Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald wird zum Jahresende aus der Geschäftsführung und dem operativen Geschäft ausscheiden.
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Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald wird zum Jahresende aus der Geschäftsführung und dem operativen Geschäft ausscheiden.

Veränderungen in Werders Geschäftsführung

Hess-Grunewald scheidet zum Jahresende aus Werders Geschäftsführung aus - Laufmann soll als erste Frau in der Vereinsgeschichte nachrücken

Bremen - Seit acht Jahren ist Hubertus Hess-Grunewald inzwischen als Geschäftsführer der ausgegliederten Kapitalgesellschaft des SV Werder Bremen tätig - nun ist offiziell, dass kein weiteres mehr hinzukommen wird. Wie der 61-Jährige am Mittwochnachmittag via Vereinsmitteilung verlauten ließ, wird er zum Jahresende aus der Geschäftsführung ausscheiden. Es ist eine Ankündigung, die den Weg freimacht für eine groß angelegte Strukturreform innerhalb des Bundesligisten, über die die Mitglieder im November entscheiden sollen.

„Ich fühle mich dem Verein und der notwendigen Modernisierung der Strukturen verpflichtet“, sagt Hubertus Hess-Grunewald, um dessen Doppelfunktion es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen gegeben hatte. Als Präsident des SV Werder Bremen e.V. wurde Hess-Grunewald quasi automatisch in die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft entsandt - eine Regelung, die nicht mehr zeitgemäß ist und künftig nicht mehr gelten soll, um damit den Themen Good Governance und Compliance Rechnung zu tragen.

Bereits im Juni hatte das Werder-Präsidium seinen Mitgliedern offiziell empfohlen, bei der nächsten Versammlung am 20. November einer Satzungsänderung zuzustimmen. Diese beinhaltet, dass der Präsident künftig nicht mehr zeitgleich auch einer der Geschäftsführer in der Kapitalgesellschaft für die ausgegliederten Profiabteilungen sein darf - und auch kein anderes Mitglied des geschäftsführenden Präsidiums. Vielmehr soll der Präsident dem Aufsichtsrat vorsitzen. Seit knapp einem Jahr arbeitet eine Strukturkommission an der geplanten Satzungsänderung, für die Hubertus Hess-Grunewald mit seinem Schritt nun ebenfalls wirbt. „Durch die Aufgabe der Doppelfunktion als Geschäftsführer in der Kapitalgesellschaft und als Präsident im e.V. möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir mit modernen Governance-Strukturen in die Zukunft gehen können“, betont er.

Werder Bremen-Präsident Hubertus Hess-Grunewald steigt zum Jahresende aus der Geschäftsführung aus

Stimmen die Vereinsmitglieder am 20. November für die Satzungsänderung, hat der Präsident des SV Werder Bremen e.V. künftig also einen Platz im Aufsichtsrat sicher. Für das Präsidenten-Amt möchte sich Hubertus Hess-Grunewald während der Versammlung zur Wiederwahl stellen. Klar ist schon jetzt: Die Änderung zieht weitere personelle Konsequenzen nach sich. Offen ist beispielsweise noch die Frage, wer eigentlich für den Präsidenten im sechsköpfigen Gremium seinen Platz räumt. Infrage kommen dafür nur die vom Verein direkt entsandten Marco Fuchs und Axel Plaat. Die anderen vier Mitglieder Florian Weiß, Harm Ohlmeyer, Ulrike Hiller und Dirk Wintermann sind noch bis 2025 von den Mitgliedern gewählt. Es wird aber dem Vernehmen nach auch über eine vorübergehende Aufstockung des Aufsichtsrats nachgedacht.

Die nominelle Lücke, die Hess-Grunewald zum Jahresende in der Geschäftsführung des SV Werder Bremen hinterlässt, soll derweil nicht nur aufgefüllt, sondern das Gremium insgesamt um einen Posten auf vier Geschäftsführer erweitert werden. An die Seite von Klaus Filbry und Frank Baumann rückt bereits ab dem 1. September der Jurist Tarek Brauer, der bisher als Direktor Recht und Personal ein Teil von Werders Geschäftsleitung war. „Tarek Brauer hat in den letzten Jahren in seinen Aufgabenfeldern hervorragende Arbeit geleistet und wichtige Impulse in den Veränderungsprozess bei Werder gegeben. Der Aufsichtsrat hat sich einstimmig für ihn als neuen Geschäftsführer entschieden“, erklärt der Aufsichtsratvorsitzende Marco Fuchs. Brauer selbst betont: „Ich freue mich über das Vertrauen, dass mir vom Aufsichtsrat mit der Berufung in die Geschäftsführung entgegengebracht worden ist. Wir stehen bei Werder vor großen strategischen Aufgaben. Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, diese Herausforderungen zu meistern.“

Werder Bremen: Anne-Kathrin Laufmann soll als erste Frau in die Geschäftsführung aufrücken

Der (noch zu schaffende) vierte Posten in der Geschäftsführung ist darüber hinaus für Anne-Kathrin Laufmann, Werder Bremens bisherige Direktorin CSR, vorgesehen. Zunächst wird sie ab dem 1. September in die Geschäftsleitung aufrücken und mit Prokura ausgestattet. Nach dem Ausscheiden von Hubertus Hess-Grunewald soll sie ab dem 1. Januar 2023 dann auf Wunsch des Aufsichtsrats in die Geschäftsführung aufrücken, worüber es durchaus Diskussionen gab.

Innerhalb der Satzungskommission hatte es zuvor nämlich Bestrebungen gegeben, dass der Verein künftig gar nicht mehr in der Geschäftsführung vertreten sein darf. Hess-Grunewald setzte schließlich aber einen Kompromiss durch. So ist vorgesehen, dass das Vereinspräsidium dem Aufsichtsrat weiterhin eine Person für die Geschäftsführung vorschlagen darf. Mit Laufmann ist das in einer Art Vorgriff bereits geschehen, das Kontrollgremium gab - vorbehaltlich des Mitgliedervotums am 20. November - auch schon grünes Licht.    

„Eine hochqualifizierte Frau“: Anne-Kathrin Laufmann soll erste Frau in Werder Bremens Geschäftsführung werden

„Für uns ist es wichtig, mit Anne-Kathrin Laufmann eine hochqualifizierte Frau in die Geschäftsführung aufzunehmen, die sich bei Werder Bremen zu einer hervorragenden Führungskraft entwickelt hat“, sagt Aufsichtsratsmitglied Ulrike Hiller. Stimmen die Mitglieder der Reform zu, ist für Laufmann der Weg frei, um als erste Frau in Werder Bremens Geschäftsführung einzuziehen. „Die Berufung in die Geschäftsleitung und die Perspektive, Verantwortung in der Geschäftsführung übernehmen zu können, freuen mich sehr. Ich möchte in der neuen Funktion weiterhin daran mitarbeiten, Werder Bremen nachhaltig zu gestalten und in all seinen Facetten zukunftsfähig aufzustellen“, betont sie. (dco)

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