Toprak nie mehr im Werder-Trikot?

Verletzung und Vertrags-Ende: War es das für Kapitän Ömer Toprak beim SV Werder Bremen?

Bremen – Es ist kein Geheimnis, dass der SV Werder Bremen Ömer Toprak im Sommer nach dem Abstieg gerne abgegeben hätte. Viel zu teuer für die 2. Bundesliga und dazu noch sehr verletzungsanfällig, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Doch der Topverdiener in der Mannschaft (1,7 Millionen Euro im Jahr) blieb, was auch an fehlenden Alternativen für ihn lag.

Er wurde Kapitän und es passierte das Erwartbare: Ömer Toprak haute sich voll rein und spielte zeitweise überragend, weil er viel zu gut für die 2. Liga ist. Toprak verpasste aber auch schon neun der bislang 29 Spiele – und fällt nun wegen seiner erneut aufgebrochenen Wadenverletzung wieder aus. Wie lange, das ist offen. Nach Ostern soll eine genaue Diagnostik Aufschluss über die exakte Ausfallzeit geben. Möglicherweise spielt der Abwehrchef gar nicht mehr für Werder Bremen, denn sein Vertrag läuft im Sommer aus. Eine Verlängerung ist eher unwahrscheinlich.

Werder Bremen: Verlängert Ömer Toprak seinen Vertrag? Die Lage ist verzwickt - wie die Wade

„Wir sind im Austausch mit Ömer“, wiederholt Clemens Fritz als Werder Bremens Leiter Profifußball eine in den vergangenen Wochen im Fall Ömer Toprak schon sehr bekannte Aussage. Er betont zwar die Bedeutung von Toprak auf und neben dem Platz, sagt aber auch nicht einen in solchen Momenten schon oft genutzten Satz: „Wir können uns schon vorstellen, mit ihm weiterzumachen.“

Die Lage ist ja auch verzwickt – wie die Wade von Ömer Toprak. Die streikt inzwischen regelmäßig. 2019 hatte der türkische Ex-Nationalspieler deshalb fast die komplette Hinserie verpasst, im Frühjahr und Herbst 2021 erwischte es ihn dort erneut – genauso wie vor vier Wochen. Schneller als erwartet feierte Toprak am vergangenen Samstag gegen den FC St. Pauli sein Comeback, als Einwechselspieler in der 76. Minute. Den Einsatz überstand er gut, hieß es. Doch beim Geheimtraining des SV Werder Bremen am Mittwoch meldete sich die Wade schmerzhaft zurück.

Saison-Aus? Werder Bremen will verletzten Ömer Toprak noch nicht abschreiben

„Ohne Einwirkung eines Gegenspielers“, berichtet Trainer Ole Werner. Betroffen ist eine ähnliche Stelle wie zuletzt. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass Ömer Toprak zu früh eingestiegen ist. „Wir haben die Belastung so gesteigert, dass jeweils der nächste Schritt kommt, wenn Problemfreiheit vorliegt. Wir haben nicht das Gefühl, dass wir unvorsichtig waren oder Dinge überstürzt angegangen sind – überhaupt nicht“, hält der Coach des SV Werder Bremen dagegen und macht Mut: „Ich hoffe, dass Ömer noch in dieser Saison für uns eingreifen kann. Ich schreibe nichts und niemanden vorschnell ab, Ömer schon mal gar nicht.“

Es wird mal wieder ein Wettlauf mit der Zeit. In vier Wochen ist die Saison vorbei, vielleicht kommen durch eine Relegation noch ein paar Tage dazu. Vor einem Jahr kämpfte sich Ömer Toprak im Schlussspurt nach einer Wadenverletzung noch mal zurück, kam zumindest in den letzten beiden Partien für Werder Bremen tatsächlich zum Einsatz.

Werder Bremen-Aus für Ömer Toprak? Club hat wohl wenig Interesse an Vertragsverlängerung

So ist das mit Ömer Toprak, den Werder Bremen 2019 für eine Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund geholt hat. Der vielleicht beste Spieler im Kader kann nicht so recht eingeplant werden. Ihn selbst dürfte das am meisten ärgern. „Für Ömer ist das extrem bitter, vor allem, weil es in der entscheidenden Phase der Saison passiert ist. Das tut noch mal mehr weh“, sagt Werner, betont aber zugleich: „Er hat den Blick schon nach vorne gerichtet, um uns schnellstmöglich wieder zur Verfügung zu stehen.“ Es wäre ihm und Werder zu wünschen – vor allem auch mit Blick auf das Aufstiegsrennen.

Aber wie vor einem Jahr dürfte Werder Bremen dann im Sommer wenig Interesse daran haben, die Zusammenarbeit mit Ömer Toprak fortzusetzen – vor allem nicht nach einer Rückkehr in die Bundesliga, wo die körperliche Beanspruchung noch höher wäre. Selbst ein deutlicher Gehaltsverzicht würde da wenig helfen, weil es in einem Kader auch immer um Verlässlichkeit und Planbarkeit geht. (kni)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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