Amos Pieper ist einer von sechs Neuzugängen des SV Werder Bremen in diesem Sommer.
+
Amos Pieper ist einer von sechs Neuzugängen des SV Werder Bremen in diesem Sommer.

Werder-Start in die Bundesliga-Saison

Bloß nicht wieder runter in die 2. Liga, aber reicht bei Werder Bremen die Qualität?

Bremen – Plötzlich hielt dieser Kleinbus vor der kleinen, aber feinen Pizzeria in Zell am Ziller – und spuckte einen Profi des SV Werder Bremen nach dem anderen aus. Sicher mehr als erlaubt, aber es schüttete auch in Strömen. Und für die kurze Fahrt vom Hotel dürfte der zweite Gang gereicht haben. Die nicht ganz komplette Mannschaft war jedenfalls bestens gelaunt an diesem freien Abend im Trainingslager in Österreich. Es gab Pizza und Pasta – und zum Abschluss noch ein schönes Spielchen. Es wurde nicht einzeln bezahlt, sondern der spendable Gastgeber ausgelost. Was ganz gut zur bevorstehenden Werder-Saison passt: Den Aufsteiger erwartet in der Bundesliga durchaus eine Lotterie, weil die sportliche Führung aufgrund beschränkter finanzieller Mittel auch ein bisschen zocken musste.

Klar, die Euphorie nach dem direkten Wiederaufstieg war riesig – die Aufgabe für Sportchef Frank Baumann und dessen rechte Hand Clemens Fritz aber auch nur unwesentlich kleiner. Die Mannschaft musste verstärkt werden. Schließlich soll es bloß nicht sofort wieder runtergehen. Doch Geld stand für Neuzugänge kaum zur Verfügung. Also wurden gleich sechs ablösefrei Spieler verpflichtet: Niklas Stark (Hertha BSC), Amos Pieper (Arminia Bielefeld), Mitchell Weiser (Bayer Leverkusen), Lee Buchanan (Derby County), Dikeni Salifou (FC Augsburg U19) und Oliver Burke (Sheffiel United). Letzterer galt mal als das große Los im Fußball, war aber für viele Clubs eher eine Niete. Nun soll der Schotte in Bremen zum Hauptgewinn werden. Denn bei Burke und auch beim jungen Engländer Lee Buchanan geht es nicht nur um den sportlichen Wert, insgeheim hofft Werder Bremen auch darauf, dass beide Spieler für die so finanzstarken Clubs auf der Insel interessant werden und dann hohe Ablösen einbringen.

Werder Bremen: Jens Stage ist der einzige Neuzugang, der eine Ablöse kostete

Bei Stark, Pieper und Weiser geht es dagegen mehr um deren Bundesliga-Erfahrung. Nach dem Verzicht auf Ömer Toprak (Antalyaspor) braucht Werder Bremen eine neue Führung und Stabilität. Im Mittelfeld wurde dafür tief in die Tasche gegriffen. Der Däne Jens Stage (FC Kopenhagen) kostete eine Ablöse von vier Millionen Euro. Er soll der neue Thomas Delaney werden. Aber kann Stage das auch?

Mit Jens Stage in der Startelf? Die Aufstellung von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg!

Es gibt viele Fragen bei den Grün-Weißen. Dazu zählt einmal mehr die Position des Sechsers, für die kein Neuzugang geholt wurde. Christian Groß und Ilia Gruev sind dafür vorgesehen. In der 2. Liga war das okay, aber reicht ihre Qualität auch für das deutsche Fußball-Oberhaus? Gleiches gilt für Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch. Sind sie auch gegen stärkere Gegner weiterhin so treffsicher? Wie macht sich der junge Marco Friedl als neuer Kapitän? Und wie kommt der bislang eher erfolgsverwöhnte Trainer Ole Werner mit möglicherweise viel schwierigen Zeiten in seiner ersten Bundesliga-Saison klar?

Werder-Bremen-Manager Frank Baumann: Belegen vom Gehaltsbudget her einen Abstiegsplatz in der Bundesliga

Am 6. August wird es für den SV Werder Bremen beim Bundesliga-Auftakt in Wolfsburg (ab 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) die ersten Antworten geben. Für Frank Baumann geht es dort schon um die ersten Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Als Aufsteiger könne es kein anderes Ziel geben. Vom Gehaltsbudget her würde Werder Bremen einen Abstiegsplatz belegen. „Wenn man sich die Bundesliga der neuen Saison anschaut, kann man sich schon die Frage stellen, wer da eigentlich am Ende absteigen soll“, meint Baumann, der sich trotzdem natürlich auf die Bundesliga freut und auch auf ambitionierten Fußball seiner Mannschaft hofft: „Aber es wird eine große Herausforderung für uns sein, nicht bei der Verlosung mitzumachen, wer nach der Saison runtergehen muss.“

Womit thematisch der Bogen in besagte Pizzeria geschlagen wäre. Dort steckten die Profis von Werder Bremen nach dem Essen ihre Kreditkarten in eine Mütze. Normalerweise zieht dann der Kellner nach und nach die einzelnen Karten – und der Besitzer der letzten muss die komplette Rechnung bezahlen. Im Zillertal übernahm allerdings Ducksch den Job und sorgte dafür – was für eine Überraschung -, dass in Amos Pieper ausgerechnet ein Neuzugang blechen musste. Und die Moral von der Geschicht‘: Werder Bremen muss in der Bundesliga auch ein bisschen tricksen, um zu gewinnen… (kni) Schon gelesen? So seht Ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg live im TV und im Live-Stream!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare