Patrick Drewes ist Torhüter des SV Sandhausen und gleichzeitig Fan des SV Werder Bremen. Im DeichStube-Interview spricht er über das bevorstehende Duell mit den Grün-Weißen.
+
Patrick Drewes ist Torhüter des SV Sandhausen und gleichzeitig Fan des SV Werder Bremen. Im DeichStube-Interview spricht er über das bevorstehende Duell mit den Grün-Weißen.

Werder gegen Sandhausen

Sandhausen-Keeper Patrick Drewes im DeichStube-Interview: „Werder demonstriert eine unglaubliche Stärke“

Bremen - Werder Bremen ist für ihn der absolute Aufstiegsfavorit. „Die Mannschaft wird sich den direkten Wiederaufstieg nicht mehr nehmen lassen“, sagt Patrick Drewes, der Torhüter des nächsten Bremer Gegners SV Sandhausen (Sonntag, 13.00 Uhr, DeichStube-Liveticker). Der 29-Jährige ist in Delmenhorst geboren und aufgewachsen – und wäre vor über zehn Jahren einmal fast bei Werder gelandet. Der damalige Bundesligist zeigte sich interessiert am talentierten Nachwuchstorwart, der jedoch schließlich dem VfL Wolfsburg zusagte, weil ihn dort das Gesamtpaket mehr überzeugt hat.

Patrick Drewes spricht bis heute voller Hochachtung über Werder Bremen, betont im Gespräch mit der DeichStube aber auch, dass er seine Mannschaft, mit der er gegen den Abstieg aus der 2. Liga kämpft, vor dem Duell in Bremen nicht als chancenlos ansieht. Tatsächlich ist der SV Sandhausen aktuell die viertbeste Mannschaft der Rückrunde. „Unser Bestreben ist es, auch in Bremen etwas mitzunehmen“, sagt Drewes.

Träumen Sie manchmal noch davon, das grün-weiße Trikot tragen zu dürfen, Patrick Drewes?

Das schwarz-weiße Trikot von Sandhausen gefällt mir momentan sehr gut. Sollte es sich irgendwann mal ergeben in der Zukunft, dass ich das Werder-Trikot anziehen darf, wäre das schön. Doch momentan beschäftige ich mich damit nicht.

Als gebürtiger Delmenhorster wurden Sie als Jugendlicher immer wieder mit Werder in Verbindung gebracht. Schildern Sie bitte mal, wie es damals abgelaufen ist zwischen Ihnen und dem Verein.

Es gab immer wieder Kontakte über die Jahre gesehen. Mal war ich beim Probetraining, mal war ich im Stadion und sollte mir die Gegebenheiten vor Ort anschauen.

Schon gelesen? Romano Schmid verlängert seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig!

Sandhausen-Keeper Patrick Drewes über gescheiterten Wechsel zu Werder Bremen: Gesamtpaket in Wolfsburg sagte mir damals einfach zu

Wer war damals ihre Kontaktperson bei Werder?

Es lief alles über Björn Schierenbeck (den Direktor des Werder-Nachwuchsleistungszentrums, Anm. d. Red.).

Und warum hat es nicht geklappt mit dem Wechsel?

Ich hatte damals mehrere Anfragen. Auch Mönchengladbach und Wolfsburg waren neben Bremen an mir interessiert. Ich entschied mich für Wolfsburg, weil mir dort das Gesamtpaket einfach zusagte.

Aus heutiger Sicht der richtige Schritt?

Definitiv ja. Nach vier Jahren im Nachwuchs bin ich 2012 unter Felix Magath zum Profi aufgestiegen. Damit hatte ich mein großes Ziel erreicht.

Ihr Weg führte aus Wolfsburg nach Sandhausen, wo Sie nun als Stammkeeper bei einem Zweitligisten beschäftigt sind. Dazwischen lagen Stationen beim Schweizer Verein FC Wil, in Münster, Würzburg und Bochum…

Ja, es waren in der Tat einige Stationen in meinen nun zehn Jahren als Profi, zumal ich auch ausgeliehen worden bin. Doch es war ein kontinuierlicher Weg. Ich habe mich Stück für Stück entwickelt.

Verfolgt das Zweitliga-Duell des SV Werder Bremen gegen den SV Sandhausen im Live-Ticker der DeichStube!

Patrick Drewes vor dem Duell mit Werder Bremen: Die Konstellation mit Felix Wiedwald ist eine besondere

Und Sie sind nun die Nummer 1 in Sandhausen, haben im internen Duell mit dem Ex-Werder-Torhüter Felix Wiedwald die Nase vorn. Erfüllt Sie das mit Stolz? 

Ich bin glücklich, dass ich hier die Chance habe, Woche für Woche im Kasten zu stehen. Wer im Team noch als Torwart fungiert, ist dabei nicht wichtig. Doch es ist schon so, dass die Konstellation mit Felix, bezogen auf das Werder-Spiel, sehr speziell ist.

Kommen wir zum SV Sandhausen: Steht in der Rückrunde eine andere Mannschaft auf dem Platz als im letzten Jahr?

Die Resultate sprechen dafür, doch ich finde es nicht richtig, alles nur an den Ergebnissen festzumachen. Auch die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist entscheidend. Wir haben uns als Mannschaft gefunden. Zudem hat sich das Gesicht der Mannschaft hat sich in der Winterpause noch einmal verändert. Und der Trainerwechsel im September, die Rückkehr von Alois Schwartz, hat natürlich auch viel Positives bewirkt.

Sandhausen stellt gegenwärtig die viertbeste Elf in der Rückrunde, darauf hat Werder-Coach Ole Werner vor dem Gastspiel ausdrücklich verwiesen.

Es stimmt, wir hatten in diesem Jahr einen guten Lauf, konnten so wichtige Punkte holen. So gelang es, uns von den direkten Abstiegsplätzen abzusetzen. Wir wollen so weitermachen, um auch zum Relegationsplatz eine gewisse Distanz aufzubauen.

Im letzten Heimspiel endete unerwartet die Serie nach sieben ungeschlagenen Spielen. Wie sehr schmerzt die Niederlage gegen Rostock, einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt?

Es war schon bitter, die Niederlage tat sehr weh. Wir mussten Rostock ein wenig ziehen lassen. Hätten wir gewonnen, wäre es ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt gewesen.

Mit Lars Lukas Mai in der Startelf? Die Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den SV Sandhausen!

Sandhausen-Torwart Patrick Drewes über Werder Bremen: „Sie demonstrieren eine unglaubliche Stärke“

Nach diesem Rückschlag gab es in der Länderspielpause ein Erfolgserlebnis, nämlich den 3:2-Sieg im Testspiel gegen den VfB Stuttgart. Ein Mutmacher vor dem Gang nach Bremen?

Natürlich hebt so ein Sieg die Stimmung in der Mannschaft, zumal beim Test einige Spieler mitgespielt haben, die ansonsten nicht so häufig zum Einsatz kommen.

Gegen die zwei Aufstiegskandidaten Hamburger SV und Darmstadt 98 hat Sandhausen zuletzt nicht verloren. Kann gegen Bremen ein ähnlicher Coup glücken?

Darauf arbeiten wir hin. In den zwei Wochen der Länderspielpause haben wir uns intensiv vorbereitet. Unser Bestreben ist es, auch aus Bremen etwas mitzunehmen. Dass wir mithalten können mit Werder, haben wir schon im Hinspiel bewiesen.

Wie beurteilen Sie die Saison der Bremer?

Zu Beginn der Spielzeit gab es ein paar Nebengeräusche. Einige Spieler hatten sich nicht klar positioniert, ob sie nach dem Abstieg aus der Bundesliga bleiben möchten. So hat die Mannschaft schon einige Zeit benötigt, um sich zu finden. Das ist geglückt, der Wechsel zu Trainer Ole Werner hat sich ausgezahlt. Werder demonstriert eine unglaubliche Stärke und steht zu Recht dort oben.

Auch gegen Sandhausen fehlen Werder die Stammspieler Ömer Toprak, Marco Friedl und Mitchell Weiser. Ein Vorteil für Ihre Mannschaft?

Werder hat einen auch in der Breite gut aufgestellten Kader und darin mindestens 14 bis 15 erstklassige Spieler. Das Aufgebot weist große Qualität auf, es ist sicherlich mit das beste in der 2. Liga. Die Bremer sind also in der Lage, Ausfälle zu verkraften. Beim Sieg im Spitzenspiel gegen Darmstadt haben sie das ja eindrucksvoll nachgewiesen.

Sandhausen-Keeper Patrick Drewes: Werder Bremen wird sich den Aufstieg nicht mehr nehmen lassen

Ist Werder für Sie der Aufstiegsfavorit?

Absolut! Werder wird sich den Aufstieg nach meiner Einschätzung nicht mehr nehmen lassen. Ihnen wird der direkte Wiederaufstieg gelingen.

Wer mischt ansonsten im Aufstiegsrennen noch mit?

Es wird ein Vierkampf oder sogar ein Fünfkampf um die restlichen Plätze. St. Pauli und Darmstadt bleiben oben, Nürnberg und Schalke, eventuell auch der HSV haben ebenfalls Chancen. Es wird eine ganz heiße Phase im Endspurt geben.

Im Vorjahr haben Sie mit dem VfL Bochum das Kunststück geschafft, als Außenseiter in die Bundesliga aufzusteigen. Was war das Entscheidende dabei? Worauf müssen die Bremer achten?

Der Aufstieg war schon überraschend, weil in der Vorsaison für Bochum Abstiegskampf angesagt war. In der Corona-Phase haben wir uns dann glänzend gefunden. Der Stamm ist zusammengeblieben und wurde punktuell verstärkt. Wir haben eine mannschaftliche Geschlossenheit entwickelt, und wir hatten eine clevere Spielidee. Entscheidend war auch, dass uns Niederlagen nicht zurückgeworfen haben. Wir haben sofort mit Siegen geantwortet.

Gelingt Sandhausen der Klassenerhalt?

Dafür tun wir alles. Die Zwischenbilanz mit 30 Punkten ist nicht beruhigend. Wir müssen weiter Gas geben. Nach Bremen folgt das wichtige Heimspiel gegen Dresden, das aktuell auf dem Relegationsplatz steht. Das Spiel wird richtungsweisend für uns. Doch momentan denke ich erst einmal an die Reise an die Weser.

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare