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Nuri Sahin von Werder Bremen wagt einen Vergleich: Was haben Florian Kohfeldt und Jürgen Klopp gemeinsam?

Werders Sahin über Trainer, Zukunft und Ziele

Sahin vergleicht Werder-Coach Kohfeldt und Liverpools Klopp

Grassau – Das Knie war noch verbunden, doch Nuri Sahin gab beim Medientermin im Trainingslager von Werder Bremen in Grassau sofort Entwarnung: „Ich bin mit Milot Rashica Knie an Knie gestoßen. Es ist aber nichts Schlimmes, da ist jetzt nur ein bisschen Salbe drauf. Am Nachmittag werde ich wieder trainieren.“

Nuri Sahin (30) will keine Einheit verpassen, er freut sich riesig auf die neue Saison mit Werder Bremen, sprach eine halbe Stunde über eine Rückkehr nach Europa, seinen auslaufenden Vertrag und verglich ausnahmsweise seinen Ex-Trainer Jürgen Klopp (damals Borussia Dortmund, jetzt FC Liverpool) mit Werder-Coach Florian Kohfeldt. Die DeichStube hat es zusammengefasst in einem Nuri Sahin über:

... über seinen am 30. Juni 2020 auslaufenden Vertrag:

„Ich bin da völlig entspannt. Ich weiß, dass ich noch einige Jahre im Köcher habe. Zum gegebenen Zeitpunkt wird es Gespräche geben. Nicht nur Werder hat da etwas zu sagen, sondern ich auch. Den Luxus habe ich einfach. Aber ich fühle mich bei Werder und in der Stadt extrem wohl. Es passt alles.“

... den Reiz, noch mal international zu spielen:

„So viel Zeit habe ich nicht mehr. Auch wenn ich noch sehr jung aussehe, ich werde 31. Ich habe in meiner Karriere fast immer europäisch gespielt. Das wäre schon eine coole Sache, wenn wir es schaffen würden.“

... Werders Chancen auf Europa:

„Es wird dieses Jahr definitiv schwieriger. Die Liga wird einen Schritt nach vorne machen. Letztes Jahr war es eine Saison, in der sich viele Mannschaften erst finden mussten. Jetzt sehe ich sehr viel Euphorie gerade durch die Trainerwechsel. Ich mag es, mir Pressekonferenzen anzugucken. Das habe ich jetzt bei den neuen Trainern gemacht. Du siehst, wie sie reden, hörst, welche Transfers sie gemacht haben, es wird schwerer für uns. Und wir haben mit Max Kruse (wechselte zu Fenerbahce Istanbul, Anm. d. Red.) auch 22 Scorerpunkte verloren, das darf man nicht vergessen.“

... sein Verhältnis zu Florian Kohfeldt:

„Ich vertraue ihm. Wir wissen, wie der andere tickt. Wir können uns auch mal die Meinung sagen. Das macht der Trainer sehr gut – auch mit allen anderen Spieler, aber auch den Mitarbeitern. Das finde ich sehr interessant, weil ich einen ähnlichen Weg einschlagen will.“

... Jürgen Klopp und Florian Kohfeldt:

„Es ist eigentlich unmöglich, Trainer oder Spieler zu vergleichen. Ich habe mich extrem für Jürgen gefreut, dass er endlich die Champions League gewonnen hat. Er ist ein phantastischer Mensch. Und das ist mir bei Trainern besonders wichtig: Erst muss der Mensch kommen, dann der Spieler. Das ist bei Jürgen und Florian der Fall. Das schätze ich sehr. Das ist eine Qualität, die kann man nicht lernen.“

... seine erste Sommer-Vorbereitung bei Werder:

„Das ist sehr wichtig für mich. In der vergangenen Saison hat Florian Kohfeldt ganz oft gesagt: ,Denkt daran, was wir in Grassau besprochen haben.‘ Und ich dachte mir nur, super, du warst nicht dabei. Natürlich versucht man, das durch Analysen aufzufangen. Aber es ist einfach angenehmer, von Tag eins dabei zu sein und auf dem Platz zu spüren, was der Trainer will.“

... seine aktuelle Form:

„Es läuft wirklich gut, ich habe keine Einheit verpasst. Es ist wichtig, durchziehen zu können, obwohl es auch mal weh tut. Wenn ich gesund bin, dann kann ich schon ein bisschen kicken.“

Mit dick bandagiertem Knie verließ Nuri Sahin am Dienstag den Trainingsplatz von Werder Bremen in Grassau. Verletzt ist der Profi aber nicht.

... seine veränderte Situation ohne Kruse:

„Er war schon unser Fixpunkt in unserem Spiel. Mein erster Blick, wenn ich den Ball bekommen habe, ging zu ihm. Wir haben ihn gesucht, weil von ihm das Spiel ausging. Wir haben für ihn Räume geschaffen, damit er Platz hat, jetzt schaffen wir die Räume für uns. Natürlich kann ich jetzt häufiger die Tiefe anspielen. Früher wären die Bälle ins Leere gegangen, weil da keiner war. Aber das soll keine Kritik an Max sein, so war unser Spiel.“

... einen Stammplatz:

„Für so etwas ist die Qualität in der Mannschaft viel zu hoch. Es gibt doch gar keine echten Stammplätze mehr. Die Dynamik des Fußballs hat sich enorm verändert.“

... seinen Konkurrenzkampf mit Kevin Möhwald:

„Ich werde gegen keinen Spieler einen Konkurrenzkampf führen. Ich unterstütze jeden meiner Mitspieler. Es ist mir sehr, sehr wichtig, dass wir alle eine gute Saison spielen. Ich mache meine Aufgabe – und da bin ich ehrlich, die mache ich im Moment gut.“

... sein persönliches Ziel:

„Ich habe einmal vor der Saison einen rausgehauen und bei Borussia Dortmund gesagt, dass ich der beste Spieler der Saison werden will. Das bin ich zwar auch geworden, aber das war jugendlicher Leichtsinn, das mache ich nicht mehr.“

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Diese Nachricht dürfte alle Fans freuen: Trainer Florian Kohfeldt hat seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert! Das gab der Club am Dienstag bekannt. Es gibt auch einen Kommentar zur Kohfeldt-Verlängerung bei Werder Bremen: Zentraler Baustein für die Zukunft. Und auf Kohfeldt könnte bald die nächste wichtige Personalie folgen: Auch Sportchef Frank Baumann will seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängern. Am Rande des Trainingslagers in Grassau haben wir außerdem einen jungen Werder-Profi zum Interview getroffen. Johannes Eggestein sagt: „Jeder Fußballer hat so seine Macke.“ Achtung, Werder Bremen! Lazio Rom jagt Mittelfeld-Star Davy Klaassen als Nachfolger von Sergej Milinkovic-Savic, der vor einem Wechsel zu Manchester United steht.

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