Werder Bremen spielt in der Bundesliga in einem 3-5-2-System - jetzt hat Trainer Ole Werner erklärt, warum er an der taktischen Ausrichtung festhält.
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Werder Bremen spielt in der Bundesliga in einem 3-5-2-System - jetzt hat Trainer Ole Werner erklärt, warum er an der taktischen Ausrichtung festhält.

Werder-Trainer hält am System fest

Das besondere Vertrauen in das 3-5-2: Ole Werner will das System nicht verändern, weil es die Werder-Profis so wünschen

Bremen – Im Fußball ist häufig von Flexibilität die Rede. Eine Mannschaft müsse mehrere Systeme beherrschen und dürfe die gerne auch während einer Partie wechseln, heißt es. Bei Ole Werner ist das anders, er lässt seinen SV Werder Bremen seit Amtsantritt vor gut einem Jahr fast durchweg in einem 3-5-2-System agieren. Aber nicht aus Sturheit oder mangelnder fachlicher Kompetenz, sondern aus einem entscheidenden Grund. „Die Spieler fühlen sich sehr wohl mit dieser Grundordnung“, berichtet der Coach. Auf Nachfrage der DeichStube erklärt der 34-Jährige ausführlich, warum er an dem Ist-Zustand auch im Trainingslager in Spanien nichts ändern will. 

„Wir glauben, dass wir aus unserer gewohnten Grundordnung heraus in der Positionierung Dinge verändern können. Vor dem Spiel steht dann auf dem Papier vielleicht wieder ein 3-5-2, aber die Raumaufteilung ist eine ganz andere“, erläutert Ole Werner und betont: „Ein 3-5-2 sieht nicht immer aus wie ein 3-5-2. Man muss beispielsweise schauen, ob Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch jetzt hinter- oder nebeneinander und auch eng oder breit stehen.“ Gemeint ist der Angriff des SV Werder Bremen, der auf dem Papier einen Zwei-Mann-Sturm vorsieht. Doch gerade Ducksch lässt sich gerne mal fallen – oder er rückt auf die linke Seite, um von dort die Bälle flach oder hoch in die Mitte zu spielen. Besonders deutlich seien die Veränderungen der Grundordnung auch bei den Außenverteidigern zu erkennen, so Werner: „Steht ein Mitchell Weiser auf der rechten Seite flach oder hoch? Agiert dann ein Anthony Jung auf der anderen Seite auch hoch oder flach? Steht dann die Dreierkette gerade oder versetzt?“

Werder Bremens Trainer Ole Werner setzt auf das 3-5-2-System, sieht die Taktik aber trotzdem nicht als ausrechenbar an

Klingt also alles andere als statisch und unflexibel. Und doch bietet es offenbar eine besondere Form der Stabilität bei den Profis. „Die Rückmeldung der Spieler ist, dass es so sehr nachvollziehbar ist, wenn wir Dinge verändern. Denn so können sie immer auf bewährte Muster zurückgreifen, wodurch wir aber trotzdem nicht ausrechenbar sind“, erklärt Ole Werner. Die Kommunikation mit dem Team ist dem Trainer des SV Werder Bremen enorm wichtig, um den richtigen Weg zu finden und eben nicht nur seine eigenen Vorstellungen durchzudrücken.

Werder Bremens Trainer Ole Werner: „Will nicht ausschließen, dass wir mal in einer anderen Ausrichtung spielen“

Der Erfolg gibt Ole Werner Recht. Mit seiner ruhigen und kommunikativen Art gewann der Bremer Trainer schnell das Vertrauen der Spieler und auch Spiele. Wobei Letzteres natürlich Ersteres noch verstärkte. Auch nach Rückschlägen blieb der Coach seiner Linie treue – nach dem Aufstieg ebenfalls. Da war durchaus erwartet worden, dass er seinem Team eine Klasse höher noch ein weiteres System verpasst, um als Außenseiter möglicherweise besser reagieren zu können. Doch Werner hielt nicht nur am 3-5-2 fest, sondern auch an der aktiven Rolle seines Teams. Der Coach möchte mit seinen Spielern möglichst selbst bestimmen, was auf dem Feld passiert. So wünscht man sich das auch bei Werder Bremen, das soll die Spielphilosophie sein.

Daran wird nicht gerüttelt, der Weg kann sich jedoch ändern. Denn Ole Werner ist bei allem Vertrauen in eine gute Sache auch offen für möglicherweise nötige Veränderungen: „Ich will es nicht ausschließen, dass wir irgendwann noch mal in einer anderen Ausrichtung spielen.“ Aktuell sei das aber nicht geplant. (kni) Auch interessant: Verfolgt das Testspiel des SV Werder Bremen gegen Real Murcia im Live-Ticker der DeichStube!

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