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Frank Baumann, Sportchef von Werder Bremen, sieht in der Bremer Politik plötzlich eine Art Vorbild für den Verein im Endspurt der Bundesliga-Saison.

Bundesliga-Saison-Endspurt

Warum Sportchef Frank Baumann die Bremer Politik plötzlich als Vorbild für Werder sieht

Bremen – Das Verhältnis war gerade zuletzt nicht immer einfach, bisweilen sogar äußerst angespannt – der SV Werder Bremen und die Bremer Politik, da gab es in den vergangenen Wochen und Monaten etliche Reiz- und Spannungspunkte.

Nachdem die Debatte über den Bundesliga-Neustart und die damit verbundenen Geisterspiele im Weserstadion nun aber vorerst vom Tisch ist, hat Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, am Donnerstag sehr versöhnliche Töne angeschlagen.

„Die Politik hat nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen getroffen. Für uns war immer klar, dass wir uns an die Vorgaben halten, und wir haben sie sogar übererfüllt“, sagte der 44-Jährige, der darauf verzichtete, die im Vergleich zu anderen Bundesländern strikten Einschränkungen des Trainingsbetriebs, mit denen sich Werder arrangieren musste, zu kritisieren. „Ich bin darüber nicht verärgert. Wir haben ja selbst kein Interesse daran, dass sich einer unserer Spieler infiziert.“ Ein Umzug nach Niedersachsen sei für Werder nie ein Thema gewesen. Den Austausch mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Innensenator Ulrich Mäurer und Sportsenatorin Anja Stahmann beschrieb Baumann als „sehr vertrauensvoll und vernünftig“.

Werder Bremen: Am Ende springt Politik Verein zur Seite

Insgesamt, auch das machte der Manager deutlich, hätte er sich aber gewünscht, dass es bundesweit „in Bezug auf das Mannschaftstraining zumindest minimal gleiche Bedingungen gegeben hätte“. Deshalb Werders Vorschlag, die Saison erst am 23. Mai nach zwei Wochen Teamtraining für alle Clubs wieder beginnen zu lassen. Ein Vorhaben, bei dem die Bremer Politik dem Verein am Ende sogar zur Seite sprang.

„Die Bremer Politik hat ihre Skepsis, was den Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb betrifft, geäußert und sich trotzdem der Entscheidung der Ministerpräsidenten untergeordnet. Vorher hat sie für ihre Überzeugung gekämpft. Da gebührt ihr der allergrößte Respekt“, sagte Baumann, der die Landespolitik nun sogar zu einer Art Vorbild für Werder Bremen im Endspurt der Saison machte.

Werder Bremen und die Politik: „Wir sind die kleinen Gallier“

„Sich als kleines Bundesland gegen die Großen zu stellen, ist nicht ganz so leicht. Das ist etwas, was wir grundsätzlich auch für unsere Mannschaft nutzen können. Wir sind dann doch die kleinen Gallier und wollen uns mit aller Macht wehren und zusammenstehen.“ Das solle nun Werders Motto für die kommenden Wochen sein. Wochen, in denen ganz sicher ohne Zuschauer im Weserstadion – und hoffentlich auch ohne Fans davor gespielt wird. Sollte es rund um die Partien zu Menschenansammlungen kommen, wäre das Thema „Geisterspiele in Bremen“ nämlich sofort wieder auf dem politischen Tableau – und Werder hätte ein dickes Problem.

Dass es soweit kommt, glaubt Baumann nicht. „Ich gehe fest davon aus, dass sich die Menschen an die geltenden Anweisungen halten. In den vergangenen Wochen ist in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür entstanden, dass wir uns in einer ganz besonderen Situation befinden. Und das gilt auch jetzt nach wie vor.“ (dco)

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