr der Fall. Trainer Lucien Favre plant im zentralen Mittelfeld mit den Neuzugängen Axel Witsel und Thomas Delaney, der aus Bremen kam. Regelmäßig zu spielen, „wäre für mich in Dortmund sehr schwer geworden“, sagte Sahin, der den BVB als „meinen Herzensverein“ bezeichnete. Keine Spur also von bösem Blut, die Liebe zu Schwarz-Gelb werde „niemals enden“. Pathetische Aussagen, das schon. Aber einem Typen wie Sahin kauft man sie ab.

Irgendwann, wenn die aktive Laufbahn vorbei ist, kann sich der Linksfuß eine Rückkehr zum BVB in anderer Funktion vorstellen. Vorher will er sich aber komplett auf Werder konzentrieren. „Ich habe als Fußballer ja noch viele gute Jahre in petto“, betonte Sahin – mindestens die nächsten zwei davon wird er nun an der Weser verbringen. Für sich, seine Ehefrau und die zwei Kinder sucht der gebürtige Lüdenscheider bereits nach einem Haus in Bremen sowie nach einer neuen Schule für den Sohn, der momentan die zweite Klasse besucht. „Wir wollen uns hier komplett auf alles einlassen“, sagte er.

Angesichts seiner sportlichen Qualität, seiner Ausstrahlung und Erfahrung ist Nuri Sahin natürlich viel mehr als die von Werder ursprünglich mal gesuchte Backup-Lösung für Philipp Bargfrede. Das hob der Neue selbst auch noch einmal hervor: „Ich sehe mich definitiv nicht als Backup, sondern will auf dem Platz stehen.“ Dort traut Sahin Werder in der laufenden Saison eine ganze Menge zu.

Das vom Club ausgerufene Ziel, sich für die Europa League qualifizieren zu wollen, hält er für „realistisch, auch wenn es schwer wird“. Werders neues Selbstverständnis, dieses Mutige, nach vorne Strebende hatte letztlich auch großen Einfluss auf die Entscheidung Sahins pro Bremen. „Ich wollte nicht zu irgendeinem Verein gehen“, sagte er – und stellte etwas später klar: „Ich wäre nicht gekommen, wenn das Ziel nur der Nicht-Abstieg gewesen wäre.“

Kruse hatte beim Sahin-Deal seine Finger im Spiel

Von den neuen Kollegen kannte der Ex-Dortmunder, der am Mittwoch seinen 30. Geburtstag feiert, vor dem Wechsel zu Werder nur Max Kruse. „Er ist der Spieler, den irgendwie jeder in der Liga kennt“, schmunzelte Sahin. Ein Treffen mit Kruse im Urlaub in Los Angeles („Es war ein sehr lustiger Abend“), später ein paar SMS hin und her („Max hat viel Positives über Werder berichtet“) – irgendwie hatte also auch Kapitän Kruse seine Finger beim Sahin-Deal im Spiel. „Jetzt freue ich mich sehr darauf, dass ich endlich mit ihm zusammenspielen kann“, sagte der Neuzugang, für den der Wechsel in den Norden dann aber doch einen kleinen Wermutstropfen hat.

Den Posten als Co-Trainer bei seinem Heimatverein RSV Meinerzhagen wird er wohl oder übel aufgeben müssen. „Ich bleibe dem Verein aber trotzdem verbunden und schaue vorbei, wann immer ich kann“, sagte Sahin. Er klang dabei einmal mehr ziemlich ehrlich.

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Fotostrecke: Sahin bei Werder vorgestellt

Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an.
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training mit Kollegen und die offizielle Vorstellung bei Werder Bremen an. © gumzmedia
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Für Nuri Sahin standen am Sonntag das erste Training und die offizielle Vorstellung bei Werder an.
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