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Philipp Bargfrede feierte gegen RB Leipzig sein Comeback für Werder Bremen. Es war sein erster Einsatz seit dem 8. März.

Comeback gegen RB Leipzig

Bargfrede: Das „Phänomen“ kehrt auf den Platz zurück

Bremen – Es war nur eine kurze Geste, ausgeführt mit dem rechten Arm, um dem gerade Gesagten noch einmal Nachdruck zu verleihen – und sie traf mitten ins Schwarze! Nach der 0:3-Pleite von Werder Bremen gegen RB Leipzig hatte Philipp Bargfrede einem Journalisten unabsichtlich das Handy aus der Hand geschlagen.

Das Gerät ging danach augenblicklich zu Boden, aber nicht zu Bruch. Philipp Bargfrede hob es auf, entschuldigte sich – nichts passiert, schnell wieder vergessen. Und dennoch: Diese kleine Szene aus der Interviewzone des Weserstadions, sie hatte am Samstagabend durchaus etwas Sinnbildliches: der Abräumer von Werder Bremen ist wieder da!

Während der Partie gegen Leipzig war Philipp Bargfrede erstmals seit dem 8. März wieder zum Einsatz gekommen, nachdem er sich in der Zwischenzeit von einer Knie-Operation erholt hatte. „Es ist schön für mich, dass ich endlich wieder dabei bin“, sagte der 30-Jährige, der in der 66. Minute für Maximilian Eggestein eingewechselt worden war. Und das getan hatte, was er immer tut, wenn er nach längeren Verletzungen zurückkehrt: Er hatte sich nahtlos eingefügt.

Florian Kohfeldt: Philipp Bargfrede „für seine Verhältnisse extrem fit“

„Seine Leistung war sehr in Ordnung“, hielt Florian Kohfeldt nach der Partie gegen RB Leipzig fest. Und Werders Trainer war dabei deutlich anzumerken, dass er innerlich aufatmet, im Mittelfeld nun wieder eine Alternative mehr zu haben. Kohfeldt hatte mit seinem Spieler im Vorfeld besprochen, dass dieser bei seinem Comeback nur als Teilzeitkraft eingeplant wird. 

„Es war klar, dass es bei Bargi nur für 25 bis 30 Minuten reicht“, berichtete der Coach später – und schob sofort hinterher: „Da ging es aber nicht um seine Gesundheit. Bargi ist für seine Verhältnisse extrem fit.“ Für seine Verhältnisse – eine Einschränkung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass Bargfrede in seiner Laufbahn eben schon etliche mittelschwere bis schwere Verletzungen hinter sich hat. Wiedergekommen ist er bisher immer. So auch dieses Mal.

Werder Bremen: Philipp Bargfrede gegen BVB wohl nicht in der Startelf

„Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu sprechen. Er ist ein Phänomen, so wie er immer wieder zurückkommt“, sagte Sportchef Frank Baumann nach Bargfredes jüngstem Comeback, bat aber sogleich darum, die Erwartungen an den Spieler nicht zu hoch zu schrauben. „Er ist noch nicht bei 100 Prozent, und das wird auch noch einige Wochen dauern.“ Laut Kohfeldt ist Bargfrede für das kommende Spiel bei Borussia Dortmund eher noch kein Kandidat für die Startelf. „Er hat heute ja auch ein bisschen gepumpt. Das ist ganz normal, denn er braucht jetzt Trainings- und Spielrhythmus.“

Und tatsächlich: Als Philipp Bargfrede nach dem Spiel mit den Journalisten sprach, rann ihm der Schweiß in Strömen von der Stirn. Nachdem das Handy längst wieder aufgehoben war, sagte er noch folgenden Satz, bezogen auf die Verletztenmisere bei Werder Bremen: „Natürlich fehlen uns wichtige Leute, das müssen wir nicht wegdiskutieren. Aber die, die auf dem Platz stehen, müssen einfach Leistung bringen.“ Schön, dass er wieder einer von ihnen ist. (dco)

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Gegen RB Leipzig hat Benjamin Goller sein Bundesliga-Startelf-Debüt für Werder Bremen gefeiert. Das Talent wurde einfach reingeschmissen und hat sich freigeschwommen. Derweil müssen die Grün-Weißen in den Offensive zwei Verletzungen auffangen: Ohne Herz und Hirn - so schwer wiegt der Ausfall von Niclas Füllkrug und Yuya Osako bei Werder Bremen. Mittlerweile bahnt sich eine Rückkehr von Ömer Toprak in den Kader von Werder Bremen an - der Innenverteidiger könnte schon für das Spiel gegen den BVB eine Option sein. Stürmer Niclas Füllkrug von Werder Bremen spricht im Interview unter anderem über seine seinen schweren Rückschlag nach seiner erneuten Knieverletzung.

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