Ömer Toprak von Werder Bremen greift sich mit der Hand an den Kopf.
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Ömer Toprak, Verteidiger des SV Werder Bremen, wollte in dieser Saison endlich richtig durchstarten. Nun verletzte sich der 31-Jährige aber erneut - und wird gegen Hertha und Schalke fehlen.

Werder: „Das ist sehr unglücklich – für uns und für Ömer“

Wieder eine Zwangspause von mindestens zwei Spielen: Werder Bremen wird mit Ömer Toprak einfach nicht glücklich 

Bremen – Das Spiel gegen Hertha ist bereits abgehakt, die Partie gegen Schalke in akuter Gefahr: Werder Bremen muss davon ausgehen, dass Innenverteidiger Ömer Toprak mindestens für diese zwei Begegnungen ausfallen wird.

„Das ist sehr unglücklich – für uns und für Ömer“, sagte Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auftakt am Samstag gegen die Hertha. Doppelt unglücklich: Ersatzmann Milos Veljkovic ist nach einer für ihn unrunden Saisonvorbereitung noch nicht zu hundert Prozent fit. Möglich also, dass Christian Groß in die Startelf des SV Werder Bremen rückt und es mit der starken Hertha-Offensive aufnehmen muss.

Werder Bremen kann mit Ömer Toprak nicht verlässlich planen

Toprak hat in Kohfeldts Wunschelf eigentlich einen festen Platz. Doch es zeigt sich einmal mehr, dass mit dem 31-Jährigen nicht verlässlich zu planen ist. In der Hinrunde der vergangenen Saison war Ömer Toprak bereits zweimal mit einer Wadenverletzung ausgefallen – zunächst vom dritten bis zum achten Spieltag, dann vom elften bis zum Hinrundenende. Einen Zusammenhang will Coach Kohfeldt aber nicht erkennen: „Es liegt zu viel Zeit dazwischen, als dass man davon sprechen könnte. Ich spekuliere auch nicht, ob das Pech ist oder tieferliegende Gründe hat. Das wäre Ömer gegenüber nicht fair.“

Allerdings ist die Verletzungshäufigkeit bei Ömer Toprak schon auffallend. Denn auch in der Rückrunde schaffte der ehemalige türkische Nationalspieler nur sieben Spiele, dann stoppte ihn ein Foul des Frankfurters Filip Kostica – Syndesmosebandabriss, Saisonaus. Nun startet Toprak nach einer Vorbereitung, die ebenfalls nicht störungsfrei verlaufen war, wieder mit einer Verletzung in die neue Spielzeit. Zudem mit einer, die auch nach dem Spiel auf Schalke nicht ausgeheilt sein muss. Kohfeldt: „Das kann schnell gehen, das kann aber auch länger dauern. Wir reden aber nicht von vier bis sechs Wochen.“

Werder Bremen: Ömer Toprak fehlt gegen Hertha und Schalke

Aber für die kommenden zwei Partien braucht Kohfeldt eine andere Lösung. Milos Veljkovic ist als Back-up vorgesehen, hat aber noch nicht die Power für 90 Minuten, nachdem ihn muskuläre Probleme durch die Vorbereitungszeit begleitet hatten. Im DFB-Pokalspiel bei Carl Zeiss Jena fehlte der Serbe sogar – er absolvierte an dem Wochenende noch einen konditionellen Block, um körperlich auf Stand zu kommen. Kohfeldt: „Milos hätte auch in Jena schon 30 Minuten oder eine Halbzeit spielen können. Gegen Hertha wird er auf jeden Fall im Kader sein – und vielleicht ist er schon ein Kandidat für mehr.“ Wenn nicht, dann würde Groß den Part als rechter Innenverteidiger übernehmen. (csa)

Zur letzten Meldung vom 16. September 2020:

Nächster Verletzungsschock: Ömer Toprak fehlt Werder Bremen gegen die Hertha - mindestens

Bremen - Schlechte Nachrichten für den SV Werder Bremen: Innenverteidiger Ömer Toprak fällt mit einer „Muskelverletzung an der Wade" einmal mehr aus. Das gaben die Grün-Weißen am späten Mittwochabend bekannt.

Im Laufe des Tages hatte sich der 31-jährige ehemalige türkische Nationalspieler einer MRT-Untersuchung bei Vereinsarzt Dr. Daniel Hellermann unterzogen. Wie schlimm die Verletzung tatsächlich ist und wie sie letztlich zustande gekommen ist, verrieten die Bremer indes nicht. Feststeht bisher lediglich, dass Ömer Toprak dem SV Werder Bremen zum Bundesliga-Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hertha BSC nicht zur Verfügung stehen wird. „Anschließend wird nach dem Rehaverlauf entscheiden, wann er wieder einsteigen wird“, heißt es in einer Mitteilung des Clubs.

Es ist das nächste bittere Kapitel in der Geschichte von Ömer Toprak und dem SV Werder Bremen, in der sich für den Türken bisher eine Verletzung an die nächste reihte. Eigentlich sollte in seiner zweiten Saison jetzt endlich alles besser werden. Wenige Tage vor dem Bundesliga-Start schien der Verteidiger endlich auf einem richtig guten Weg zu sein. Die Wunsch-Innenverteidigung mit Niklas Moisander hatte im DFB-Pokal kaum etwas anbrennen lassen und die Null gehalten. Nun gab es den erneuten Rückschlag. Bleibt zu hoffen, dass es der letzte sein wird. (mwi)

Zur letzten Meldung vom 11. September 2020:

Startelf gegen Jena? Ömer Toprak hält bei Werder Bremen den Kurs

Bremen – Den Trainingsdienstag hatte Florian Kohfeldt zum Maßstab gemacht für Ömer Toprak. Wenn der Innenverteidiger die Doppelschicht gut überstehen würde, dann würde er mit Blick auf das DFB-Pokalspiel am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena auch zu einem ernsthaften Anwärter auf einen Platz in der Werder-Startelf werden, hatte der Trainer gesagt.

Der Dienstag ist um, und die Frage ist: Hat Ömer Toprak die Belastungsprobe bei Werder Bremen bestanden? In Vertretung von Coach Kohfeldt gab Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball, die Antwort: „Ömer hat ordentlich trainiert und konnte alle Umfänge mitmachen. Wir werden in den nächsten Einheiten sehen, ob es für Samstag reichen wird.“

Werder Bremen: Noch ist offen, ob Ömer Toprak im DFB-Pokal gegen Carl Zeiss Jena spielen wird

Das ist weder ein Ja für Jena noch ein Nein. Aber immerhin hat Toprak, der sich am Samstag im Test gegen Hannover 96 nach abgeklungener Sprunggelenksblessur zurückgemeldet hatte, den Kurs gehalten. Werder Bremen hatte am Dienstagvormittag auf dem Platz sowie am Nachmittag im Kraftraum trainiert. Ein Einsatz von Ömer Toprak im DFB-Pokal-Spiel des SV Werder Bremen gegen CZ Jena ist weiter offen. (csa)

Zur letzten Meldung vom 18. August 2020:

Neustart nach der „Ausnahme-Saison“: Wie Ömer Toprak für Werder Bremen endlich wichtig werden will

Sagen wir es mal so: Das Timing für eine Medienrunde mit Ömer Toprak hätte aus Sicht des Spielers besser sein können. Am Dienstagvormittag und noch während die Mannschaft des SV Werder Bremen im Trainingslager im Zillertal zur ersten Einheit des Tages auf dem Platz stand, stellte sich der 31-Jährige den mitgereisten Journalisten zum Gespräch.

Natürlich blieben Fragen zu seiner Verletzungsseuche in der vergangenen Saison nicht aus. Und Ömer Toprak gab sich alle Mühe, die Vergangenheit als „Ausnahme“ zu deklarieren und die Angst vor einer Wiederholung des Erlebten zu zerstreuen. Dass er aber das erste richtige Training der Woche bei Werder Bremen auslassen durfte/sollte/musste, half ihm dabei sicher nicht.

„Einfach nur eine Belastungssteuerung“ sei die Pause gewesen, erklärte Toprak und beteuerte, dass bei ihm alles okay sei: „Ich habe keine Wehwehchen, fühle mich gut.“ Aber wer wie er seit März gefehlt hat, der müsse eben ein bisschen vorsichtiger sein. Ein ernsthaftes Problem würde es nicht geben. Und siehe da: Immerhin stand Ömer Toprak bei der zweiten Trainingseinheit des Tages auch wieder gemeinsam mit den Kollegen auf dem Rasen.

Werder Bremen-Profi Ömer Toprak: „Die schlechteste und unglücklichste Saison meiner Karriere“

Gut, dann wäre das für den Moment geklärt. Aber natürlich hängen Ömer Toprak die zurückliegenden zwölf Monate nach. Denn seitdem er – zunächst auf Leihbasis, mittlerweile aber fest – von Borussia Dortmund zu Werder Bremen gewechselt ist, lief beinahe alles schief für den Innenverteidiger. Eine Verletzung reihte sich an die andere – oder wie er es im Rückblick sagt: „Kaum hatte ich mal zwei Spiele gemacht, war ich auch schon wieder verletzt.“ 

Stimmt nicht ganz, denn zwischen dem 18. und dem 23. Spieltag kam Toprak immerhin auf sechs Einsätze am Stück – bis Eintracht Frankfurts Filip Kostic ihm im DFB-Pokalviertelfinale mit einem unnötigen Foul in der Nachspielzeit übel verletzte. Anriss des Syndesmosebandes – Ömer Toprak absolvierte bis Saisonende kein Spiel mehr, es blieb bei bescheidenen zehn Einsätzen in der Liga. Nur eine Partie davon gewann Toprak. Sein persönliches Fazit? Erwartbar negativ. „Körperlich war es für mich meine schlechteste und unglücklichste Saison. Da war so viel Pech dabei, das habe ich so auch noch nicht erlebt. Aber das kann passieren, das ist manchmal so. Ich hoffe aber, dass die letzte Saison eine Ausnahme war.“

Werder Bremen: Ömer Toprak hat „viel Vertrauen“ in seinen Körper

Trainer Florian Kohfeldt hofft das auch, schließlich will er endlich etwas haben von dem erfahrenen Verteidiger, den Werder Bremen nach dem Klassenerhalt für insgesamt fünf Millionen Euro Ablöse kaufen musste. Oder konnte. Wie die Sichtweise nach Ablauf von Topraks bis 2023 datierten Vertrags sein wird, zeigt sich ab jetzt. Der ehemalige türkische Nationalspieler steht quasi vor dem Neustart und unter Druck. Er soll ein Führungsspieler sein, er will ein Führungsspieler sein. Doch dafür muss der Körper mitmachen. Kann er? Ja, sagt Ömer Toprak: „Ich habe viel Vertrauen in meinen Körper. Wichtig ist, dass ich jetzt die Vorbereitung voll mitmachen kann.“

Momente der Belastungssteuerung werden aber weiter dazugehören. Wie auch die Arbeit mit einem Personalcoach seines Vertrauens, mit dem Toprak schon seit Jahren zusammenarbeitet. „Ich investiere viel in meine Fitness, habe aus der vergangenen Saison auch meine Schlüsse gezogen“, sagt er, wird aber nicht genauer: „Man lässt mal dies weg und packt jenes dazu...“

Werder Bremen: Ömer Toprak will seine Mitspieler in Zukunft führen

Am Ende muss das Ergebnis stimmen und Ömer Toprak konstant auf dem Platz stehen, um endlich die Verstärkung zu sein, die Coach Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann vor einem Jahr in ihm gesehen hatten. Toprak selbst ist überzeugt, dass er die Erwartungen erfüllen wird: „Ich weiß um meine Qualitäten und gehe davon aus, dass ich spiele, wenn ich fit bin.“ Am Mittwoch, wenn Werder Bremen im Zillertal auf den Linzer ASK trifft, wird er dabei sein. Ein Einsatz sei „kein Problem“, sagt Toprak.

Ein Stammplatz in der Liga wird aber keine Selbstverständlichkeit sein. Zum einen hat er eben diese lange Pause hinter sich, zum anderen hat Milos Veljkovic auf der Position des rechten Innenverteidigers keinen so schlechten Job gemacht. Für Toprak spricht aber zweifelsfrei die Erfahrung aus 237 Bundesligaspielen, 27 Länderspiel-Einsätzen für die Türkei und 49 Auftritten in Champions- und Europa League. Allein aus dieser Vergangenheit erwächst die Erwartung, dass Ömer Toprak in der kommenden Saison ein Anführer sein wird im Team. Vom Selbstverständnis her ist er das sowieso: „Ich habe immer auf einer sehr zentralen Position gespielt, da ist es normal, dass man seine Mitspieler führen muss. So habe ich das gelernt, es ist fast schon mein Naturell.“ (csa/kni)

Zur letzten Meldung vom 15. August 2020:

Werder Bremen hofft auf Aufschwung von Ömer Toprak: „Jetzt lassen wir ihn mal richtig in Tritt kommen..."

Um die bisherige Geschichte des Ömer Toprak bei Werder Bremen zu erzählen, reichen im Grunde zwei Zahlen: 3510 und 809.

3510 – das ist die maximale Anzahl an Einsatzminuten, auf die Ömer Toprak hätte kommen können, wenn er in der vergangenen Saison alle Spiele in Bundesliga, Relegation und DFB-Pokal von Anfang bis Ende bestritten hätte. Das hat bei Werder Bremen niemand geschafft, ist ja klar. Aber die 809 steht für die tatsächliche Einsatzzeit des Innenverteidigers – was bedeutet: 77 Prozent der Saison verpasste Toprak wegen diverser Verletzungen und körperlicher Beschwerden. 

Werder Bremen: Ömer Toprak endlich richtig fit

„Eine schwierige Zeit“ nennt Werder-Coach Florian Kohfeldt deshalb Topraks erste Saison in Bremen – und das ist sogar noch reichlich verniedlichend. Die erwartete Verstärkung konnte der Neuzugang aus Dortmund nicht sein, von der zweiten Spielzeit versprechen sich jetzt alle bei Werder Bremen deutlich mehr - Ömer Toprak sicherlich inklusive. Und Kohfeldt sagt es so: „Es besteht eine gute Möglichkeit, dass wir den Spieler, den wir uns bei seiner Verpflichtung erhofft haben, noch sehen werden.“

Der Coach stützt seine Hoffnung auf die Eindrücke der ersten Trainingstage der Sommervorbereitung. Ömer Toprak habe sich bislang in einem „extrem erfreulichen gesundheitlichen Zustand“ präsentiert: „Er war gleich auf einem ganz anderen körperlichen Level.“

Ömer Toprak ein Kandidat für den Mannschaftsrat von Werder Bremen

Völlig unfit war der heute 31-Jährige vor einem Jahr beim Wechsel von Borussia Dortmund zu Werder allerdings auch nicht in Bremen angekommen. Aber danach wurde er ein ums andere Mal zurückgeworfen. Doch das sei Vergangenheit, betont Florian Kohfeldt und wirbt um Geduld und Vertrauen in den Mann, der gekommen war, um die Bremer Abwehrprobleme zu beheben. Der Auftrag besteht immer noch. Ob Ömer Toprak ihn nun mit Verspätung erfüllen kann? Der Coach des SV Werder Bremen glaubt vor dem Beginn des Trainingslagers im Zillertal fest daran: „Jetzt lassen wir Ömer mal richtig in Tritt kommen und eine gute Vorbereitung spielen. Das Wichtigste ist, dass er gesund bleibt und seine Physis erlangt.“ Dann könne der ehemalige türkische Nationalspieler ein Chef auf dem Platz werden.

Vielleicht auch ein Chef abseits des Rasens. Denn dass Kohfeldt den erfahrenen Abwehrspieler am Ende der Vorbereitung in den neuen Mannschaftsrat von Werder Bremen beruft, ist keineswegs auszuschließen. An der Wertschätzung des Trainers für den Spieler Ömer Toprak wird es jedenfalls nicht scheitern, „die habe ich immer betont“, sagt Kohfeldt, will sich aber auch nicht zu früh festlegen: „Das lasse ich noch total offen.“ (csa)

Letzte Meldung vom 30. Juli 2020:

Ömer Toprak will bei Werder Bremen endlich zur Verstärkung werden - Baumann: „Er wird  vorangehen“

Die wummernden Bässe drangen irgendwo hinter ihm aus der Gästekabine, dazwischen immer wieder das lautstarke Gejohle der Mitspieler – klassischer Party-Klangteppich –, doch Ömer Toprak, Abwehrspieler von Werder Bremen, nahm all das am späten Abend des 6. Juli für einen Moment höchstens beiläufig war: Er telefonierte.

Nach der Rettung im Relegationsrückspiel beim 1. FC Heidenheim hatte sich der Werder-Profi draußen vor dem Stadion etwas abseits einen ruhigen Platz gesucht, hatte sich das Handy ans Ohr gehalten und sich mit dem anderen Arm auf ein Metallgitter gelehnt. Entspannt sah er dabei aus, erleichtert auch. Für den Fan, der zaghaft um Autogramm und Selfie bat, unterbrach Ömer Toprak gerne sein Gespräch – es war ja alles nochmal gut gegangen.

Werder Bremen: Zweiter Anlauf für Ömer Toprak

Werder Bremen würde auch in der neuen Saison noch in der Bundesliga spielen, und das bedeutete wiederum, dass Toprak weiter für Werder spielen würde. Ein zweiter Anlauf sozusagen. Nach einem Jahr, das für den inzwischen 31-Jährigen ein rabenschwarzes gewesen war. Bei Werder freuen sie sich sehr darauf. Und sie verbinden es mit großen Hoffnungen.

„Ömer hat ja über viele Jahre hinweg gezeigt, zu welchen Leistungen er in der Bundesliga imstande ist“, sagt Sportchef Frank Baumann kurz vor dem Start in die Vorbereitung. Und er betont: „Wenn er fit und gesund bleibt, wird er bei uns vorangehen und für die Mannschaft enorm wichtig werden.“ Das mit dem Gesundbleiben war in der vergangenen Saison allerdings das Problem gewesen.

Werder Bremen: Ömer Toprak kam 2019 vom BVB

Als Werder Bremen am 11. August 2019 offiziell bekannt gab, dass Innenverteidiger Ömer Toprak per Leihe plus Kaufverpflichtung (die durch den Klassenerhalt greifen sollte) von Borussia Dortmund kommt, war die allgemeine Begeisterung groß. Ein Spieler dieses Kalibers, mit so viel Erfahrung (siehe Infokasten) und so gutem Namen lag doch eigentlich deutlich außer Reichweite des Vereins. Baumann war es jedoch gelungen, das finanzielle Risiko – für Toprak werden nach der Leihgebühr in Höhe von einer Millionen Euro nun weitere vier Millionen Euro an Ablöse fällig – in die Zukunft zu verschieben. Und der Spieler seinerseits hatte beim BVB keine Chance mehr auf einen Stammplatz gesehen, dafür in Bremen aber eine vielversprechende Zusammenarbeit mit Trainer Florian Kohfeldt. Was sollte da schon groß schiefgehen? Nur wenige Wochen später war dann klar: nahezu alles.

Bereits der erste Spieltag endete für den Verteidiger, der während des 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf einen Schlag abbekommen hatte, mit Atemnot im Krankenhaus. Am zweiten zog er sich während des 2:3 in Hoffenheim nach 17 Minuten einen Muskelfaserriss zu, weshalb er in den folgenden sechs Partien nicht zur Verfügung stand. Ein Traumstart sieht anders aus.

Es folgten – im Schnelldurchgang – erst muskuläre Probleme, dann eine Sehnenentzündung und schließlich ein grobes Foul von Frankfurts Filip Kostic während des DFB-Pokal-Viertelfinals, das Topraks Saison bereits am 4. März vorzeitig beendete: Syndesmosebandanriss. All das sorgte dafür, dass der angedachte Führungsspieler 21 von 34 Bundesligaspieltagen verletzt verpasste, kurzum: dass er der Mannschaft nie wirklich helfen konnte.

Werder Bremen: Ömer Toprak in der neuen Saison Startelf-Kandidat 

Die Sommerpause hat Ömer Toprak nun für sich genutzt, um etwas Rückstand aufzuholen. Anders als seine Kollegen Kevin Möhwald und Niclas Füllkrug steigt er zwar nicht vor dem Rest der Mannschaft mit individuellen Einheiten in die Vorbereitung ein. „Dafür hat er aber einen speziellen Plan mit in den Urlaub bekommen“, sagt Baumann, der Toprak am Montag topfit zurück in Bremen erwartet.

Im Gegensatz zur Vorsaison liegt dann die komplette Sommer-Vorbereitung mit der Mannschaft vor ihm. Übersteht er sie unverletzt, dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass Toprak beim Bundesliga-Auftakt im September zur Bremer Startaufstellung zählt. Vor allem seine große Stärke – die hohe Geschwindigkeit – war der Werder-Abwehr zuletzt doch arg abgegangen.

Zum Abschluss noch einmal zurück zum späten Abend des 6. Juli, zurück nach Heidenheim. Ehe Toprak dort sein Telefongespräch hatte starten können, war es im Stadion zu einer herzlichen Begegnung mit Aufsichtsratschef Marco Bode gekommen. „Ich habe Ömer einfach mal in den Arm genommen“, berichtete der 51-Jährige einige Tage später. Und kündigte an: „Er wird in der neuen Saison sehr, sehr ehrgeizig sein und bei uns zeigen wollen, was er kann.“ Lange genug darauf warten musste Toprak ja. (dco)

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