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Philipp Max vom FC Augsburg will auch gegen den SV Werder Bremen wieder Grund zum Jubeln haben.

Klemm-Brett vor Augsburg

FCA-Verteidiger Philipp Max im Interview vor Werder-Spiel: „In Augsburg nichts zu holen“

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 20. Spieltag geht es um den FC Augsburg.

Interview mit Philipp Max vom FC Augsburg

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt: Steckt Augsburg wieder mittendrin im Abstiegskampf?

Das Wort wieder ist in meinen Augen falsch. Wir stecken so lange im Abstiegskampf bis wir rechnerisch gerettet sind. So gehen wir in eine Saison und dessen sind wir uns in Augsburg immer bewusst. Aber: Wir haben uns trotz der jüngsten drei Niederlagen ein kleines Polster erarbeitet, das wir in den nächsten Spielen ausbauen wollen.

Augsburg oder Bremen - für wen ist die Lage brenzliger?

Ein Blick auf die Tabelle zeigt eine Zwischenbilanz nach 19 Spieltagen. Ich möchte gar nicht bewerten, für wen die Lage brenzliger ist. Fakt ist, dass wir aktuell sechs Zähler vor Werder Bremen liegen.

Hätten Sie Werder so weit unten erwartet? 

Nein, ich hätte Ihnen schon eine bessere Platzierung zugetraut und sehe auch große Qualität im Kader und kann mir gut vorstellen, dass sie sich unten rausarbeiten, auch wenn in Augsburg keine Punkte für sie zu holen sein sollen.

Hinteregger und Gregoritsch durften gehen, Sie wollten weg und mussten bleiben. Was haben Sie falsch gemacht?

Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ambitioniert bin und irgendwann gerne auch den nächsten Schritt machen möchte. Aber ich habe einen Vertrag in Augsburg bis 2022 unterschrieben und den respektiere ich. Ich gebe 100 Prozent für den Verein, so wie ich es immer gemacht habe, weil ich dem Verein immer etwas zurückgeben möchte.

Träumen Sie noch von der Nationalelf?

Jeder kleine Junge und jeder Fußballer träumt doch davon, für sein Land zu spielen. Aber durch Worte konnte noch niemand den Traum wahr werden lassen. Daher bin ich bei dem Thema mittlerweile sehr entspannt, gebe alles für unsere Mannschaft. Alles Weitere wird man sehen.

Wissenswertes vor dem Auswärtsspiel von Werder Bremen beim FC Augsburg: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett. Mit Philipp Max im Interview.

Spruch von Augsburg-Stürmer Florian Niederlechner

„Früher habe ich am Tag fünf Latte Macchiatos getrunken, am Nachmittag gab es immer einen Döner oder eine Pizza. Und wenn am Donnerstag irgendwo eine gute Party war, bin ich da auch noch weggegangen. Da habe ich keine Sekunde daran gedacht, dass ich mal in der Bundesliga lande.“

Affront von Michael Gregoritsch

„Hauptsache weg!“ So drastisch hatte Michael Gregoritsch, in Augsburg kaum noch berücksichtigt, seinen Wechselwunsch geäußert. Die Bosse hatten dies als Affront bewertet und den 25-Jährigen suspendiert. Vorübergehend, denn die Parteien setzten sich zusammen, um den Fall zu klären. Gregoritsch entschuldigte sich und wurde begnadigt. „Die Angelegenheit ist aus der Welt“, kommentierte Augsburgs Manager Stefan Reuter, der gleichzeitig betonte, dass es bestimmte Zeiten gebe, in denen über Transfers gesprochen werde.

Soll sagen: In der Winterpause ist der richtige Zeitpunkt für derartige Überlegungen. Gesagt, getan: Der Österreicher spielt in der Rückrunde für Schalke 04. Er wurde ausgeliehen, ohne Kaufoption. Gregoritsch, in der Hinserie nur ganze 303 Minuten auf dem Rasen, stand im Sommer auf der Bremer Wunschliste. Zu einem Transfer ist es nicht gekommen. Es sei nicht an zu hohen Ablöseforderungen gescheitert, stellte Reuter klar. „Werder hat einen Termin abgesagt, bei dem wir ausloten wollten, ob es einen gemeinsamen Nenner gibt.“ Nach der jüngsten Entwicklung um den Österreicher gab es eine erneute Absage aus der Hansestadt.

Florian Niederlechner - der Volltreffer-Transfer für den FC Augsburg

Was für ein Volltreffer auf dem Transfermarkt: Florian Niederlechner erwies sich als Hauptgewinn. Der 29-Jährige, aus Freiburg gekommen, bewährte sich als Vollstrecker und Vorlagengeber. Seine persönliche Bilanz zur Halbzeit: acht Tore, neun Assists. Damit lag der Augsburger in der Scorerliste auf dem vierten Rang – hinter Timo Werner, Robert Lewandowski und Jadon Sancho. „Ich bekomme das Vertrauen der Mannschaft und vom Trainer“, analysiert Niederlechner seinen Lauf. 

Dieser erinnert an seine Glanzzeit in Freiburg: In der Saison 2016/17 gelangen ihm elf Tore und zwei Vorlagen, bevor ihn ein Kniescheibenbruch und ein Syndesmosebandanriss zurückwarfen. Träumt der Oberbayer, der sich in Schwaben auch privat pudelwohl fühlt, von der Nationalelf? Daran verschwende er keinen Gedanken, sagt der Augsburger Shootingstar. „Ich freue mich über die geile Hinserie und hoffe auf eine ähnliche Rückrunde. Wenn Jogi Löw anrufen sollte, würde ich natürlich sofort rangehen. Es wäre Wahnsinn.“

Kapitän Daniel Baier verlängert Vertrag beim FCA

Beim Neujahresempfang für die Sponsoren machten die Augsburger die frühe Kunde publik: Daniel Baier hat seinen zum Saisonende auflaufenden Vertrag vorzeitig verlängert. Der neue Kontrakt ist bis Sommer 2021 datiert. „Ich habe immer betont, dass ich gern weiterspielen möchte, solange es Spaß macht und ich der Mannschaft helfen kann“, kommentierte der 35-Jährige. Der Kapitän spielt seit 2010 für die Schwaben, geht in seine 13. Saison als Profi. „100 Prozent FCA“, würdigt Manager Stefan Reuter den vereinstreuen Profi. Dass ein Spieler so lange bei einem Verein spielt, sei in der heutigen Zeit schon bemerkenswert.

Hinspiel Werder Bremen gegen FC Augsburg

Augsburg war am dritten Spieltag ein dankbarer Gegner. Werder ging dreimal in Führung, holte am Ende die ersten drei Punkte in der Saison: 3:2 lautete der Endstand. Es begann rasant: Feiner Pass von Niclas Füllkrug, Solo von Yuya Osako von der Mittellinie mit cleverer Vollendung zum 1:0. Sehenswert auch der Augsburger Konter: Flanke von Stephan Lichtsteiner, Kopfball von Ruben Vargas zum 1:1.

Die Antwort aus Bremen: Hoher Ball von Nuri Sahin, den Josh Sargent mit einem Lupfer veredelte. Werder diktierte die Partie, doch die Gäste machten den erneuten Ausgleich durch Vargas nach nur 52 Sekunden im zweiten Abschnitt. Es folgte Dauerdruck der Hanseaten, die belohnt wurden: Osako machte sein zweites Tor nach einer Friedl-Flanke zum 3:2, um das Werder zum Schluss noch zittern musste.

Statistik zwischen Werder Bremen und dem FC Augsburg

Eine negative Bilanz weist Werder Bremen gegen den FC Augsburg in der Liga auf. Von 17 Partien verlor die Mannschaft acht, gewann nur sieben und spielte zwei Mal remis. In Augsburg setzte es vier Niederlagen bei drei Siegen und einem Unentschieden.

Werder Bremen: Erfolgserlebnisse in Augsburg

Zuletzt feierte Bremen zwei Erfolgserlebnisse bei den Schwaben. Die letzten beiden Auswärtsspiele in Augsburg führten zu Siegen. 3:2 am vierten Spieltag der Saison 2018/19 nach Toren von Max Kruse, Maximilian Eggestein und Davy Klaassen bei Gegentreffern von Ja-Cheol Koo und Philipp Max, 3:1 am 27. Spieltag der Saison 2017/18, als zweimal Ishak Belfodil und einmal Max Kruse erfolgreich waren bei einem Gegentor von Rani Khedira.

Augsburgs Spätzünder Noah Joel Sarenren Bazee

Er kam im Sommer, doch er musste warten. Noah Joel Sarenren Bazee, Neuzugang aus Hannover, wo er durch seine Verletzungsanfälligkeit aufgefallen ist, ließ sich bewusst viel Zeit und gestattete sich eine sechsmonatige Anlaufzeit in Augsburg. „So war es mit dem Club abgesprochen“, berichtete der Niedersachse mit nigerianischen Wurzeln, Anfang Januar 2019 durch einen Syndesmoseriss ausgefallen. 

Stabilisierung des Rumpfs, Aufbau der Muskeln, viel Arbeit am Sprunggelenk – so machte sich der 23-Jährige fit. Er lief für die U23 auf, agierte in Tests für die Profis, erhielt im Dezember zwei Nominierungen für den Liga-Kader und feierte nun im Spiel gegen Dortmund seinen Einstand. Der Spätzünder hofft auf eine starke Rückserie. Trainer Martin Schmidt hält viel und erwartet viel von dem Jungen, den er den „Dembelé Deutschlands“ taufte: „Im Frühjahr kann er zur Überraschung werden.“

Augsburg-Neuzugang Eduard Löwen

Sie holten ihn aus Berlin. Eduard Löwen wurde von Hertha BSC bis 2021 ausgeliehen, anschließende Kaufoption vereinbart. Es klappte im zweiten Anlauf mit dem Deal, denn die Augsburger wollten den ehemaligen Nürnberger schon im Sommer. Der Junioren-Nationalspieler soll so Trainer Schmidt mehr Variabilität ins Mittelfeldspiel bringen. Der 22-Jährige kann sowohl als Zehner als auch im defensiven Zentrum spielen, soll so die Lücke schließen, die der zu Schalke vorläufig abgewanderte Michael Gregoritsch hinterlässt.

Am Deadline Day haben derweil die Grün-Weißen einen Stürmer von Hertha geholt: Davie Selke wechselt zu Werder Bremen.

Julian Schieber beim FCA auf dem Abstellgleis

Irgendwie läuft es nicht bei ihm. Julian Schieber ist auf dem Abstellgleis gelandet. Nur zwei Kurzeinsätze in der Hinrunde als Joker, Trainer Schmidt setzt nicht so sehr auf einen Strafraumstürmer bei dem angesagten Umschaltspiel. Der Status quo für Schieber: Stürmer Nummer vier hinter Florian Niederlechner, Alfred Finnbogason und Sergio Cordova. Schieber realistisch: „Mein Ziel ist, wieder in den Kader zu kommen. Wenn ich eine Chance kriege, muss ich sie nutzen.“

Talente-Manager Christoph Janker

Für ihn wurde eigens eine neue Stelle geschaffen: Christoph Janker wird Talente-Manager beim FCA, soll die Nachwuchsförderung entwickeln. Als Bindeglied zwischen Nachwuchsabteilung und Lizenzmannschaft ist er eingeplant. Zudem soll sich der 34-jährige Ex-Profi (unter anderem bei Bayern München) um die Leihspieler kümmern. Janker, der zwischen 2015 und 2019 auch für Augsburg spielte, ist der dritte frühere Profi, der im Club tätig ist – nach Tobias Werner (Trainee auf der Geschäftsstelle) und Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Mitglied im Aufsichtsrat).

Form des FC Augsburg

Zwei Niederlagen zum Start der zweiten Saisonhälfte: Augsburg verlor am letzten Wochenende mit 0:2 bei Union Berlin nach Toren von Neven Subotic und Marcus Ingvartsen. Fazit aus Augsburger Sicht: hinten anfällig, vorne ungefährlich. In der Schlussphase feierte Alfred Finnbogason sein Comeback, ließ indes zwei gute Chancen aus. Besser präsentierte sich der FCA eine Woche zuvor gegen Dortmund. Die Sensation lag in der Luft. 2:0 und 3:1 geführt, 60 Minuten die Borussia aus Dortmund beherrscht, doch am Ende nach der Haaland-Show noch mit 3:5 im Hintertreffen. „Eigentlich unglaublich, dass wir noch verloren haben“, stöhnte Jeffrey Gouweleeuw.

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