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Am 16. Oktober 2016 schoss Ousman Manneh gegen Bayer 04 Leverkusen sein erstes und auch letztes Tor in der 1. Bundesliga.

Werder-Talent fehlt schon lange verletzt, aber die Karriere ist nicht in Gefahr

Als Manneh auch mal ein Sargent war

Bremen - Bei Werder ist gerade viel von den großen Talenten die Rede, nicht zuletzt nach dem Bundesliga-Debüt inklusive Tor von Josh Sargent.

Vor zwei Jahren war Ousman Manneh so ein Hoffnungsträger. Vom vierten bis zum neunten Spieltag stand er sechs Mal in Folge in der Startelf, erzielte ein Tor und bereitete zwei vor. Seit März spielt Manneh gar nicht mehr, der 21-Jährige ist verletzt. Der Traum vom dauerhaften Profi-Fußballer lebt aber weiter.

Manneh-Berater sieht keine Gefahr für Karriere

„Seine Karriere ist laut der behandelnden Ärzte überhaupt nicht in Gefahr“, betont Mannehs Berater Martin Opoku Tuffour gegenüber der DeichStube: „Aber Ous braucht immer noch Geduld.“ Der Angreifer hatte sich im März bei einem Spiel der U23 in der Dritten Liga eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen. Wenig später wurde er operiert. Ende Juni sollte er eigentlich wieder ins Training einsteigen, doch der Fuß schmerzte. Inzwischen wurde ein Knochenödem diagnostiziert. Da hilft eigentlich nur eines: Ruhe.

Josh Sargent feierte gegen Fortuna Düsseldorf seine Bundesliga-Premiere. Und es dauerte nur zwei Minuten bis zu seinem ersten Bundesliga-Treffer.

„Natürlich belastet Ous diese Situation, aber er versucht, so professionell wie möglich damit umzugehen“, berichtet Tuffour. Seine Reha absolviert Manneh in Bremen, viel machen kann er aktuell allerdings noch nicht. Es sei ungewiss, so Tuffour, wann der Gambier wieder einsatzfähig sein wird: „Wir wollen ihn da auch nicht mit irgendwelchen Prognosen unter Druck setzen.“

(Lest dazu: Der Spagat mit Sargent: US-Boy soll Pizarro beerben)

Es ist offen ob Manneh noch eine Chance bei Werder bekommt

Mit 17 Jahren war Manneh aus seiner Heimat Gambia nach Bremen geflüchtet. Bei einem Sichtungstraining wurde er vom Blumenthaler SV entdeckt, später dann auch vom SV Werder. Als 18-Jähriger wechselte Manneh zum Bundesligisten, debütierte sofort in der U23. Im Herbst 2016 folgte das Bundesliga-Debüt gegen Mainz 05. Alexander Nouri war vom U23-Trainer zum Chefcoach der Profis befördert worden und hatte Manneh gleich mitgenommen. Sechs Mal schenkte er dem robusten Stürmer das Vertrauen – dann nie wieder.

Ousman Manneh vergangene Woche auf dem Weg zum Trainingsgelände.

Trotzdem wurde im Sommer 2017 Mannehs Vertrag bis 2020 verlängert. Eigentlich sollte der junge Offensivmann anschließend an einen Zweitligisten verliehen werden, doch das klappte nicht. Manneh blieb, kam aber nur noch in der Dritten Liga zum Einsatz. Fünf Tore, vier Assists in 17 Spielen lautete seine Bilanz, ehe er sich im März verletzte. Ein angedachter Wechsel im Sommer war wegen der anhaltenden Fußprobleme kein Thema. Seitdem wartet Manneh darauf, dass er endlich wieder auf den Platz darf. „Natürlich wird er das schaffen“, sagt Tuffour: „Leider gehört auch so etwas zum Fußball dazu.“ Ob Manneh dann noch eine Chance bei Werder bekommt, ist offen. Längst sind andere Talente nachgerückt – wie gerade der erst 18-jährige Sargent. Aber das Beispiel Manneh zeigt eben auch, wie schnell sich im Sport alles wieder ändern kann.

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