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Nach der Partie zwischen Atlas Delmenhorst und Werder Bremen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Werder-Fans und Polizisten. Gegen Augsburg wurden jetzt 179 Werder-Fans kontrolliert.

Scharfe Kritik am Vorgehen der Polizei

„Grün-Weiße Hilfe“ hält Kontrolle von 179 Werder-Fans für unrechtmäßig

Bremen – Das Bundesligaduell zwischen Werder Bremen und dem FC Augsburg war noch keine Stunde vorbei, als am frühen Sonntagabend insgesamt 179 Fans aus der Bremer Ultraszene an der Verdener Straße von der Polizei gestoppt wurden.

Hintergrund der Aktion seien die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs am Tag des Pokalspiels zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und Werder Bremen gewesen, als Polizisten von Fans angegriffen und schwer verletzt wurden. „Mehrere Tatverdächtige konnten erfolgreich identifiziert werden“, teilt die Polizei mit. 

Der Verein „Grün-Weiße Hilfe“, der die Fan-Interessen gegenüber den Sicherheitsbehörden vertritt, hat den Einsatz der Beamten derweil aufs Schärfste kritisiert. Der Hauptvorwurf der Fan-Vertreter bezieht sich darauf, dass von den 179 Personen nicht nur die Personalien aufgenommen, sondern dass sie während des Einsatzes von den Beamten auch fotografiert wurden. 

„Das erkennungsdienstliche Fotografieren von fast 180 Fans entbehrt jeglicher rechtlichen Grundlage“, schreibt die „Grün-Weiße Hilfe“ in einer Mitteilung, die sie auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Dort heißt es weiter: „Solche Maßnahmen sind nach der Strafprozessordnung nur gegen Personen zulässig, gegen die ein Strafverfahren als Beschuldigte betrieben wird oder deren Identität nicht anders festgestellt werden kann.“ Beides sei am Sonntagabend nicht der Fall gewesen.

Werder Bremen: Verein „Grün-Weiße Hilfe“ kritisiert Vorgehen der Polizei scharf 

Der Verein fordert Polizei und Staatsanwaltschaft deshalb auf, „die rechtswidrig erlangten“ Fotos zu vernichten. Auf Nachfrage der „DeichStube“ teilte die Polizei am Montagabend mit: „Lichtbilder und Personalien, die für das weitere Verfahren nicht relevant sind, werden unmittelbar gelöscht und nicht weiter gespeichert.“ Die betroffenen Personen hätten außerdem die Möglichkeit, „die Maßnahme rechtlich prüfen zu lassen“.

In den Augen der „Grün-Weißen Hilfe“ hat die Bremer Polizei nicht erst am Sonntag „die Grenzen des Zulässigen“ überschritten. Der Verein übt auch Kritik am Wortlaut der Polizei-Pressemitteilung, die nach Werders Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst veröffentlicht wurde und „in der die Bremer Ultras als ,feige’ und ,skrupellose Gewalttäter’ beschimpft werden“. Die „Grün-Weiße Hilfe“ sieht hier „die Gebote der Neutralität und Sachlichkeit“ verletzt. Entsprechende Nachfragen der „DeichStube“ zu diesem Thema ließ die Polizei am Montag unbeantwortet. Die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs dauern an. (dco) 

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