Dikeni Salifou soll in der U23 des SV Werder Bremen Spielpraxis sammeln.
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Dikeni Salifou soll in der U23 des SV Werder Bremen Spielpraxis sammeln.

Werder-Sechser soll in U23 Spielpraxis sammeln

Zurück zu alter Sicherheit: Wie Werder mit dem lange verletzten Neuzugang Dikeni Salifou plant

Bremen – Es waren forsche Worte, mit den Dikeni Salifou vor wenigen Monaten beim SV Werder Bremen angetreten war. „Ich denke, dass ich mich mit meinen Fähigkeiten durchsetzen kann, denn ich glaube, dass ich Fähigkeiten habe, die andere nicht haben“, hatte der 19-Jährige bei seiner Vorstellung gesagt. 

Seit diesem Tag Ende Juni ist einige Zeit vergangenen, für den Ex-Augsburger war sie nicht immer schön. Denn schon als er zu besagtem, seinem ersten großen Medientermin antrat, war Dikeni Salifou verletzt. Eine Blessur an den Adduktoren störte - und da sie sich hartnäckig hielt, gab es seither mehr Reha in Donaustauf denn mannschaftliches Training am Osterdeich. Doch die Phase des Leidens scheint überstanden. Nun soll der defensive Mittelfeldspieler beim SV Werder Bremen langsam aufgebaut werden – zuletzt kam aber fast doch wieder alles anders.

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Nach Verletzung: Wie Sechser Dikeni Salifou jetzt beim SV Werder Bremen herangeführt werden soll

„Ja, im Fußball ist nicht alles immer so richtig planbar“, sagt auch Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, lächelnd. Dikeni Salifou tauchte nämlich plötzlich auf dem Spielberichtsbogen der Profis auf, zwei Mal sogar. Im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn (6:7 nach Elfmeterschießen) und in der Bundesliga gegen den SC Freiburg (0:2) war er aufgrund der großen Personalnot von Werder Bremen jeweils in den Kader gerutscht. Läuft alles geordnet, dann soll das aber vorerst die Ausnahme bleiben. Und zwar aus gutem Grund. „Dikeni kam im Sommer aus einer Verletzung, war dann fit, konnte die ersten zehn Tage der Vorbereitung mitmachen, ist dann aber länger ausgefallen. Das muss man richtig einordnen“, betont Fritz. „Für uns ist es wichtig, dass er über Spielpraxis und über Spielzeit wieder zu seiner Sicherheit, zu seinem Spiel findet und sich die nötige Match-Fitness holt. Deswegen ist geplant, dass er die nächsten Wochen auch das ein oder andere Spiel bei der U23 macht.“

Vor diesem Wochenende hat Dikeni Salifou das erst ein Mal getan. Mitte Oktober debütierte Salifou in einem Pflichtspiel für Werder Bremen, beim 4:2-Erfolg des Bremer Nachwuchses gegen Kickers Emden war er 45 Minuten lang dabei, bereitete sogar einen Treffer vor. Zum Nachahmer in den beiden folgenden Partien gegen den SSV Jeddeloh oder Bremer SV konnte er aber gar nicht erst werden, weil er plötzlich auf der Bank der Profis gebraucht wurde. Ärgernis und schönes Erlebnis zugleich. „Ich finde, er hat es jetzt gerade seit er wieder im Mannschaftstraining ist, sehr gut gemacht – und auch beim Spiel der U23“, lobt Fritz den genesenen Hoffnungsträger. „Den Weg muss er weitergehen, und wir wollen ihm jetzt die nötige Zeit geben, sich diese Fitness, diese Spielfitness auch zu holen.“

Werder Bremen: Neuzugang Dikeni Salifou und die Doppelbelastung

Genau deshalb fehlte Salifou auch am Donnerstagmorgen beim Abschlusstraining der Profis. Nicht etwa, weil er schon wieder verletzt war, sondern weil er am Mittag bei der U23 des SV Werder Bremen unter den Augen des dortigen Trainers Konrad Fünfstück arbeitete. Dort stand die Vorbereitung auf das nächste Regionalliga-Duell bei Hannover 96 II auf dem Programm. Eine gute Gelegenheit für Dikeni Salifou also, um den nächsten Schritt zu machen. Im Idealfall geht es für ihn jetzt also so richtig los in Bremen. Mit einer Verzögerung, die der Körper nach der vorherigen Zeit in Augsburg vielleicht auch einfach mal gebraucht hat. „Bis zum Sommer hatte er ja noch Schule. Das ist eine Doppelbelastung, die man auch berücksichtigen muss“, mahnt Fritz. „In Bayern zum Beispiel sind immer recht spät Ferien. Und eigentlich hatte er deshalb in den letzten drei, vier Jahren nie so richtig Urlaub.“ Der rasante Aufstieg zu den FCA-Profis, bei denen Salifou auch im Süden Deutschlands schon mitübte, brachte nämlich auch einen veränderten Terminkalender mit sich. „Wenn die anderen Jungs Urlaub hatten, dann war er noch in der Schule. Als dann seine Schulkollegen Ferien hatten, war er auf dem Trainingsplatz“, verdeutlicht Clemens Fritz.

Diese Strapazen haben jedoch immerhin dazu geführt, dass sie beim SV Werder Bremen auf den 19-Jährigen aufmerksam wurden. Er könnte in naher Zukunft eine Alternative für die Sechserposition sein, über die in Bremen schon seit Jahren gern und ausgiebig diskutiert wird. Bislang ist dort Christian Groß im System von Trainer Ole Werner gesetzt gewesen, als erster Vertreter steht Ilia Gruev bereit. Auch Nicolai Rapp oder Niklas Stark fühlen sich dort alles andere als unwohl. „Wie wir im Detail im Winter durch die längere Pause mit ihm umgehen, das werden wir jetzt die Tage in Ruhe besprechen“, kündigt Clemens Fritz an. Der Weg für Dikeni Salifou wird also nicht einfach. Aber wenigstens kann er ihn jetzt beschreiten. Wenn er gesund bleibt. (mbü)

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