Die Defensive von Werder Bremen um Jiri Pavlenka und Christian Groß blieb gegen Schalke 04 zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor.
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Die Defensive von Werder Bremen um Jiri Pavlenka und Christian Groß blieb gegen Schalke 04 zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor.

Nach 1:0-Sieg gegen Schalke 04

Werder Bremen und die dreifache „Null“: Woher plötzlich die neue Sicherheit kommt

Gelsenkirchen – Und plötzlich tauchte da am frühen Samstagabend dieser Name wieder auf, der in Verbindung mit Werder Bremen schon lange, sehr lange nicht mehr gefallen war: Robin Dutt.

Zwischen Juni 2013 und Oktober 2014 hatte der Fußballlehrer den Verein einst 45 Spiele lang als Cheftrainer betreut und dabei – mit Verlaub – nicht unbedingt eine Ära geprägt. Dennoch dauerte es gute sechs Jahre lang, ehe einer von Dutts Bestwerten am Samstag eingestellt wurde. Werder Bremen drei Bundesligaspiele in Folge ohne Gegentor? Gibt es eigentlich gar nicht, oder besser: gab es schon ganz lange nicht mehr.

Die Dutt-Nachfolger Viktor Skripnik und Alexander Nouri hatten es nicht geschafft, ebenso wenig der aktuelle Amtsinhaber Florian Kohfeldt – bis zum vergangenen Samstag, 17.20 Uhr. Da war Werders knapper 1:0-Erfolg beim FC Schalke 04 amtlich und damit nach dem 0:0 gegen Gladbach und dem 1:0 gegen Freiburg Spiel Nummer drei ohne Tor des Gegners perfekt. Ein ebenso unerwarteter wie optimistisch stimmender Trend im Abstiegskampf.

Werder Bremen: Mit neuer Fitness in der Abwehr viel sicherer

Nach dem bitteren 1:4 gegen Bayer Leverkusen direkt nach der Coronavirus-Pause, als die in dieser Saison so altbekannten Abwehrschwächen allesamt wieder aufgetreten waren, scheint Trainer Florian Kohfeldt nun endlich Lösungen gefunden zu haben, um die wackelige Defensive zu stabilisieren. Zwar geriet Werder Bremen gegen Schalke 04 zu Beginn der zweiten Hälfte mächtig unter Druck, ließ den Gegner aber trotzdem kaum zu Chancen kommen. „Fitness“ und „Überzeugung“ waren nach dem Spiel die Kernbegriffe, als Kohfeldt über die verbesserte Bremer Abwehrleistung sprach.

„Die Fitness hat sich grundsätzlich verändert und damit die Möglichkeit, auf andere Spielweisen des Gegners reagieren zu können“, sagte Kohfeldt, der bereits vor dem Re-Start der Bundesliga betont hatte, dass seine Mannschaft deutlich fitter sei als vor der Pause. Werder ist rechtzeitig zum Saison-Endspurt (endlich) in der Lage, ans Limit zu gehen – und zwar immer. „In allen Spielphasen halten wir nichts, aber auch gar nichts zurück“, sagte Kohfeldt. „Dauert das Spiel 95 Minuten, dann gehen wir eben 95 Minuten Vollgas. Das ist entscheidend, und das sieht man dann auch. Gerade im Nachrücken-Zuordnen, wo wir eng dran sind. Wir lassen kaum Konter zu.“

Werder Bremen: Mentalität in der Defensive hat sich verändert

Dass der Trainer personell wieder mehr Alternativen hat - zum Beispiel stand Sebastian Langkamp überraschend in der Werder-Startelf gegen Schalke -, trägt seinen Teil zu dieser Entwicklung bei. Kohfeldt kann reagieren, kann Frische von der Bank bringen, die – wie auf Schalke geschehen – die Verteidigung stärkt. „Die Auswahl hat sich verändert. Die Möglichkeit, einen Philipp Bargfrede einzuwechseln, ist schon Luxus, wenn man über Defensive redet.“

Nun ist die reine Fitness aber eine Grundvoraussetzung, um auf gutem Niveau spielen zu können. Um es tatsächlich dauerhaft zu tun, braucht es noch mehr: Einstellung, Bereitschaft – im Fußball gern unter dem Schlagwort Mentalität zusammengefasst. „Die Mentalität, da jetzt wirklich alles rein zu werfen, hat sich verändert. Das haben wir nach Leverkusen nochmal deutlich angesprochen“, berichtete Kohfeldt, der mit der Umsetzung seines Teams in den Spielen gegen Freiburg, Gladbach und Schalke zufrieden war: „Wir haben in den letzten drei Spielen deutlich brenzligere Situationen wegverteidigt, als wir gegen Leverkusen Tore bekommen haben.“

Werder Bremen endlich ohne Gegentore nach Standards

Keine Gegentore, das bedeutet freilich auch: keine Gegentore nach Standards. Was angesichts Werders fast schon obligatorischer Schwäche nach ruhenden Bällen vielleicht die größte Überraschung ist. „Wir haben Standards viel trainiert, haben viel darüber gesprochen und der Mannschaft das Vertrauen gegeben, dass sie es verteidigen kann“, sagte Kohfeldt, der sich inzwischen selbst federführend um das Thema kümmert.

Jetzt, nach drei Spielen ohne Gegentor, sei das Vertrauen endlich wieder da. „Ich warne aber trotzdem: Wir müssen extrem wachsam bleiben, denn das sind spielentscheidende Situationen“, betonte Kohfeldt, der weiß, dass der Aufschwung seiner Mannschaft am Ende nur etwas wert ist, wenn er Fortsetzung findet. Am besten direkt am Mittwochabend (20.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) im Nachholspiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt. (dco)

Fotostrecke: Super-Schlenzer bringt Werder drei ganz wichtige Punkte

Werder Bremen gegen Schalke 04
Werder Bremen gegen Schalke 04 © dpa/Pool
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Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia/nordphoto/Pool
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Werder Bremen gegen Schalke 04 © gumzmedia/nordphoto/Pool
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