Milos Veljkovic (rechts) ist nur einer von drei Profis im Kader des SV Werder Bremen, der schon einmal beim Hamburger SV im Volksparkstadion das grün-weiße Trikot trug.
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Milos Veljkovic (rechts) ist nur einer von drei Profis im Kader des SV Werder Bremen, der schon einmal beim Hamburger SV im Volksparkstadion das grün-weiße Trikot trug.

Erst drei Bremer spielten für Werder in Hamburg

Premiere in der Fremde: Viele Werder-Profis betreten im Nordderby beim HSV Neuland

Bremen - Milos Veljkovic ist mit seinen 26 Jahren weit davon entfernt, ein Geschichten-Onkel zu sein. Und doch könnte sich der Verteidiger des SV Werder Bremen in diesen Tagen genüsslich in die Kabine setzen, seine Teamkollegen um sich versammeln und emotional aus der Vergangenheit berichten. Einzig Torhüter Jiri Pavlenka und Stürmer Niclas Füllkrug wären in der Lage, nickend zuzuhören, der Rest dürfte überaus interessiert den Neuigkeiten lauschen. Denn im aktuellen Kader der Bremer verfügt nur dieses Trio über Erfahrungen darüber, welchen besonderen Reiz ein Nordderby in der Heimat des Erzrivalen verströmt.

„Dieses Thema wird von Tag zu Tag präsenter. Für einige Spieler wird es das erste Nordderby in Hamburg sein“, weiß auch Clemens Fritz, Leiter Scouting und Profifußball beim SV Werder Bremen, der selbst etliche Male das vielleicht schönste und zugleich schwierigste Spiel für die Grün-Weißen bestritten hat. Und deshalb erklärte er vor dem Nordderby beim HSV auf Nachfrage der DeichStube: „Sie werden in den nächsten Tagen spüren, dass dieses Spiel wirklich etwas Besonderes für die Bremer ist. Da wirst du schon mal beim Bäcker oder an der Tankstelle angesprochen. Alle wünschen dir Glück, weil natürlich alle dieses Spiel gewinnen wollen.“

Werder Bremen: Milos Veljkovic hat bisher noch kein Nordderby beim Hamburger SV verloren

Milos Veljkovic kann sich damit rühmen, dass er eine vernünftige Bilanz hat. Fünf Nordderbys hat er bislang gespielt, zwei davon an der Elbe – und beide Male wurde nicht verloren. Gewonnen hat er mit Werder Bremen allerdings auch nicht. Im November 2016 gab es nach Treffern von Michael Gregoritsch (2) sowie Fin Bartels und Serge Gnabry ein 2:2, im September 2017 folgte eine Nullnummer. Bei Letzterer war auch Keeper Pavlenka dabei, der zudem beim Rückrunden-Vergleich im Februar 2018 seinen Kasten sauber hielt (1:0). Da der HSV anschließend erstmals in der Vereinsgeschichte abstieg und der Tscheche bei der Derby-Neuauflage in der Hinrunde nur auf der Bank saß, ist seine Bilanz gegen die Hamburger bislang makellos.

Im Falle von Niclas Füllkrug geht der Blick sogar noch weiter zurück in die Historie. Als Marko Marin, Tom Trybull und Marko Arnautovic vor mehr als zehn Jahren, genauer gesagt: am 18. Februar 2012; einen 3:1-Triumph des SV Werder Bremen im Volkspark herausschossen, saß das damalige Sturmtalent mit auf der Bank. Als man sich im September 2012 abermals traf – dieses Mal in Bremen – gab es beim 2:0-Sieg über den HSV Füllkrugs ganz persönliche zehnminütige Nordderby-Premiere.

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Werder Bremen: Nur drei Bremer Profis haben bisher ein Nordderby gegen den HSV gespielt

Einige seiner jetzigen Teamkollegen spürten erstmals bei der 0:2-Niederlage vor einigen Monaten die Rivalität auf dem Platz und den Rängen. Unter ihnen auch Nicolai Rapp, der nach Werders Niederlage gegen den HSV auf eine Revanche im Rückspiel hofft. Andere haben noch nicht einmal das geschafft. Ömer Toprak etwa. Der Abwehrchef des SV Werder Bremen hat im Laufe seiner langen Karriere zwar schon 16 Mal mit anderen Vereinen gegen den HSV gespielt – aber nie in einem Nordderby. Da er in der Hinrunde verletzt war, dürfte es nun bei normalem Verlauf soweit sein.

Wie laut es am Sonntag genau wird, ist aktuell noch unklar. Bislang sind 10.000 Karten verkauft worden, der HSV hofft aber darauf, dass die Politik in dieser Woche noch grünes Licht gibt und mehr Besucher ins Stadion dürfen. „Ich weiß zwar nicht, wie viele Zuschauer kommen dürfen, aber die Stimmung wird toll, es wird sehr laut sein“, ist sich Clemens Fritz schon jetzt sicher. „So willst du das als Fußballer auch haben. Aber wir müssen auch kühlen Kopf bewahren und auf jeden Fall unsere Bestleistung abliefern, um von dort etwas mitzunehmen“, sagt der ehemalige Kapitän des SV Werder Bremen.

Werder Bremen gegen den HSV: Ole Werner freut sich aufs Nordderby - „Eins der größten Derbys in Deutschland“

Ganz ähnlich sieht es Trainer Ole Werner – gerade nach Werders ärgerlichem 1:1 gegen den FC Ingolstadt. „Ich freue mich aufs Nordderby. Es ist eins der größten Derbys in Deutschland“, sagte er bereits im Nachgang der jüngsten Partie über das Duell mit dem HSV. „Wir wollen mit 100 Prozent auf dem Platz stehen. Jedem ist klar, dass wir das auch tun müssen. Es ist ein enorm wichtiges Spiel, sowohl für die Tabelle als auch emotional für die Fans und uns.“ Und wer bei Werder Bremen doch noch kabineninterne Nachhilfe braucht, ist sicherlich bei Milos Veljkovic an der richtigen Adresse. Das Nordderby zwischen Werder und dem HSV darf nun vor deutlich mehr Zuschauern ausgetragen werden. (mbü)

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