Die Enttäuschung ist Maximilian Eggestein nach der Niederlage von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg anzusehen.
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Die Enttäuschung ist Maximilian Eggestein nach der Niederlage von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg anzusehen.

Maximilian Eggestein zu Gast in Talkformat

Werder Bremen und die schwierige Suche nach Selbstvertrauen

Bremen - Es dürfte eine ganze Reihe an Dingen gegeben haben, die Maximilian Eggestein am Montagmittag lieber gemacht hätte.

Seine Steuererklärung vielleicht. Oder den Hausputz. Womöglich wäre er auch lieber zum Zahnarzt gegangen, denn viel unangenehmer als das, was da tatsächlich in seinem Terminplan stand, hätte es ohnehin nicht werden können. Im Talkformat eines Sponsors sollte er über Werder Bremens aktuelle sportliche Lage sprechen. Na Mahlzeit! Aber Verpflichtungen sind eben Verpflichtungen, und so ging der 23-Jährige pünktlich um 12.00 Uhr mittags bei Facebook auf Sendung.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein sendet Botschaften

Eine knappe Viertelstunde lang beantwortete Eggestein Fragen, in der Spitze sahen knapp 700 Menschen zu. Und was sie zu hören bekamen, war durchaus erwartbar. Eine kleine Auswahl: „Die Torgefährlichkeit geht uns ab.“ „Wir müssen den Rückstand auf Düsseldorf aufholen, egal wie.“ „Es ist nichts unmöglich, wir wissen ja, dass wir es können.“ Es waren Aussagen, wie sie Trainer Florian Kohfeldt und auch Sportchef Frank Baumann bereits einen Tag zuvor in ähnlicher Form geäußert hatten, einheitlicher Vereins-Tenor. 

Aber was sollte Eggestein auch anderes sagen? Sich auskotzen? Rhetorisch auf den blank polierten Glastisch vor sich hauen? Das hätte, jetzt, wo die Nerven ohnehin bis knapp vorm Zerreißen gespannt sind, womöglich mehr Unruhe denn positiven Effekt gebracht. Also: Formulierungen nach Vorschrift, die political correctness des Fußballs. Dabei oft verwendet: „ein Stück weit“, jener Ausspruch, mit dem in der Fußballbranche nahezu überall wegrelativiert wird, was sich wegrelativieren lässt. Und dennoch sendete Maximilian Eggestein am Montagmittag Botschaften.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein wirkt niedergeschlagen

Hängende Schultern, der Blick oft ausweichend zur Seite, das Mikro hier und da kurz auf dem Glastisch abgestützt (klack!): Die Enttäuschung, ja Niedergeschlagenheit nach diesem abermaligen Tiefschlag gegen Wolfsburg war ihm deutlich anzusehen. Fast gequält schleppte er sich von Frage zu Frage, von Antwort zu Antwort - so, wie es ein Führungsspieler eben machen sollte: Er stellt sich, auch wenn es wehtut. Und schon nach wenigen Minuten war beim Zuschauer eine greifbare Vorstellung davon entstanden, wie hart diese Pleite diese Bremer Mannschaft getroffen haben muss. Und, natürlich: Wie viel Arbeit auf Trainer Kohfeldt zukommt, um die Mannschaft bis zum Spiel gegen Paderborn wieder aufzurichten.

„Dass unser Selbstvertrauen nicht besonders hoch ist, ist doch klar“, sagte Eggestein kurz vor Ende des Films. „Aber trotzdem müssen wir versuchen, selbstbewusst zu bleiben, denn sonst kannst du nicht Fußball spielen.“ Angesichts der jüngsten Ergebnisse, hörte sich das nach einer ziemlich schweren Aufgabe an. (dco)

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