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Der Polizeikosten-Streit zwischen dem SV Werder Bremen nimmt und nimmt kein Ende.

Aufsichtsratschef Bode widerspricht der Geschäftsführung

Polizeikostenstreit: Werder Bremen zieht Drohung leerer Gäste-Blöcke zurück

Bremen – Neues im Polizeikosten-Streit: Der SV Werder Bremen hat seine Drohung, Gäste-Fans auszuschließen, um Hochrisikospiele künftig zu vermeiden, zurückgezogen.

„Das wurde falsch dargestellt. Wir wollen Gäste-Fans und damit eine tolle Atmosphäre bei uns haben“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode der „Welt“ und widersprach damit deutlich seinen beiden Geschäftsführern Dr. Hubertus Hess-Grunewald und Klaus Filbry sowie Justiziar Tarek Brauer.

Das Trio hatte Ende November in einem Pressegespräch berichtet, dass Werder Bremen darüber nachdenke, das Kartenkontingent für Gäste-Fans deutlich zu reduzieren. Im schlimmsten Fall sei auch ein leerer Gäste-Block denkbar. Wohl wissend, dass dies mit den Regularien der Deutschen Fußball-Liga (DFL) eigentlich nicht vereinbar wäre. Die DFL schreibt den Gastgebern vor, dem Gegner ein gewisses Kartenkontingent zur Verfügung zu stellen. Filbry, Hess-Grunewald und Brauer deuteten allerdings an, sich notfalls darüber hinwegzusetzen. Es gehe schließlich um das Wohl des Vereins und die Verhinderung eines finanziellen Schadens.

Werder Bremen: Land Bremen stellt DFL Rechnungen für Hochrisikospiele

Das Land Bremen hat der DFL bereits mehrere Rechnungen zugestellt – Inhalt: die zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen. Insgesamt geht es um bislang 2,3 Millionen Euro. Die DFL hat diese Forderung zu 100 Prozent an Werder weitergereicht. Dagegen wehrt sich der Bundesligist. Auf der Mitgliederversammlung der DFL blieb Werders Ruf nach Solidarität und Verteilung der Kosten auf alle 36 Profi-Clubs unerhört. 

Marco Bode, Aufsichtsratschef von Werder Bremen.

Nun will sich der Verein weigern, die bislang weitergereichten Kosten von 1,17 Millionen Euro zu zahlen. „Wir können nicht akzeptieren, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Diesbezüglich sind wir uns bei Werder einig“, sagte Bode: „Ob es zu einem Rechtsstreit führt oder – wie von uns favorisiert – Kompromisse gefunden werden können, ist offen.“ Insgeheim hofft der Ex-Profi ohnehin auf eine ganz andere Lösung. Dass die DFL im Streit mit dem Land Bremen vor dem Bundesverfassungsgericht doch noch Recht bekommt – und sich das Thema Polizeikosten komplett erledigt.

Werder Bremen: Polizei hat ein gehöriges Wort mitzureden

Ein Ausschluss von Gäste-Fans wäre damit allerdings nicht vom Tisch. Denn dabei hat die Polizei ein gehöriges Wort mitzureden. „Wir sind schon im April von der Polizei Bremen mit diesem Thema konfrontiert worden“, hatte Hess-Grunewald unlängst berichtet. Wäre es damals im Halbfinale des DFB-Pokals zum Nord-Derby gegen den Hamburger SV gekommen, hätten die Bremer 1.200 der etwa 4.000 Gäste-Karten nicht verkaufen dürfen.

Als HSV-Boss Bernd Hoffmann damals davon erfuhr, rief er sofort erbost bei seinem Bremer Kollegen Filbry an. Der konnte ihn an die Polizei verweisen. Sollte Werder Bremen aber selbst weniger Gäste zulassen, dürfte das in der Liga für viel Ärger sorgen und zu Retourkutschen führen, die dann die Werder-Fans auf die Palme bringen würden. Wahrscheinlich hat Bode auch deshalb die Drohung wieder eingefangen. (kni)

Zur letzten Meldung vom 2. Dezember 2019

Polizeikosten: Werder wird vom Rest der Liga isoliert

Von Frank Hellmann. Werder Bremen wird bei den Polizeikosten vom Rest der Liga isoliert, um keine Tür für eine generelle Beteiligung des deutschen Profifußballs zu öffnen.

An den Fenstern der exklusiven Suiten hängen fein säuberlich die Weihnachtskränze, an den großen Weihnachtsbaum im Foyer mit dem teuren Piano passt kaum noch eine Kugel: Das Kempinski Gravenbruch in Neu-Isenburg verbreitet bereits ein festliches Ambiente, aber vorzeitige Präsente hatte die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in der ehemaligen Jagdresidenz vor den Toren Frankfurts nicht zu verteilen.

Polizeikosten: Werder Bremen und der „absehbare Ausgang“

Erwartungsgemäß haben 34 anwesende Profivereine – Hannover 96 und VfL Osnabrück fehlten – beschlossen, dass die Bremer Polizeikosten voll zu Lasten des SV Werder Bremen gehen. In der Abstimmung votierten 32 Klubs bei der Bremer Gegenstimme für diesen Grundsatzbeschluss. RB Leipzig enthielt sich, weil aus deren Sicht vor allem Gästefans Probleme heraufbeschwören könnten.

Damit scheiterte der parallel gestellte Bremer Antrag, den finanziellen Mehraufwand bei Risikospielen zwischen der Liga, Heim- und Gästeverein solidarisch aufzuteilen. „Ein wie auch immer geartetes Fonds-Modell steht für die DFL weiterhin nicht zu Debatte“, hieß es in einer Liga-Mitteilung. Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, sprach von einem „absehbaren Ausgang“ der Abstimmung im Raum Central Park.

Werder Bremen: Hälfte der Polizeikosten-Rechnung wird gestundet

„Um die Interessen von Werder Bremen zu vertreten, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Rechtsweg zu beschreiten. Aber wir müssen alles dafür tun, dass der Schaden, den das Land Bremen uns aufbürdet, so gering wie möglich ausfällt.“ Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald gab beim Abgang durch die Glastür zu verstehen, „dass wir das noch sehr genau überlegen und besprechen müssen“.

Auf den SV Werder kommt zunächst die eine Hälfte der bisher in Rechnung gestellten 1,17 Millionen Euro zu, die andere Hälfte wird bis zu einer endgültigen Klärung des Rechtsstreits vor dem Bundesverfassungsgericht gestundet. Über drei weitere Gebührenbescheide wird sich die Gesamtsumme auf 2,6 Millionen belaufen, rechnete Hess-Grunewald vor. Der hoch verschuldete Stadtstaat Bremen hat mit Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig eine Gebührenordnung durchgesetzt, die nun allein auf das sportliche Aushängeschild abgewälzt wird.

Polizeikosten-Streit: Solidarität mit Werder Bremen wäre eine offene Tür für andere Bundesländer

Das sich bereits in der Sitzung zu Wort meldende Liga-Schwergewicht Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern) hielt das Votum auf der Liga-Versammlung für alternativlos: „Wir können mit Bremen nicht solidarisch sein. Das wäre das völlig falsche Zeichen.“ Ein Fonds wäre eine offene Tür, „dass auch andere Länder die Bundesliga zur Kasse bitten.“ Es sind also auch symbolische Gründe, die Mehrkosten bei den mit erhöhtem Polizeiaufwand geschützten Fußballspielen zunächst allein auf Werder Bremen abzuladen. Grundsätzlich hat der Bayern-Boss keinerlei Verständnis für den vom Bremer Senat ausgelösten Musterfall: „Die Vereine zahlen alle wahnsinnig viele Steuern. Beim FC Bayern habe ich dreistellige Millionenbeträge im Kopf.“

Hess-Grunewald wirkte zwar nicht verbittert, bedauerte indes deutlich: „Wir haben heute gemerkt, dass es keine Solidarität mit Werder Bremen gibt. Wir stehen isoliert da.“ Aus seiner Sicht bekommt „der faire Wettbewerb einen Kratzer“: Der Standortnachteil im kleinsten Bundesland ist nunmehr Fakt. Dass die DFL empfohlen hat, sich mit dem Gastverein von Fall zu Fall über eine Gebührenbeteiligung zu verständigen, wurde an der Weser als schlechter Witz aufgefasst. Ernsthaft soll in Bremen nach Absprache mit der Polizei geprüft werden, vor so genannten Risikospielen die Gästebereiche teilweise zu sperren. Hess-Grunewald: „Das ist keine Drohung von uns.“

Polizeikosten-Streit: Hans-Joachim Watzke sieht Bremen „auf dem Holzweg“

Für die Werder-Funktionäre bleibt der die vertrackte Causa ein Drahtseilakt, um das Binnenverhältnis zur Liga und der Landespolitik nicht irreparabel zu beschädigen. Man will einerseits „während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens eng an der Seite der DFL stehen“, andererseits die Liga daran erinnern, dieses Problem nicht isoliert zu betrachten. Denn Rheinland-Pfalz könnte schon im nächsten Jahr nachziehen. Innenminister Roger Lewentz (SPD) will ein ähnliches Modell einführen. Beim FSV Mainz 05 äußerte sich Vereinspräsident Stefan Hofmann erneut ablehnend: „Die Weitergabe von Polizeikosten ist aus unserer Sicht kein Mittel zur Minderung der Gewaltbereitschaft von Fußballspielen.“ Die pauschale Rechnung, dass der Einsatz von mehr Polizeikräften die Straftaten mindere, gehe nicht auf.

Hans Joachim Watzke, Vorstandschef von Borussia Dortmund, schrieb der Politik ins Stammbuch, „das Veranstaltungsprinzip“ zu beachten. „Es gibt keinen Anlass, den Alleingang der Bremer Landesregierung zu subventionieren“. Diese befinde sich „auf dem Holzweg“. Doch Hess-Grunewald weiß, dass es ein frommer Wunsch ist, den Bremer Innensenator noch umzustimmen, weil „er vor dem Oberverwaltungsgericht juristische Unterstützung bekommen hat“. Und das fühlt sich aus Werder-Sicht bis heute wie ein faules Ei unter dem Weihnachtsbaum an.

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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge kritisiert Werder Bremen wegen Klage-Drohung: „Kein Verständnis“.

Zur letzten Meldung vom 3. Dezember 2019:

DFL zeigt Werder Bremen die kalte Schulter: Antrag auf Solidarfonds abgelehnt

Neu-Isenburg – Keine Solidarität mit Werder Bremen! Der Bundesligist ist mit seinem Antrag auf Einführung eines Fonds zur Finanzierung einer Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gescheitert.

Die Mehrheit der 36 Erst- und Zweitligisten – exakt 32 der 34 anwesenden Vereine – votierte bei dem Treffen am Dienstag in Neu-Isenburg erwartungsgemäß gegen eine Umlage der zusätzlichen Kosten auf alle Profi-Clubs. Wie die DFL mitteilte, sollen künftig fällig werdende Gebührenbescheide in gleicher Weise behandelt werden wie bisher. Heißt: Die DFL reicht die durch das Land Bremen gestellten Rechnungen zu hundert Prozent an den SV Werder weiter. Derzeit geht es um eine Summe von 1,17 Millionen Euro, die Werder nach derzeitiger Beschlusslage in voller Höhe begleichen müsste.

Polizeikosten-Streit: Werder Bremen fühlt sich „isoliert“

Ein wie auch immer geartetes Fonds-Modell stehe für die DFL weiterhin nicht zur Debatte. Werder Bremen hatte für diesen Fall bereits angekündigt, nicht zu zahlen und es auf eine juristische Auseinandersetzung mit der DFL ankommen zu lassen. In dieser Hinsicht wich Werder-Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald nach der DFL-Sitzung einen Schritt zurück: „Wir werden unter dem Eindruck der heutigen Diskussion die Dinge neu bewerten. Wenn wir die Rechnungen der DFL bekommen, müssen wir entscheiden, wie wir damit umgehen.“

Vom Ergebnis der Abstimmung zeigte sich Hess-Grunewald weder überrascht noch enttäuscht. „Darum geht es auch nicht. Es geht darum, zu einer gemeinschaftlichen Lösung zu finden. Das ist hier und heute nicht gelungen“, sagte der Jurist und bilanzierte: „Am Ende steht Werder isoliert da.“

Solidarität mit Werder Bremen wäre „völlig falsches Zeichen“, sagt Karl-Heinz Rummenigge

Stellvertretend für die Bundesliga-Clubs erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge die Position: „Die DFL wird sich nicht an den Kosten beteiligen. Wir können uns nicht mit Werder Bremen solidarisch zeigen, das wäre ein völlig falsches Zeichen. Wenn wir einen Fonds gründen würden, wäre das eine offene Tür für alle anderen Länder neben Bremen, die Bundesliga zur Kasse zu bitten. Das können wir nicht akzeptieren.“

Rummenigge lehnte eine Beteiligung der Clubs an den Kosten für den erhöhten Polizeieinsatz bei den sogenannten Hochrisikospielen ab. „Grundsätzlich nein“, sagte er zum Bremer Weg: „Wir zahlen alle wahnsinnige Steuern. In Bayern haben wir das klare Signal vom Innenminister, dass es bei uns auf keinen Fall passieren wird.“

Werder Bremen muss vorerst nur die Hälfte zahlen

Was aber passieren muss, und da sieht Rummenigge berechtigte Forderungen der Politik, ist, „dass wir mit unseren Fans Maßnahmen besprechen und einleiten, dass ein Polizeieinsatz über Gebühr nicht mehr nötig ist. Dem müssen wir uns stellen und dafür Sorge tragen, dass diese Risikospiele möglichst ganz verschwinden.“

Zu einem kleinen Akt der Solidarität rang sich die DFL aber doch durch. Nachdem bereits Anfang September die erste Hälfte der durch die Gebührenbescheide aufgelaufenen Gesamtforderungen an den SV Werder Bremen weitergereicht wurde, werden jetzt auch die restlichen 50 Prozent eingefordert. Grundsätzlich. Aber fällig gestellt wird die Summe erst, wenn der Rechtsstreit zwischen der DFL und dem Land Bremen abgeschlossen ist. Werder muss vorerst also nur die Hälfte zahlen. Der Fall wird vor das Bundesverfassungsgericht getragen. (csa/hel/dpa)

Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, geht im Polizeikosten-Streit in den Angriff: „Wir werden nicht zahlen.“

Zur letzten Meldung vom 29. November 2019:

Werder Bremen droht im Polizeikosten-Streit mit leeren Gästeblöcken

Bremen – Angriff ist die beste Verteidigung. Und frei nach diesem Motto geht der SV Werder Bremen nun auch im Streit um die Polizeikosten vor.

Der Bundesligist will das Vorhaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Werder die Polizeikosten komplett aufzubrummen, mit einem Antrag stoppen. Gleichzeitig berufen sich die Bremer auf das Verursacherprinzip, wollen auch die Gast-Vereine zur Kasse bitten. Gelingt das nicht, ist sogar ein Ausschluss gegnerischer Fans im Gespräch.

Fest steht bereits, dass Werder Bremen die von der DFL weitergereichten Rechnungen des Landes Bremen für zusätzliche Polizei-Leistungen bei Hochrisikospielen nicht bezahlen und es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen wird. Insgesamt geht es um eine Summe von 2,3 Millionen Euro und künftig anfallende Kosten.

„Wir akzeptieren es nicht, 100 Prozent der Kosten tragen zu müssen“, betonte Werder-Boss Klaus Filbry in einem Mediengespräch. Das Präsidium der DFL hatte entschieden, nicht nur wie zunächst angekündigt 50 Prozent der Rechnungsbeträge aus Bremen an Werder weiterzureichen, sondern die volle Summe. Auf der Mitgliederversammlung am Dienstag sollen die 36 Erst- und Zweitligisten diesen eigentlich schon verbindlichen Beschluss noch einmal abnicken. Vorabstimmungen haben ergeben, dass bis auf Werder alle Clubs ihren Daumen heben werden.

Werder Bremen fordert Verteilung der Polizeikosten auf mehrere Schultern

Der Bremer Weg ist also eigentlich aussichtslos. „Aber wir versuchen alles“, gab sich Filbry kämpferisch. Er verlangt auch nicht ein sofortiges Umdenken, sondern wünscht sich nur eine ganz neue Diskussion. Das Verursacherprinzip sei in der ganzen Debatte viel zu kurz gekommen. Dabei würden vor allem die Gäste-Fans für die Einstufung als Hochrisikospiel sorgen. Deshalb müssten auch deren Clubs zur Kasse gebeten werden. So wie es zum Beispiel beim Thema Pyrotechnik passiere. Wessen Fans zündeln, der muss auch die Geldstrafe bezahlen.

Bei den Polizeikosten forderte Filbry eine Verteilung der Kosten auf die beiden beteiligten Clubs und auf die DFL als Mitveranstalter. Doch gegen diese Einstufung wehrt sich die DFL. Dabei hatte das Bundesverwaltungsgericht dem Land Bremen im März recht gegeben, dass die DFL als Mitveranstalter an den Kosten für Hochrisikospiele beteiligt werden darf.

Klaus Filbry von Werder Bremen im Polizeikosten-Streit: „Wir werden nicht zahlen“

Die DFL hat zwar die ersten drei Rechnungen bezahlt, wird aber vor dem Bundesverfassungsgericht das Gesetz zu den Polizeikosten prüfen lassen. Kurioserweise Seite an Seite mit Werder Bremen. Denn der Bundesligist lehnt das Gesetz ebenfalls ab und unternimmt auch an dieser Front alles für eine Kehrtwende.

Werder will keinesfalls als einziger Bundesligist Polizeikosten tragen müssen. Wird der Antrag bei der DFL abgelehnt, steht das weitere Vorgehen schon fest. „Wir werden nicht zahlen“, kündigte Filbry an. Er rechnet dann mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der DFL. Und um weitere Hochrisikospiele zu verhindern, sei es denkbar, für brisante Partien keine Tickets mehr für Gäste-Fans zur Verfügung zu stellen. (kni)

Zur letzten Meldung vom 25. November 2019:

Polizeikosten: Werder Bremen droht DFL mit juristischen Mitteln

Bremen – Es hatte sich schon angedeutet, jetzt macht der SV Werder Bremen beim Thema Polizeikosten ernst. Der Bundesligist will die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) weitergereichten Kosten nicht begleichen und droht sogar mit dem Gang vor die Gerichte.

Das erklärte Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald am Montagabend während seiner Rede auf der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen.

„Wir werden uns, wenn nötig, auch mit juristischen Mitteln dafür einsetzen, dass nicht 100 Prozent und auch nicht 50 Prozent der Kosten an uns weiterbelastet werden. Unsere Position haben wir bei den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga, die die Gesellschafter des DFL e.V. sind, hinterlegt“, erklärte Dr. Hess-Grunewald.

Ausgelöst worden war der Streit, weil Bremen Gebührenbescheide für die Mehrkosten bei Spielen des SV Werder Bremen an die DFL geschickt hatte. Im März 2019 befand das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Beteiligung der Veranstalter bei Risikospielen grundsätzlich rechtens sei.

Werder Bremen: Kritik von Hubertus Hess-Grunewald bei der Mitgliederversammlung

Daraufhin verlangte Bremen rund 1,17 Millionen Euro von der DFL, die am 10. September angekündigt hatte, die Bescheide fristgerecht zu begleichen, gleichzeitig aber Widerspruch erhob. Zudem nahm die DFL den SV Werder in die Pflicht und fordert mindestens die Übernahme der Hälfte der Kosten. Über die andere Hälfte muss das Präsidium der DFL noch entscheiden.

„Wir haben im zurückliegenden Jahr den juristischen Fingerzeig bekommen, dass es grundsätzlich möglich ist, eine solche Gebühr zu erheben, aber kein Richter dieser Welt hat gesagt, dass es eine gute Idee ist“, befand Hess-Grunewald auf der Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße und kritisierte: „Politisch wird das Aushängeschild der Stadt mit einem Wettbewerbsnachteil belastet, weil kein anderes Bundesland eine solche Gebühr erhebt.“

Der SV Werder Bremen bekommt im Polizeikosten-Streit Unterstützung von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Zur letzten Meldung vom 29. Oktober 2019:

Polizeikosten-Streit: Niedersachsen unterstützt SV Werder Bremen

Hannover - Werder Bremen bekommt beim Thema Polizeikosten Unterstützung von einem Nachbarn. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat erneut Partei für die Deutsche Fußball Liga (DFL) und damit auch für den SV Werder Bremen ergriffen.

„Durch das Versenden von Rechnungen für Polizeieinsätze werden wir nicht einen Gewalttäter bekehren“, sagte SPD-Politiker Boris Pistorius im „kicker“. Die Clubs wie den SV  Werder Bremen über die DFL an den Mehrkosten bei Risikospielen zu beteiligen, sei seinem Verständnis nach „auch systemwidrig, weil erstens Fußballvereine auch Steuern zahlen, und zwar gar nicht so wenig, und zweitens Polizeieinsätze so vom kommerziellen Erfolg einer Veranstaltung abhängig wären“.

Werder Bremen wird im Streit um Polizeikosten bei Risikospielen vermutlich zur Kasse gebeten

Ausgelöst worden war der Streit, weil Bremen Gebührenbescheide für die Mehrkosten bei Spielen des SV  Werder Bremen an die DFL geschickt hatte. Im März 2019 befand das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Beteiligung der Veranstalter bei Risikospielen grundsätzlich rechtens sei. Daraufhin verlangte Bremen rund 1,17 Millionen Euro von der DFL, die am 10. September angekündigt hatte, die Bescheide fristgerecht zu begleichen, gleichzeitig aber Widerspruch erhob. Zudem nahm die DFL den SV Werder in die Pflicht und fordert mindestens die Übernahme der Hälfte der Kosten. Über die andere Hälfte muss das Präsidium der DFL noch entscheiden.

Der aktuelle Stand wird in mehreren Bundesländern unterschiedlich beurteilt. Neben Bremen und Rheinland-Pfalz zeigte sich zuletzt auch Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) offen dafür, die DFL an den Kosten zu beteiligen. Laut einer „kicker“-Umfrage werde das Thema im Saarland, in Thüringen und Brandenburg ergebnisoffen diskutiert - allerdings stellen diese drei Länder derzeit keinen Bundesligisten. (kni/dpa)

Zur letzten Meldung vom 1. Oktober 2019:

Polizeikosten-Streit: Rheinland-Pfalz und Bremen wollen Gebührenordnung für Risikospiele

Bremen und Rheinland-Pfalz wollen eine Muster-Gebührenordnung für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen im Fußball erstellen. Sie solle bei der Innenministerkonferenz Anfang Dezember vorgelegt werden, kündigten der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) am Dienstag in Mainz an.

Auf diese Gebührenordnung könnten andere Bundesländer zurückgreifen, um Mehrkosten bei solchen Spielen abzurechnen. Bislang hat nur Bremen von der DFL Geld für den polizeilichen Mehraufwand bei Hochrisiko-Heimspielen von Werder Bremen verlangt. Mäurer betonte, die bessere Lösung wäre ein bundesweiter Fonds, in den der Profifußball freiwillig einzahle und aus dem Kosten getragen werden könnten. Dazu sei die Deutsche Fußball Liga (DFL) aber bislang nicht bereit. Die Gebührenordnung solle nun ein Signal in Richtung DFL sein. Notfalls werde der „Weg durch die Landtage“ gegangen, sagte Mäurer.

Fest steht schon jetzt, dass sich die DFL auf eine weitere Rechnung aus Bremen in Millionenhöhe einstellen muss. Mäurer kündigte an, dass drei Bescheide in Höhe von 1,12 Millionen Euro ausstehen. Wann die DFL die Rechnung erhalten wird, ist noch offen. Das hängt laut Mäurer auch davon ab, wann die Rechnungen aus anderen Bundesländern für ihre polizeiliche Hilfe bei den drei betroffenen Partien in Bremen eintreffen.

DFL zahlt ersten Bescheid aus Bremen - Mäurer kündigt weitere Rechnung an

Die DFL hatte im vergangenen Monat die Gebührenbescheide des Landes Bremen für vier Partien des Bundesligisten Werder Bremen in Höhe von 1,17 Millionen Euro beglichen. Die Hälfte der Gesamtsumme wurde dem Verein in Rechnung gestellt. Wer die anderen 584.000 Euro bezahlen soll, ist noch ungeklärt. Es gibt zwei Varianten: Die Kosten werden auf alle Proficlubs umgelegt oder Werder muss auch die andere Hälfte begleichen.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Ende März festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an Polizeikosten grundsätzlich rechtmäßig sei. Das Verfahren, bei dem es vor allem um die Zusatzkosten bei sogenannten Risikospielen geht, ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die DFL behält sich nach wie vor den Gang vor das Bundesverfassungsgericht vor. (dpa/dco)

Zur letzten Meldung vom 30. September 2019:

Polizeikosten: Muss nach Werder Bremen auch der HSV zahlen?

Hamburg/Bremen - Werder Bremen könnte beim Thema Polizeikosten in Zukunft nicht mehr ganz alleine in Deutschland dastehen. Ausgerechnet dem Nordrivalen Hamburger SV droht ein ähnliches Schicksal wie den Bremern. Das würde wahrscheinlich Zahlungen in Millionenhöhe für den Zweitligisten bedeuten.

Hamburg steht nach Aussage von Innensenator Andy Grote einer Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Risikospielen aufgeschlossen gegenüber. „Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sieht die Welt etwas anders aus“, sagte der SPD-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit eine Stellungnahme seiner Behörde im „Kicker“.

Es sei schwer zu begründen, „warum wir das nicht machen sollen, wenn man die Begründung des Urteils durchliest“, meinte Grote. Für diese Saison schloss er entsprechende Schritte allerdings aus. Man werde mit der Liga und den Vereinen im Gespräch bleiben. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im März entschieden, dass eine Beteiligung der Vereine an zusätzlichen Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtens ist. 

Auslöser des Polizeikosten-Streits war Partie zwischen Werder Bremen und dem HSV

Um die Erstattung gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen umfangreichen Polizeieinsatz beim Spiel Werder Bremen gegen den Hamburger SV im April 2015.

Am Dienstag treffen sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in Mainz, um über das Thema zu beraten. Lewentz hatte zuletzt Sympathie für die Haltung Bremens gezeigt.

Werder Bremen soll 585.000 Euro für Polizeieinsätze zahlen

Die DFL hatte am 10. September angekündigt, vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht zu begleichen. Die Bescheide belaufen sich auf 1,17 Millionen Euro. Vorerst sollte Werder Bremen die Hälfte (585.000 Euro) übernehmen.

Rechtlich gibt sich die DFL aber noch nicht geschlagen. Sie erhob Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide und behielt sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen. „Die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts ist nach Abschluss des Rechtsweges möglich“, hatte es im Schlusssatz der DFL-Mitteilung vom 10. September geheißen. (dpa/kni)

Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder Bremen, ist auf der Suche nach Solidarität.

zur letzten Meldung vom 24. September 2019: 

Polizeikosten: Werder verlangt Fair Play von den anderen Clubs

Bremen – Der SV Werder Bremen könnte beim Thema Polizeikosten ganz allein auf den Rechnungen des Landes Bremen sitzen bleiben. Doch dagegen will sich der Bundesligist wehren und hat dabei die anderen Clubs fest im Blick.

Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald macht im Gespräch mit der DeichStube deutlich, dass die 50 Prozent, die der Veranstalter DFL e.V. übernehmen muss, nicht auch noch auf Werder Bremen umgelegt werden dürfen.

„In den Vorgesprächen haben wir immer wieder gehört: Der Kelch liegt bei euch“, berichtet Hess-Grunewald und will gegen diese Einstellung in den nächsten Wochen vehement vorgehen: „Wir werden uns sehr deutlich gegen eine Lösung positionieren, die Werder mit mehr als der bisherigen 50 Prozent der Rechnungssumme belasten.“ Der 58-Jährige bringt dabei vor allem auch den Fair-Play-Gedanken ins Spiel.

Polizeikosten: Andere Bundesliga-Clubs haben keinen Handlungsdruck

Vor knapp zwei Wochen hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) angekündigt, vier Gebührenbescheide des Landes Bremen über insgesamt 1,17 Millionen Euro für zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen zu begleichen und damit den gesetzten Fristen nachzukommen. Im März hatte das Bundesverwaltungsgericht die Gebührenerhebung Bremens für rechtens erklärt und die DFL und Werder als Veranstalter der Spiele ausgemacht. Die DFL will dagegen weiter vorgehen, zahlt aber trotzdem erst mal. Allerdings nicht alleine. Die Hälfte der geforderten Summe, also 585.000 Euro, wird an Werder weitergereicht.

Über die andere Hälfte soll das DFL-Präsidium entscheiden. „Ich denke schon, dass man sich da ein Votum von der DFL-Versammlung holen wird“, meint Hess-Grunewald. Auf das Ergebnis ist der Werder-Funktionär gespannt. „Die 35 anderen Clubs sehen keinen Grund, zu reagieren, weil für sie kein Handlungsdruck besteht. Es ist ein isoliertes Bremer Problem“, betont der Werder-Präsident. Denn die Gebühren werden bislang ausschließlich im Land Bremen erhoben. Lediglich Rheinland-Pfalz und das Saarland denken darüber nach, ein ähnliches Gesetz auf den Weg zu bringen. Alle anderen Innenminister lehnen das ab.

Werder Bremen: Hubertus Hess-Grunewald plädiert an Fair-Play-Gedanken

„Dennoch werden wir darauf verweisen, dass es nach der Rechtsprechung durch das Bundesverwaltungsgericht kein lokales Phänomen mehr ist, sondern ein bundesweites Thema werden kann. Es kann nicht im Sinne des Fair-Play-Gedanken unserer Gemeinschaft der Profiklubs sein, einem Verein in dieser Art einen Wettbewerbs-Nachteil aufzubürden“, so Hess-Grunewald, der sich positivere Gespräche erhofft als mit den Clubs, die an den Hochrisiko-Spielen direkt beteiligt waren. „Die damaligen Gast-Vereine haben uns ganz klar gesagt, dass sie sich nicht in der Verantwortung sehen“, berichtet Hess-Grunewald.

Vier Clubs sind betroffen: der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt und Hannover 96. Immerhin liegt das letzte Hochrisikospiel schon eineinhalb Jahre zurück, als der HSV zum letzten Nordderby im Weserstadion gastierte. Spätestens nach einem Wiederaufstieg der Hamburger dürfte es wieder ein sogenanntes Rotspiel geben, möglicherweise auch schon früher im DFB-Pokal.

Werder Bremen: Frank Baumann kritisiert Bremer Politik scharf

Werder Bremen könnte Rückenwind für diese Gespräche gut gebrauchen. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer müsste erfolgreicher andere Bundesländer überzeugen, sich doch noch dem Bremer Weg anzuschließen. Dann würde Werder beim Thema Polizeikosten in der Bundesliga nicht mehr alleine dastehen. Doch danach sieht es aktuell nicht aus.

Es geht nicht gerade um wenig Geld: Die Gesamtforderungen des Landes Bremen für insgesamt sieben Spiele im Zeitraum von 2014 bis 2018 betragen 2,29 Millionen Euro, allerdings werden einige Bescheide erst später fällig. Sportchef Frank Baumann hatte vor einer Woche deutlich gemacht, was er von den Polizeikosten hält und dabei den Bremer Innensenator Ulrich Mäurer scharf kritisiert: „Das ist ein Wettbewerbsnachteil für uns. Wir bekommen nicht nur keine Unterstützung, uns werden sogar noch Knüppel zwischen die Beine geworfen.“ (kni)

Auch interessant: Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald rüffelt Clemens Tönnies im Interview und kämpft gegen Rassismus.

Hochrisikospiele wie zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV verursachen durch einen verstärkten Polizeieinsatz erhebliche Mehrkosten. Jetzt muss Werder viel Geld zahlen.

Zur letzten Meldung vom 11. September 2019:

Polizeikosten: Werder Bremen muss zahlen und geht auf die Stadt Bremen los

Bremen – Jetzt geht es dem SV Werder Bremen beim Thema Polizeikosten tatsächlich ans Portemonnaie. Und der Bundesligist attackiert deshalb in einer Pressemitteilung die Stadt Bremen, findet aber auch gegenüber der Deutschen Fußball-Liga (DFL) deutliche Worte.

Auslöser war die Ankündigung der DFL, vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen wegen angefallener Polizei-Mehrkosten bei sogenannten Risikospielen fristgerecht bis Ende September zu begleichen Es handelt sich um eine Gesamtsumme in Höhe von 1,17 Millionen Euro. Die Hälfte davon, 584 000 Euro, will sich die DFL von Werder Bremen zurückholen, die andere Hälfte möglicherweise aber auch noch.

„Es wird einmal mehr deutlich, dass entgegen der Verlautbarungen der Initiatoren des Gesetzes der SV Werder Bremen großen finanziellen Schaden nimmt und einen nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil erfährt“, wird Werders Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald zitiert. Seine Aussage zielt auf Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) ab, der stets betont hatte, Werder Bremen nicht schaden zu wollen. Nun riet er dem Bundesligisten, sich gegen das Vorgehen der DFL zu wehren: „Indem die DFL die Hälfte der Summe auf Werder Bremen abwälzt, versucht sie Politik zu machen und den Druck aufs Land zu erhöhen.“

Polizeikosten: So begründet der SV Werder Bremen den Wettbewerbsnachteil

Werder Bremen begründet den Wettbewerbsnachteil damit, „dass nur sehr wenige Bundesländer die Bremer Gebührenregelung für eine gute Idee halten“, und betonte, „dass Erstligaspiele von Werder unter dem Strich dem Steuerzahler deutlich mehr Geld einbringen als sie kosten. Jährlich profitiert die Stadt Bremen von 319 Millionen Euro finanzieller Effekte durch den Erstligisten Werder Bremen.“

Die Kosten von bislang 584.000 Euro treffen Werder Bremen nicht unvorbereitet. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bundesligist in seiner Bilanz eine entsprechende Rückstellung von einer Millionen Euro gebildet. Es ist gut möglich, dass der Verein sogar die komplette Summe benötigen wird. Die DFL GmbH wird die andere Hälfte an den DFL e.V. weiterreichen. Mitglied dort sind alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Eine eigene, mit Millionen gefüllte Kasse hat die Dachorganisation aber nicht. 

Werder Bremen sieht DFL in der Pflicht, eine faire Lösung im Polizeikosten-Streit zu finden

Das DFL-Präsidium soll nun entscheiden, wie diese 584.000 Euro aufgeteilt werden. Dazu findet Hubertus Hess-Grunewald deutliche Worte: „Bei der Verteilung der Lasten, die dem DFL e.V. entstehen, sehen wir die DFL in der Pflicht, mit uns eine faire und rechtskonforme Lösung zu finden. Der SV Werder Bremen wird in den andauernden Gesprächen mit der DFL sehr deutlich machen, dass wir eine finanzielle Belastung, die über die 50 Prozent der Mehrkosten für Polizeieinsätze hinausgehen nur schwer akzeptieren können.“

Zum Hintergrund: Im März 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Land Bremen und der DFL festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an den Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtmäßig ist. Die DFL hat nun zwar angekündigt, die Gebühren zu bezahlen, aber gleichzeitig auch Widerspruch gegen alle Bescheide eingelegt. (kni)

Update (12. September 2019): Noch einmal Attacke! Abrechnung nach der Rechnung: Frank Baumann von Werder Bremen schimpft auf die Bremer Politik wegen deren Haltung im Polizeikosten-Streit.

Zur Erstmeldung vom 10. September 2019:

Polizeikosten: DFL zahlt und will jetzt 584.000 Euro von Werder

Bremen - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat vier Gebührenbescheide des Landes Bremen wegen angefallener Polizei-Mehrkosten bei sogenannten Risikospielen fristgerecht beglichen. Das gab die DFL am Dienstagvormittag in einer Pressemitteilung bekannt. Es handelt sich um eine Gesamtsumme in Höhe von 1,17 Millionen Euro. Die Hälfte davon will sich die DFL von Werder Bremen zurückholen.

„Die Hälfte der Gesamtsumme, also rund 584.000 Euro, wird die DFL GmbH gemäß der gesetzlichen Regelungen zum Ausgleich im Innenverhältnis zwischen mehreren Kostenschuldnern unmittelbar dem SV Werder Bremen als zumindest Mitveranstalter der Spiele in Rechnung stellen“, heißt es in der Mitteilung. Werder treffen diese Kosten nicht unvorbereitet. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bundesligist in seiner Bilanz eine entsprechende Rückstellung von einer Millionen Euro gebildet. Es ist gut möglich, dass der Verein sogar die komplette Summe benötigen wird.

„Die andere Hälfte wird die DFL GmbH an den DFL Deutsche Fußball Liga e.V. weiterreichen, für den sie das operative Geschäft führt und die Spiele der Lizenzligen ansetzt“, heißt es in der Mitteilung. Mitglieder des DFL e.V. sind alle 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga. „Ob der DFL e.V. diesen Betrag ebenfalls – ganz oder teilweise – dem SV Werder Bremen in Rechnung stellt, ihn auf alle Clubs umlegt oder einen anderen Umgang wählt, wird das DFL-Präsidium zu gegebener Zeit entscheiden.“

Werder Bremen: Beteiligung des Profi-Fußballs an Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtmäßig 

Zum Hintergrund: Im März 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Land Bremen und der DFL festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an den Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtmäßig ist.

Die ersten Gebührenbescheide hat die DFL nun zwar bezahlt, was aber nicht bedeutet, dass das Thema für sie damit abschließend geklärt ist. „Eine Anerkennung der Rechtmäßigkeit der Gebührenbescheide oder der Verfassungsmäßigkeit ihrer Rechtsgrundlage im Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetz seitens der DFL GmbH ist damit jedoch ausdrücklich nicht verbunden“, heißt es in der Pressemitteilung. Vielmehr hat die DFL gegen die Gebührenbescheide Widerspruch erhoben. (dco)

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Derweil hat Werder Bremen mit den Ausfällen acht verletzten Spielern zu kämpfen. Nun steht fest, dass Milot Rashica als erster Spieler zurückkehren wird. Und dann? Einem ehemaligen Profi von Werder Bremen ist die Hutschnur geplatzt: Nach der EM-Quali-Pleite der Israelis soll Nationalcoach Andreas Herzog seine Spieler beleidigt haben. „Ich zähle schon die Tage runter, bis wir nach Berlin fahren“ - Neuzugang Leonardo Bittencourt ist heiß auf sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen.

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