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Zunächst muss Werder Bremen in den kommenden Monaten auf Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede wegen einer Knie-Operation verzichten.

Bremen sucht einen Sechser

Holt Werder Ersatz für Bargfrede? Kohfeldt: „Nicht unter brutalem Handlungsdruck“

Bremen – Der Zeitplan ist ausgearbeitet, die Rehaphase strikt durchgeplant – schließlich haben sie bei Werder Bremen ein großes Ziel: Philipp Bargfrede soll so schnell wie möglich wieder auf dem Fußballplatz stehen.

„Das klare Ziel ist, dass er im Laufe der Hinrunde wieder zur Mannschaft stößt“, sagt Trainer Florian Kohfeldt über den Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede, der sich Mitte Mai seiner bereits achten Knie-OP hatte unterziehen müssen. Bargfrede kennt das, dieses Sich-zurück-kämpfen-müssen. Seine ganze Karriere ist geprägt davon, was die Hoffnung nährt, dass es der 30-Jährige auch dieses Mal schafft. Bis es soweit ist, steht Werder Bremen allerdings vor einem Problem. „Für uns stellt sich in der Kaderplanung natürlich die Frage, wie wir das auffangen“, sagt Kohfeldt, dessen Mittelfeld plötzlich zur Baustelle geworden ist.

Werder Bremen: Nuri Sahin nicht Top-Alternative

Klar ist: Werder Bremen muss handeln. Mit Bargfrede zu planen, ist nach dem Eingriff mit noch mehr Risiko behaftet als sonst schon. Und Nuri Sahin, das hat die vergangene Saison gezeigt, ist nicht in jeder Situation eine Top-Alternative – zumindest nicht als alleiniger Sechser. „Es geht auch darum, das systematisch aufzufangen“, sagt Kohfeldt. „Nuri fühlt sich defensiv schon wohler auf einer Doppel-Sechs.“

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Einen Vorschlag, wie es langfristig ohne Philipp Bargfrede gehen kann, hatte Kohfeldt schon mehrfach während der vergangenen Saison gemacht, indem er im Laufe einer Partie Maximilian Eggestein auf die Position verschob. Mit durchaus akzeptablen Resultaten. „Wir haben mit Maxi jemanden, der ein Top-Sechser sein kann“, lobt der Trainer. Der 22-Jährige selbst erklärt, mit der Rolle „kein Problem“ zu haben. Er sagt aber auch, kein zweiter Philipp Bargfrede zu sein: „Einen Spieler mit seinen Stärken haben wir nicht nochmal in unserem Kader.“

Bargfrede-Verletzung: Werder Bremen gibt genauen Grund nicht bekannt

Allerdings auch keinen mit so ausgeprägten Verletzungsanfälligkeiten. Den genauen Grund für die Knie-OP gibt Werder Bremen nicht bekannt. Klar ist nur, dass Sportchef Frank Baumann weiter auf Bargfredes Comeback-Qualitäten setzt: „Bargi ist schon oft stark zurückgekommen. Trotz der vielen Verletzungen hat er eine unglaubliche Qualität.“ Und dennoch: Der Ruf nach Verstärkung bleibt – schließlich dürfte im Bremer Mittelfeld verletzungstechnisch sonst gar nichts mehr passieren. Kohfeldt sieht Werder aber „nicht unter brutalem Handlungsdruck“.

Der Trainer und auch Sportchef Baumann hatten zuletzt mehrfach betont, zunächst in den eigenen Reihen nach Ersatz schauen zu wollen. Für eine große, externe Lösung fehlt dem Verein auch schlicht das Geld. Neben Maxi Eggestein spuckt die Suche im eigenen Stall noch den Namen Jean-Manuel Mbom aus. Der 19-Jährige gehört zwar seit einem Jahr zum Profi-Kader von Werder Bremen, hat aber noch kein Bundesliga-Spiel absolviert, stand auch nur einmal im Kader.

Werder Bremen: Coach Kohfeldt sieht Jean-Manuel Mbom als Option für die Zukunft

Kohfeldt sieht in Jean-Manuel Mbom eine Option für die Zukunft von Werder Bremen und nicht zwingend schon für die Gegenwart: „Ich will nicht ausschließen, dass er in der neuen Saison eine größere Rolle bei uns einnimmt als bisher. Die fußballerischen Qualitäten hat er. Aber es kann auch sein, dass er erstmal woanders Spielpraxis sammelt.“ Das heißt wohl: Ausleihe in die Zweite Liga statt Sprung ins kalte Wasser beim SV Werder.

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Wie auch immer die Lösung auf der Sechser-Position am Ende aussieht, ein Fakt lässt darauf hoffen, dass es auch ohne Bargfrede funktionieren wird. Bis vor Kurzem war es nämlich noch wie ein Werder-Gesetz: Mit Bargfrede auf dem Platz punkten die Bremer mehr als ohne den Mittelfeld-Abräumer. Doch dieses Gesetz hat das Team in der abgelaufenen Saison außer Kraft gesetzt. In den 15 Partien mit „Bargi“ sammelte Werder Bremen 22 Punkte ein, was einen Punkteschnitt von 1,46 ergibt. Ohne den 30-Jährigen sprangen in 19 Spielen aber 31 Punkte heraus – der Punkteschnitt liegt bei 1,63. Schlussfolgerung: Die Mannschaft hat sich bereits ein Stück weit von Bargfrede emanzipiert.

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