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Philipp Bargfrede agierte im Pokalspiel Werder gegen Freiburg als Sechser in der Mittelfeldraute. Räumte dabei wie immer viel ab und mutierte zum Torjäger.

Baumann rechnet mit Verlängerung

Bargfrede soll für immer Werderaner bleiben

Bremen - An der Qualität von Philipp Bargfrede hat noch nie jemand gezweifelt. „Jetzt wird er auch noch torgefährlich“, schwärmt Werder-Coach Florian Kohfeldt. Bargfrede ist ohne Frage einer der besten Werder-Spieler der Hinrunde. Aber Vorsicht, der Vertrag des 28-Jährigen läuft am Saisonende aus.

Bislang wurde das Thema Vertragsverlängerung von beiden Parteien kleingeredet, doch nun erklärt Sportchef Frank Baumann gegenüber der DeichStube: „Ich kann nicht sagen, wann wir die nächsten Gespräche führen oder es verkünden werden, aber ich bin sehr optimistisch, dass Bargi auch in den nächsten Jahren unser Trikot tragen wird.“

Und wenn gerade bei Bargfrede von den nächsten Jahren die Rede ist, dann heißt das auch: Der Mittelfeldspieler soll für immer ein Werderaner bleiben. Denn nach seinen vielen Knieverletzungen wird Bargfrede sicherlich nicht bis Mitte 30 spielen können. Immer wieder stoppte ihn sein Körper, auch in dieser Saison hat er durchaus zu kämpfen. Auch ohne große Verletzungen. Er muss seine Trainingsintensität besonders steuern, um die Knie nicht zu überlasten. Das ging etwas auf Kosten der Fitness. Mitte der zweiten Halbzeit musste der Sechser in der Hinrunde oftmals ausgewechselt werden. Doch das Thema hat sich offenbar erledigt.

„Ich schätze Bargi sehr, bin sehr froh, wenn er auf dem Platz steht. Und ich bin da auch sehr guter Hoffnung, dass es so weitergeht, weil er jetzt wieder in einem sehr guten körperlichen Zustand ist“, sagt Kohfeldt und betont: „Philipp hat im letzten Spiel noch mal bewiesen, dass er auch auf der Sechserposition 90 Minuten auf hohem Niveau spielen kann. Ich bin mit seinem Zustand extrem zufrieden.“ Beim 3:2-Sieg im Pokal gegen Freiburg räumte Bargfrede vor der Abwehr ab und erzielte das zwischenzeitliche 3:1. Schon wenige Tage zuvor hatte der 28-Jährige in der Bundesliga beim 2:2 gegen Mainz getroffen.

Er kennt noch die gute alte Zeit bei Werder

„Ich freue mich, dass er durch die Tore eine noch höhere Aufmerksamkeit bekommen hat als sonst. Das hat sich Bargi einfach verdient“, findet Baumann, der selbst früher auf ähnlicher Position eher selten im Rampenlicht stand. Seine Entscheidung 1999 für Werder war letztlich auch eine fürs Leben, denn „Baumi“ ging nie mehr weg und arbeitet inzwischen als Sportchef für den Club. Bei Bargfrede ist ähnliches möglich. „Die Identifikation von ihm mit dem Verein ist extrem hoch. Man spürt, dass er jeden Grashalm von Platz 11 bis ins Weserstadion kennt“, sagt Kohfeldt: „Sein Weg bei Werder ist etwas Besonderes. Das wissen wir zu schätzen, das weiß Bargi aber auch zu schätzen. Als Spieler, als Typ, als Mensch ist es einfach nur schön, dass er da ist und wir auf ihn bauen können.“

2008 unterschrieb Philipp Bargfrede bei den Grün-Weißen einen Profivertrag, kickte zunächst noch für die U23, absolvierte die Vorbereitung aber bereits unter Trainer Thomas Schaaf mit der ersten Mannschaft.

Schon 2004 kam Bargfrede zu Werder – als 15-Jähriger. Weit hatte er es nicht, sein Heimatort Heeslingen ist nur 60 Kilometer entfernt. Seit 2009 gehört er schon zum Bundesliga-Kader, hat sogar sechs Mal in der Champions League gespielt. Er kennt noch die gute alte Zeit bei Werder. Vielleicht urteilt Kohfeldt auch deshalb über ihn: „Er verkörpert einfach diesen puren Willen, Spiele gewinnen zu wollen.“ Das hat Werder früher ausgezeichnet und stark gemacht.

Bargfrede ist ein Publikumsliebling

Die Stars von damals kicken längst woanders oder gar nicht mehr. Bargfrede ist noch da und wichtiger denn je. Kohfeldt nennt ihn „den Balleroberer“. Aber er sei auch einer, „der mit Ball in der Lage ist, unser Spiel anzubringen auf der wichtigen Sechserposition. Er ist sehr passsicher, hat einen guten ersten Kontakt.“ Jetzt kämen auch noch die Tore dazu. „Das ist auch etwas, das mir neu ist“, gesteht Kohfeldt: „Aber ich freue mich darüber.“ Die Fans sowieso. Bargfrede ist ein Publikumsliebling – allerdings auf eine etwas andere Art. Er mag es lieber etwas leiser, tritt eher bescheiden auf. Als er neulich auf seinen auslaufenden Vertrag angesprochen wurde, sagte er nur: „Im Moment gibt es wichtigere Dinge für Werder.“ Er meinte den Abstiegskampf. Im Nebensatz teilte er noch mit, dass er sich mit seiner Familie in Bremen sehr wohl fühlt. Die Vertragsverlängerung dürfte demnach nur noch Formsache sein.

Philipp Bargfrede: Seine Karriere in Bildern

Philipp Bargfrede ist ein echter Ur-Bremer. Seit 2004 spielt der Defensivmann schon für Werder. Mit dem Fußballspielen angefangen hatte er beim TuS 1906 Heeslingen. Seine Karriere in Bildern.
Philipp Bargfrede ist ein echter Ur-Bremer. Seit 2004 spielt der Defensivmann schon für Werder. Mit dem Fußballspielen angefangen hatte er beim TuS 1906 Heeslingen. Seine Karriere in Bildern. © Gumz
Im Alter von von 15 Jahren wechselte der defensive Mittelfeldspieler in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen. Dort unterlief er die Teams von der U17 bis zur U19.
Im Alter von von 15 Jahren wechselte der defensive Mittelfeldspieler in die Jugendabteilung des SV Werder Bremen. Dort unterlief er die Teams von der U17 bis zur U19. © imago
2008 unterschrieb er bei den Grün-Weißen einen Profivertrag, kickte zunächst noch für die U23, absolvierte die Vorbereitung aber bereits unter Trainer Thomas Schaaf mit der ersten Mannschaft.
2008 unterschrieb er bei den Grün-Weißen einen Profivertrag, kickte zunächst noch für die U23, absolvierte die Vorbereitung aber bereits unter Trainer Thomas Schaaf mit der ersten Mannschaft. © imago
Sein Bundesliga-Debüt feierte er bei der 2:3-Auftaktniederlage gegen Eintracht Frankfurt am 8. August 2009. Bargfrede kam in der 74. Minute für Tim Borowksi ins Spiel.
Sein Bundesliga-Debüt feierte er bei der 2:3-Auftaktniederlage gegen Eintracht Frankfurt am 8. August 2009. Bargfrede kam in der 74. Minute für Tim Borowksi ins Spiel. © imago
Bis zum ersten Treffer im deutschen Fußball-Oberhaus musste sich Bargfrede aber lange gedulden. Erst am 14. Spieltag der Saison 2013/14 traf er - gegen die TSG Hoffenheim in der Nachspielzeit zum 4:4.
Bis zum ersten Treffer im deutschen Fußball-Oberhaus musste sich Bargfrede aber lange gedulden. Erst am 14. Spieltag der Saison 2013/14 traf er - gegen die TSG Hoffenheim in der Nachspielzeit zum 4:4. © imago
Apropros Hoffenheim: Die TSG ist Bargfredes absoluter Lieblingsgegner - zumindest was das Toreschießen betrifft. Viermal traf er bisher gegen Hoffenheim - so oft wie gegen keinen anderen Club.
Apropros Hoffenheim: Die TSG ist Bargfredes absoluter Lieblingsgegner - zumindest was das Toreschießen betrifft. Viermal traf er bisher gegen Hoffenheim - so oft wie gegen keinen anderen Club. © gumzmedia
In seiner Laufbahn musste der Fußballprofi allerdings auch viele Rückschläge hinnehmen. Bargfrede war schon öfter schwer verletzt. Immer wieder bereitete ihm sein Meniskus im Knie Probleme und zwang ihn zu langen Pausen.
In seiner Laufbahn musste der Fußballprofi allerdings auch viele Rückschläge hinnehmen. Bargfrede war schon öfter schwer verletzt. Immer wieder bereitete ihm sein Meniskus im Knie Probleme und zwang ihn zu langen Pausen. © imago
Doch der Mittelfeldspieler ist immer wieder stark zurückgekommen, war nach seinen Verletzungen prompt wieder bei 100 Prozent.
Doch der Mittelfeldspieler ist immer wieder stark zurückgekommen, war nach seinen Verletzungen prompt wieder bei 100 Prozent. © gumzmedia
Im März 2018 bestätigte Bargfrede gegenüber der DeichStube: „Ich bleibe bei Werder“.
Im März 2018 bestätigte Bargfrede gegenüber der DeichStube: „Ich bleibe bei Werder“. © gumzmedia

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