Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder Bremen, will für die SPD bei der Wahl 2023 in die Bremer Bürgerschaft einziehen.
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Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder Bremen, will für die SPD bei der Wahl 2023 in die Bremer Bürgerschaft einziehen.

Werder-Präsident tritt für SPD bei Bürgerschaftswahl an

Einsatz für die SPD - Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald erklärt seinen neuen Job: „Diese Expertise will ich gerne einbringen“

Bremen – Der SV Werder Bremen hatte schon immer eine gewisse Nähe zur SPD. Willi Lemke war zum Beispiel Anfang des Jahrtausends Senator für Bildung in Bremen und gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder. Hubertus Hess-Grunewald ist auch schon 40 Jahre lang Mitglied der SPD – und nun wurde der Präsident und Geschäftsführer des SV Werder von seiner Partei als sogenannter „Quereinsteiger“ für die Wahl zur Bremer Bürgerschaft im Mai 2023 aufgestellt. Die DeichStube hat den 61-Jährigen gefragt, warum er zugesagt hat und was er politisch plant.

Seien Sie ehrlich Herr Hess-Grunewald: Sie treten nur für die SPD bei der Bürgerschaftswahl an, um Werder dann von den Polizeikosten zu befreien, oder?

Ich werde bei der Thematik weiterhin die Meinung vertreten, die ich auch in der Vergangenheit vertreten habe. Auch in einer Partei gehören für mich unterschiedliche Meinungen und Positionen dazu. Bei diesem Sachthema gibt es sicherlich unterschiedliche Auffassungen. Dass Werder und das Innenressort aber auch sehr gut miteinander arbeiten können, haben gerade die notwendigen Maßnahmen während der Pandemie gezeigt.

Wo liegen Ihre politischen Schwerpunkte?

Ich bin vom Beruf Jurist und Fachanwalt für Arbeitsrecht und arbeite in Ehren- und Hauptamt seit 30 Jahren im Sport. Diese Expertise will ich gerne einbringen und könnte mir auch die Arbeitsmarktpolitik als Feld vorstellen. Aber ich kann nur das Angebot machen, die Fraktion wird im Falle einer Wahl entscheiden, in welchem Bereich sie mich am besten eingesetzt sieht.

Werder-Bremen-Präsident Hubertus Hess-Grunewald erklärt seinen neuen Job: „Diese Expertise will ich gerne einbringen“

Wie kann Werder davon profitieren?

Ich werde meine Meinungen zu Sachthemen, die Werder betreffen, sicherlich nicht ändern. Ich bin ja als Werder-Präsident angefragt worden. Es ist aber wichtig, bei allen Sachthemen die Rollenklarheit zu beachten und für Transparenz zu sorgen.

Die Strukturkommission bei Werder hat vorgeschlagen, dass der Präsident gleichzeitig nicht mehr Geschäftsführer sein darf und dafür im Aufsichtsrat sitzen soll. Ende des Jahres könnten Sie dadurch Ihren hauptamtlichen Job als Geschäftsführer verlieren. Welche Rolle hat das bei ihrer Zusage für die SPD gespielt? Und wie passen Ihre Posten als Aufsichtsrat und Präsident des SV Werder Bremen sowie als möglicher Abgeordneter zusammen?

Ehrlich gesagt hat das überhaupt keine Rolle gespielt. Die mögliche Tätigkeit als Abgeordneter ist aufgrund der dahinterliegenden Idee eines Teilzeitparlaments mit einer normalen beruflichen Tätigkeit vereinbar. Daher wäre es auch unerheblich, in welcher Rolle ich bei Werder tätig bin.

Schon gelesen? Risikospiele: Nach dem Aufstieg droht Werder Bremen auch diese Saison wieder die Weitergabe anfallender Polizeikosten!

Werder-Bremen-Präsident Hubertus Hess-Grunewald über politische Ziele: „Ich habe keinen politischen Karriereplan“

Sie sind von der SPD als Quereinsteiger nominiert worden, so wie vor drei Jahren ein gewisser Andreas Bovenschulte. Der ist jetzt Bürgermeister. Welches Amt streben Sie noch an?

Ich habe keinen politischen Karriereplan, sondern würde mich zunächst sehr darüber freuen, als Abgeordneter in die Bürgerschaft einzuziehen.

Noch eine sportliche Frage: Was erwarten Sie von Werder als Aufsteiger in die Bundesliga?

Ich hoffe, dass wir die Euphorie, die durch den Aufstieg entstanden ist, mitnehmen können und unsere Fans auch in der Bundesliga begeistern werden. Unser Ziel muss es in der nächsten Saison sein, die Klasse zu halten, um den Grundstein zu legen, Werder mittelfristig wieder in der Bundesliga zu etablieren. (kni)

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