Patrick Erras beim Training von Werder Bremen am Ball
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Patrick Erras ist bei Werder Bremen noch nicht der gewünschte Durchbruch gelungen.

Patrick Erras kam vom 1. FC Nürnberg nach Bremen

Patrick Erras: Bei Werder in der Warteschleife

Bremen – Anfang August war es, da sprach Patrick Erras im Medienraum des Bremer Weserstadions einen dieser Sätze aus, die Fußballprofis nun mal aussprechen, wenn sie gerade zu einem neuen Verein gewechselt sind. „Ich will mich hier durchbeißen, reinkämpfen, den Trainer überzeugen und auf meine Einsätze kommen“, sagte der 25-Jährige, kurz nachdem er den 1. FC Nürnberg verlassen und einen Vertrag bei Werder Bremen unterschrieben hatte.

In Bremen, so Erras Ziel, wollte er endgültig den Schritt hin zum Bundesligaprofi machen. Dass es damit aber derart holprig laufen würde, dürfte er nicht geahnt haben. Mit dem erwähnten „durchbeißen, reinkämpfen und den Trainer überzeugen“ hat Patrick Erras offenkundig bis dato nur wenig Erfolg gehabt: Noch wartet er auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz für Werder Bremen. Trotz großer Personalnot im Mittelfeld deutet nur wenig darauf hin, dass sich daran im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr) etwas ändern wird.

Werder Bremen: Patrick Erras? Florian Kohfeldt braucht einen neuen Mann auf der Doppelsechs

Weil Kevin Möhwald (Gelb-Rot-Sperre) und Jean-Manuel Mbom (Gelbsperre) gegen die Schwaben nicht spielberechtigt sind, steht Trainer Florian Kohfeldt vor der Aufgabe, einen neuen Mann für den Job an der Seite von Maximilian Eggestein auf der Doppel-Sechs zu finden. Während der Vorbereitung hatte Erras diese Position noch mehrmals bekleidet, und Kohfeldt hatte daraufhin festgestellt, dass sich der Neuzugang mit einem Nebenmann vor der Abwehr wohler fühlt im Vergleich zur Rolle als alleiniger Sechser, um ihn dann – mit Ausnahme des Pokalspiels bei Carl Zeiss Jena – in Pflichtspielen nicht zu berücksichtigen. „Im Kader wird er sein, das kann ich auf jeden Fall verraten“, sagt Kohfeldt nun vor dem Stuttgart-Spiel über Erras – schiebt jedoch sogleich hinterher: „Es gibt bei uns aber eine Konkurrenzsituation, der er sich stellen muss.“

Erras' Hauptkonkurrent dürfte vor der Partie des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart Christian Groß heißen, der in dieser Saison sowohl als Teil der Dreierkette, aber eben auch als Baustein einer Doppel-Sechs gute bis sehr gute Leistungen abgeliefert hat – und demnach das Startelfrennen gegen Patrick Erras für sich entscheiden dürfte. Kohfeldt wehrt sich aber gegen den Eindruck, dass der 1,96-Meter-Mann bei ihm keine Chance hat. „Entgegen vieler Annahmen ist er bei mir alles andere als abgeschrieben“, sagt der Coach – und berichtet: „Wir arbeiten mit ihm. Wir sehen Dinge im Training, die er gut macht. Wir sehen aber auch weiterhin Dinge, die uns daran hindern, ihn regelmäßig in die Startelf zu stellen.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt hat Patrick Erras wurde an neun Spieltagen nur dreimal in den Kader berufen

Heißt also: Noch ist Patrick Erras in den Augen seines Trainers nicht weit genug für die Bundesliga, noch muss er sich in einigen Bereichen verbessern. „Es wäre Quatsch, wenn ich sagen würde, dass er alles gut und zur totalen Zufriedenheit macht“, sagt Kohfeldt, der Erras an bisher neun Spieltagen nur dreimal in den Kader berufen hat. Zwei Spiele verpasste der Ex-Nürnberger wegen einer Oberschenkelverletzung. Kohfeldt geht fest davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Erras bei Werder Bremen den entscheidenden Schritt macht, der ihn dann auch auf den Platz führt. „Klar ist, dass ich mit dem Spieler arbeiten will. Ich will, dass er besser wird“, betont der Trainer – und fasst sein Ziel noch einmal so zusammen: „Ich will, dass wir es gemeinsam schaffen, dass er bei Werder Bremen dauerhaft zum Bundesligaspieler wird.“ Erras dürfte ganz sicher nichts dagegen haben. Dem Vernehmen nach, will er seinen bisher holprigen Weg bei Werder auch über den Winter hinaus fortsetzen. Eine mögliche Ausleihe zu einem anderen Verein soll für ihn aktuell kein Thema sein. (dco)

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