Aus im DFB-Pokal-Halbfinale: Am Freitagabend sorgte Emil Forsbergs Tor in letzter Sekunde für Entsetzen bei Werder Bremen (li). Im Jahr 2019 sorgte Arturo Vidal durch eine Flugeinlage im Strafraum und das daraus resultierende Elfmeter-Tor für hitzige Diskussionen.
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Aus im DFB-Pokal-Halbfinale: Am Freitagabend sorgte Emil Forsbergs Tor in letzter Sekunde für Entsetzen bei Werder Bremen (li). Im Jahr 2019 sorgte Arturo Vidal durch eine Flugeinlage im Strafraum und das daraus resultierende Elfmeter-Tor für hitzige Diskussionen.

RB Leipzig schmeißt Werder aus dem Pokal-Halbfinale

Werder Bremen hat wieder ein Finale verpasst - und Arturo Vidal fliegt immer noch

Bremen – Die Bremer Stadionregie hatte bereits im Vorfeld alles probiert, um die besondere Bedeutung eines besonderen Spiels noch einmal, nun ja, besonders hervorzuheben. Kurz vor dem Anstoß des DFB-Pokal-Halbfinals gegen RB Leipzig, als die Spieler des SV Werder Bremen am Freitagabend gerade den Rasen betreten hatten, tauchten auf den beiden Videowänden des Weserstadions plötzlich zahlreiche Köpfe auf, lächelnd, dazu winkende Hände und grün-weiße Schals.

Etliche Mitarbeiter des Vereins wollten ihrer Mannschaft auf diese Weise aus dem heimischen Wohn- oder Arbeitszimmer alles Gute wünschen. Und mittendrin in diesem Köpfe-Mosaik war in Ex-Werder-Profi Naldo sogar ein prominentes Gesicht dabei. Sozusagen als besonderer Glücksbringer. Schließlich weiß der Brasilianer, wie das geht: mit Werder Bremen das Endspiel im DFB-Pokal zu erreichen, 2009 hat er es sogar gewonnen. Genützt hat es am Freitagabend trotzdem nichts. Nach toller Leistung schieden die Bremer am Ende mit 1:2 nach Verlängerung gegen Leipzig aus, was wenig überraschend für große Enttäuschung bei ihnen sorgte – und der unerfreulichen jüngeren Werder-Geschichte der Pokal-Halbfinals das nächste Kapitel anfügte.

Werder Bremen-Niederlage im DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig „maximal bitter“

„Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn das Spiel noch zehn oder zwölf Elfmeter länger gedauert hätte“, sagte Sportchef Frank Baumann mit einem bittersüßen Lächeln und meinte damit das bereits zum Greifen nahe Elfmeterschießen, dass seiner Mannschaft in allerletzter Minute der Verlängerung von Emil Forsberg doch noch aus den Händen gerissen wurde. Bitter, „maximal bitter“ sogar, wie Trainer Florian Kohfeldt es hinterher einordnete. Zwar hatte der 38-Jährige allen Grund, mit der Leistung seines Teams zufrieden zu sein (schließlich hatte sie ihm den Job gerettet), dennoch ist er natürlich auch Sportler, einer, der in seiner vergleichsweise noch jungen Trainerkarriere schon wieder einem Endspiel hinterher trauern muss.

„Ich musste sofort an die verschiedenen Szenarien der vergangenen Jahre denken“, seufzte Florian Kohfeldt, der zuletzt 2019 und davor schon einmal als Co-Trainer in der Saison 2015/2016 mit Werder Bremen im Halbfinale gescheitert war, jeweils am FC Bayern München. Die Namen Kingsley Coman und Arturo Vidal dürften an dieser Stelle ausreichen, um auch beim Letzten Werder-Fan schmerzhafte Erinnerungen auszulösen. Kohfeldt hat die Bilder jedenfalls unlöschbar abgespeichert. „Ich glaube, Vidal fliegt heute noch“, sagte er, ehe er in die Gegenwart zurückkam, zur abermaligen Ausbremsung vor der letzten Abfahrt nach Berlin.

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt attestiert seiner Mannschaft „hervorragende Leistung“

Seiner Mannschaft attestierte der Trainer eine „hervorragende Leistung“, während Baumann hervorhob, „in jeder Phase des Spiels Chancen gehabt zu haben“. Zum Problem wurde am Ende nur, dass lediglich Leonardo Bittencourt seine auch nutzte (105.) und damit den Rückstand durch Hee-Chan Hwang (93.) egalisierte. Dann kam die Nachspielzeit der Verlängerung, dann kam Forsberg – und die ganz große Ernüchterung. Untröstlich ist wohl das Wort, dass die Gemütslage der Spieler des SV Werder Bremen nach dem Schlusspfiff am besten beschreibt. Naldo, seit jeher als emotionaler Mensch und Fußballer bekannt, wurde nach dem Spiel sicherheitshalber nicht mehr eingeblendet. (dco) Auch interessant: Clemens Fritz über angeblich beschlossenes Kohfeldt-Aus bei Werder im Sommer: „Völliger Quatsch“.

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