Grenzenlose Freude bei Ömer Toprak (Archivbild) und dem SV Werder Bremen: Der Wiederaufstieg war für den Kapitän überwältigend.
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Grenzenlose Freude bei Ömer Toprak (Archivbild) und dem SV Werder Bremen: Der Wiederaufstieg war für den Kapitän überwältigend.

Topraks emotionaler Werder-Aufstieg

Erst geschämt, jetzt überwältigt: Werder-Abwehrboss Ömer Toprak so offen wie nie

Bremen – Als der Aufstieg vollbracht war, da flüchtete Ömer Toprak – und zwar in die Kabine. Der Kapitän des SV Werder Bremen wollte erst mal nicht auf dem Rasen feiern, sondern unbedingt seine Ruhe haben. In einem sehr emotionalen Interview beim TV-Sender Sky erklärte er später, warum.

„Ich bin im Vollsprint rein. Ich habe keine Ahnung, was draußen passiert ist. Ich war die ganze Zeit in der Kabine. Jetzt meinten die Kollegen, ich soll noch rauskommen“, berichtete Ömer Toprak: „Ich war ein bisschen für mich, das habe ich einfach gebraucht. Dieser Abstieg ist mir sehr nahe gegangen.“ Wie nahe, lassen diese Worte des 32-Jährigen erahnen: „Mir war es einfach sehr wichtig, dass wir das hinkriegen, dass wir den Verein wieder dahin bringen, wo er hingehört. Wir sind letztes Jahr abgestiegen, ich war ein Teil davon. Ich muss ehrlich sagen, mich persönlich hat es wirklich sehr hart getroffen, dass wir abgestiegen sind. Im Grunde weiß das nur meine Familie. Ich habe mich extrem geschämt, dass wir abgestiegen sind. Deswegen wollte ich das einfach wiedergutmachen.“

Werder Bremen-Kapitän Ömer Toprak heilfroh über Aufstieg: „Heute hätte mich nichts aufgehalten“

Es ist ihm gelungen. Trainer Ole Werner hatte vor der Partie noch betont: „Ömer ist vielleicht unser wichtigster Spieler.“ Deswegen habe er ihn trotz dessen großer Wadenprobleme aufgestellt. Damit plagt sich der Abwehrchef des SV Werder Bremen schon die ganze Saison rum, gegen Aue musste er vor einer Woche nach 35 Minuten runter. Doch dann tauchte er am Mittwoch schon wieder im Training auf. „Die Physios haben gut gearbeitet. Die medizinische Abteilung hat Gas gegeben. Heute hätte mich nichts aufgehalten, auch wenn’s explodiert wäre. Der Trainer wusste das. Wir sind das Risiko eingegangen. Ich habe gesagt: Wenn’s explodiert, explodiert es. Gott sei Dank hat sie gehalten“, sprudelte es nur so aus Ömer Toprak heraus.

Da wurde deutlich, wie sehr sich der ehemalige türkische Nationalspieler mit seiner Aufgabe in Bremen identifiziert. Offen ist allerdings, ob er bei Werder Bremen bleibt. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus. Gespräche über eine Verlängerung wurden auf die Zeit nach der Saison vertagt. Gut möglich, dass Ömer Toprak bleibt, er zeigte sich nach dem gelungenen Aufstieg jedenfalls extrem beeindruckt von den Werder-Fans: „Sie sehen, was hier los ist, was vor dem Spiel los war. Was das ganze Jahr war, obwohl wir teilweise echt scheiße gespielt haben. Wo es wirklich auch peinlich war. Wir haben uns enorm zusammengerafft, die Mannschaft ist immer enger zusammengewachsen als Gruppe und wir haben es einfach geschafft.“ (kni)

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