+
Werder Bremen wollte mal Stürmer Radamel Falcao (hier im Trikot Kolumbiens bei der WM 2018) verpflichten, bevor er zum Weltstar wurde.

Ex-Werder-Manager flog nach Südamerika

Klaus Allofs wollte Radamel Falcao nach Bremen holen

Der SV Werder Bremen ist um eine große „Was wäre, wenn...“-Geschichte reicher: 2008 waren die Grün-Weißen an einer Verpflichtung von Radamel Falcao interessiert, als der spätere Weltstar noch ein kleines Licht war.

Kolumbianer Falcao, damals 22 Jahre alt, spielte bei River Plate in Argentinien und war in Europa noch weitgehend unbekannt. Einer, der ihn schon auf dem Zettel hatte, war indes Klaus Allofs. Der damalige Manager von Werder Bremen hatte im Laufe seiner Amtszeit eine ganze Reihe Südamerikaner nach Bremen geholt. Einige schlugen ein, Diego und Naldo zum Beispiel. Andere scheiterten: wie Carlos Alberto und Marcelo Moreno.

Wo sich Falcao eingereiht hätte, ist spekulativ. Angesichts der Karriere, die der heute 34-Jährige hingelegt hat, wäre ein Wechsel zu Werder Bremen rückblickend jedenfalls ziemlich spannend gewesen. Die Geschichte von seinem Vielleicht-Fast-Transfer hat Falcao nun in einem Interview mit „ESPN Colombia“ erzählt. Demnach war Allofs im Juni 2008 extra nach Südamerika geflogen, um Falcao und seinen Mitspieler Fabian Vargas in einem Länderspiel der kolumbianischen Nationalmannschaft gegen Ecuador zu beobachten.

Werder Bremen: Klaus Allofs wollte Falcao und Fabian Vargas verpflichten

„Er kam angeblich extra für uns beide“, übersetzt „transfermarkt.de“ aus dem Gespräch mit Falcao. Doch für Allofs sollte die Reise umsonst gewesen sein: „Wir haben uns in diesem Spiel 80 Minuten aufgewärmt, aber keiner von uns hat gespielt.“ Das Spiel endete schließlich 0:0. Pech für den Bremer Manager.

Nach der Partie kam es immerhin noch zu einem kurzen Treffen zwischen Allofs und den beiden Spielern, für die er sich interessierte. „Wir trafen ihn später am Flughafen wieder und er erzählte uns, dass er extra aus Deutschland gekommen war, weil er uns beide in dieselbe Mannschaft bringen wollte. Aber am Ende hat er nichts unternommen.“ Zu einem konkreten Angebot kam es offenbar nicht. Möglicherweise scheiterte der Transfer an der fehlenden Live-Beobachtung.

Falcao: Kein Wechsel zu Werder Bremen - stattdessen Start einer Weltkarriere

Später dürfte sich Klaus Allofs, der übrigens auch mal versucht hat, Toni Kroos zu Werder Bremen zu holen, geärgert haben. Falcao wechselte schließlich 2009 für gut fünf Millonen Euro Ablöse zum FC Porto und startete eine Weltkarriere. 2011 ging er für 40 Millionen Euro zu Atletico Madrid, wiederum zwei Jahre später für 43 Millionen Euro zur AS Monaco. Weitere Stationen seiner Vita: Manchester United, FC Chelsea und, aktuell, Galatasaray Istanbul. Falcao gewann zwei Mal die Europa League und ist Rekordtorschütze der Nationalmannschaft Kolumbiens. Zwischendurch lag sein Marktwert laut „transfermarkt.de“ bei 60 Millionen Euro.

Die Laufbahn von Fabian Vargas, heute 40 Jahre alt, verlief derweil weniger schillernd. Der defensive Mittelfeldspieler wagte 2009 den Sprung nach Europa, von den Boca Juniors ging er nach Spanien zu UD Almeria. Nach einem Jahr bei AEK Athen 2011/2012 zog es den Kolumbianer zurück nach Südamerika, wo er nach Stationen in Argentinien, Ecuador und Kolumbien 2018 schließlich seine Karriere beendete. Vargas und Falcao – wie hätten sie sich wohl bei Werder Bremen geschlagen? (han)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare