Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Andreas Herzog und Rolf Fuhrmann.

DeichBlick-Kolumne: Thomas Schaaf schreibt für die DeichStube

„Per ist ein gutes Beispiel für Thomas“

Von Thomas Schaaf. Schöne Grüße aus London! Ich hatte das große Glück, am Sonntag beim letzten Spiel von Per Mertesacker dabei sein zu dürfen.

Seine Frau hat eine Überraschungsparty organisiert – das war wirklich klasse. Familie, Lehrer und Freunde waren dabei. Aber auch viele ehemalige Kollegen gerade aus seiner Zeit bei Werder wie zum Beispiel Clemens Fritz, Sebastian Prödl und Peter Niemeyer. Das zeigt mir, dass wir damals eine tolle Truppe hatten.

Im Stadion hat uns Per mit unseren Mertesacker-Trikots gar nicht wahrgenommen, auf der Party in seinem Lieblinsgpub war er dann überwältigt. Es ist schon toll, zu sehen, wie beliebt Per beim FC Arsenal ist. Natürlich stand der Abschied von Trainerlegende Arsene Wenger im Mittelpunkt, aber als Per dann in der 77. Minute eingewechselt wurde, gab es Standing Ovations und die Fans sangen das berühmt-berüchtigte Lied: The big fucking German. Einfach Wahnsinn!

Mertesacker bei Arsenal verabschiedet

Mertesacker bei Arsenal verabschiedet.
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet. © imago
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet.
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet. © imago
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet.
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet. © imago
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet.
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet. © imago
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet.
Mertesacker bei Arsenal verabschiedet. © imago

Per ist ein gutes Beispiel für eine tolle Karriere. Drei Jahre Hannover, fünf Jahre Bremen – und dann auf die Insel zu Arsenal. Das war ein gutes Timing. Es ist nicht einfach, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das gilt sicherlich auch für Thomas Delaney. Man muss akzeptieren, dass es sein Traum ist, in der Premier League zu spielen. Aber vielleicht kann man ihn ja davon überzeugen, nicht gerade jetzt zu gehen.

Er konnte in dieser Saison nach dem schlechten Start sehen, dass sich Werder gut entwickelt. Hier entsteht was, und da sollte man ihn vielleicht noch mehr mit ins Boot holen. Thomas kann ein wichtiger Teil davon sein. Wie sehr er sich mit Werder identifiziert, war doch immer deutlich auf dem Platz zu sehen. Die Leute mögen ihn, das ist auch nicht unwichtig. Vielleicht ist Per ein gutes Beispiel für ihn – und Thomas wartet noch mit einem Wechsel. Per hat es nicht geschadet. Im Gegenteil: Er ist stärker geworden und hat noch ganz viel erlebt.

Kohfeldt hat Werder einen Schirm verpasst

Für Werder wünsche ich mir ein positives Ergebnis zum Saisonabschluss in Mainz. Das wäre für das Gefühl schon gut. Ich weiß, in der Vergangenheit waren die Rückrunden oft gut, und dann gab es wieder einen schlechten Saisonstart. Das hatte viele Gründe. Ich finde, Florian Kohfeldt hat für mehr Stabilität gesorgt. Man hat die Hoffnung, dass die Mannschaft auch mal schlechteres Wetter überstehen kann. Florian hat ihr quasi einen Schirm verpasst. Und wird sie trotzdem mal nass, dann trocknet sie schnell wieder. Deswegen bin ich optimistisch.

Ganz persönlich freue ich mich auf meine neue Aufgabe als Technischer Direktor bei Werder. Es ist auch für mich sehr spannend. Wir wollen alle zusammen dafür sorgen, das Gesamtgebilde zu stärken und dass jeder weiß: Das ist Werder Bremen!

Thomas Schaaf

Zur Person: Erst Spieler, dann Trainer und bald Technischer Direktor – mehr Werder geht nicht. Und dabei war Thomas Schaaf extrem erfolgreich. Als Spieler (1978 bis 1995) holte er zwei Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und den Europapokal der Pokalsieger, als Trainer (1999 bis 2013) das Double und insgesamt dreimal den Pokal. Aktuell arbeitet der 57-Jährige als technischer Beobachter für die Uefa, ab 1. Juli übernimmt er zudem bei Werder den neuen Posten des Technischen Direktors.

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Thomas Schaaf: Seine Karriere in Bildern

Thomas Schaaf
Schon mit elf Jahren spielt Thomas Schaaf in der Jugend des SV Werder Bremen, sein Bundesliga-Debüt gibt er in der Saison 1978/79 kurz vor seinem 18. Geburtstag. In der Saison 79/80 steigt er mit Werder ab. © imago
Thomas Schaaf
In der Zweiten Liga wird Schaaf zum Stammspieler, steigt nach nur einer Saison wieder auf und wird zur festen Größe in der Bundesliga. 1988 feiert er erstmals die Deutsche Meisterschaft. © imago
Thomas Schaaf
Drei Jahre später folgt mit dem DFB-Pokal der nächste Titel. Schaaf hat in der Saison nur wenige Einsätze, fiebert im Elfermeterschießen von der Bank aus mit. © imago
Thomas Schaaf
Der Pokalsieg läutet die goldene Ära ein, die mit dem Europapokal 1992 ihren Höhepunkt findet. Schaaf kommt im Finale für den verletzten Thomas Wolter ins Spiel. © imago
Thomas Schaaf
In den folgenden Jahren geht es wieder auf den Rathausbalkon: Werder holt 1993 die Schale erneut an die Weser... © imago
Thomas Schaaf
...und im Jahr darauf gibt es eine weitere Gravur auf dem DFB-Pokal. Thomas Schaaf (ganz rechts) ist da schon seltener auf dem Platz zu finden. 1995 beendet er seine Karriere nach 262 Bundesligaspielen. © imago
Thomas Schaaf
Auch nach dem Karriereende bleibt er dem Verein treu, wird erst Jugendtrainer und übernimmt 1999 kurz vor Saisonende die Profis. Er rettet die Mannschaft vor dem Abstieg und gewinnt einen Monat später seinen dritten Pokal – sein erster Titel als Trainer. © imago
Thomas Schaaf
2004 schafft er dann, was zuvor noch keinem bei Werder gelang: Seine Mannschaft holt zuerst die Meisterschaft... © nordphoto
Thomas Schaaf
...und dann noch den Pokal in die Hansestadt. Trainer Schaaf wird als Double-Coach zur Legende. © nordphoto
Thomas Schaaf
Zusammen mit Sportchef Klaus Allofs, seinem ehemaligen Teamkollegen, prägt er ein erfolgreiches Jahrzehnt der Grün-Weißen. © nordphoto
Thomas Schaaf
In dieser Zeit ist Werder Bremen Dauergast im internationalen Wettbewerb. Trainer Schaaf kleidet sich dem Anlass entsprechend. © nordphoto
Thomas Schaaf
Seinen letzten Titel holt er 2009: Bremen verliert zwar das Finale des UEFA-Cups, geht aber zehn Tage später in Berlin als Sieger vom Platz. © nordphoto
Thomas Schaaf
Als 2013 die Erfolge nach zwei schwierigen Spielzeiten ganz ausbleiben, trennt sich der Verein schließlich nach 14 Jahren von Thomas Schaaf. Länger war nur Otto Rehhagel bei Werder im Amt. © nordphoto
Thomas Schaaf
Nach nur einem Jahr kehrt Schaaf jedoch in die Bundesliga zurück. Es folgen kurze Anstellungen bei Eintracht Frankfurt (2014/15)... © nordphoto
Thomas Schaaf
...und Hannover 96 (2015/16). Nach knapp vier Monaten wird er von den Niedersachsen beurlaubt. Es ist seine bisher letzte Trainerstation. © nordphoto
Thomas Schaaf
Bei der EM 2016 ist er dann als Beobachter für die UEFA tätig. Im Oktober 2017 ist Thomas Schaaf im Gespräch als Kandidat für den geplanten Posten des Technischen Direktors bei seinem Heimatklub Werder Bremen. © Gumz
Seit dem 30. April 2018 ist klar: Thomas Schaaf kehrt zum SV Werder zurück und besetzt ab dem 1. Juli die Position des Technischen Direktors.
Seit dem 30. April 2018 ist klar: Thomas Schaaf kehrt zum SV Werder zurück und besetzt ab dem 1. Juli die Position des Technischen Direktors. © gumzmedia

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