Der Ex-Bremer Davie Selke schoss das 3:1 für RB Leipzig im Oktober gegen Werder - sein bisher letztes Bundesliga-Tor.
+
Der Ex-Bremer Davie Selke schoss das 3:1 für RB Leipzig im Oktober gegen Werder - sein bisher letztes Bundesliga-Tor.

Ex-Bremer bei RB Leipzig

Davie Selke vor Rückkehr ins Weserstadion: "Ich werde jeden Empfang hinnehmen"

Bremen - Erstmals seit seinem Abgang aus Bremen vor zwei Jahren kehrt Davie Selke mit RB Leipzig ins Weserstadion zurück. Dabei macht er sich auf jeden möglichen Empfang gefasst.

Zwei Jahre ist es gerade mal her, da war Davie Selke bei Werder Bremen auf dem Weg zum Publikumsliebling. Das Talent aus dem eigenen Stall spielte eine starke Premieren-Saison in der Bundesliga, schoss neun Tore und half Werder entscheidend bei der Mission Klassenerhalt. Dann aber kam der 1. April 2015, der Tag, an dem Werder-Manager Thomas Eichin Selkes Wechsel für rund neun Millionen Euro zum damaligen Zweitligisten RB Leipzig bekanntgab. Schlagartig wurde aus Zuneigung Abneigung, die Fans pfiffen den Stürmer bei Heimspielen aus.

Zwei Jahre später ist RB Leipzig eine feste Größe in der Bundesliga, und Davie Selke kehrt erstmals seit seinem Wechsel ins Bremer Weserstadion zurück. "Ganz ehrlich", sagt Selke vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) im Interview mit der "Sportbild", "ich weiß nicht, wie die Fans reagieren. Aber ich werde jeden Empfang hinnehmen." Und egal wie der Empfang ausfalle, bemüht sich Selke um Diplomatie, "er wird nichts an meiner Sichtweise ändern, dass ich die Werder-Fans für etwas ganz Besonderes in der Bundesliga halte".

Die Sympathie-Bekundungen werden ihm am Samstag wohl nichts nützen, im Weserstadion muss er sich auf ein Pfeifkonzert einstellen. So ganz haben die Fans ihm den Wechsel immer noch nicht verziehen. Nicht zuletzt, weil er seinem Ex-Verein bereits in der Hinrunde in Leipzig beim 3:1-Sieg ein Tor eingeschenkt hatte. Dieser Treffer vom 23. Oktober war übrigens Selkes bisher letzter in der Bundesliga. Der 22-Jährige ist nur noch Bankdrücker beim Tabellenzweiten. Von daher dürfte bei den Reaktionen am Samstag auch ein Hauch Spott mitschwingen.

Kein Einsatz im Weserstadion? "Das wäre sehr hart für mich"

Nach zwei Spielen ohne jede Einsatzminute ist es allerdings nicht unwahrscheinlich, dass Selke auch gegen Bremen gar nicht zum Zug kommt. "Das wäre sehr hart für mich", sagt der Stürmer, der nicht mehr ins System von Trainer Ralph Hasenhüttl passt. "Die ganze Situation ist gerade sicher nicht einfach für mich", meint Selke. "Ich kann nicht mehr machen, als mich anzubieten und im Training Vollgas zu geben, um gegen Bremen eine Alternative zu sein."

Ex-Kollege Zlatko Junuzovic bedauert den schweren Stand Selkes. "Es ist schade, dass ein Spieler mit diesem Potenzial nicht spielt", sagte Werders Österreicher am Dienstag in einer Medienrunde und prophezeit ihm weiterhin eine große Zukunft: "Wenn er spielt, macht er auch Tore. Seine Zeit wird kommen."

Zu einigen der ehemaligen Mitspieler hat Selke Kontakt gehalten. Zum Beispiel zu Clemens Fritz, der "damals eine wichtige Leitfigur für mich" gewesen sei. Und einen engen Kumpel hat er in Bremen immer noch. "Ich schreibe oft mit Florian Grillitsch", erzählt Selke. Vielleicht gibt er ihm auch den einen oder anderen Rat: Nachdem der Wechsel des Österreichers zur TSG 1899 Hoffenheim, dem anderen Geld-Club der Liga, bekannt wurde, zeigen auch ihm die Fans die kalte Schulter.
han/kni

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare