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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen RB Leipzig: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett vor Werder gegen Leipzig

Notizen vor Werder gegen Leipzig: Formcheck, Neuzugänge, Statistiken

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 22. Spieltag geht es um RB Leipzig.

Spruch

„Mein Bein fühlt sich schon wieder wie ein Fuß an.“

Hannes Wolf nach seiner Operation am Knöchel

Hinspiel zwischen Werder Bremen und RB Leipzig

Die Standards gaben letztlich den Ausschlag, aber nicht nur sie. Nach einer Ecke gewann Willi Orban das Kopfballduell gegen Theodor Gebre Selassie, Marcel Sabitzer schlenzte einen Freistoß wunderschön in den Winkel. Zwei Tore nach ruhenden Bällen zur vorentscheidenden 2:0-Führung. Werders Schwäche, Leipzigs Stärke. Eine Wende hätte das Spiel nehmen können, als RB plötzlich in Unterzahl war. Der bereits verwarnte Konrad Laimer hatte nach einem leichten Schubser von Leonardo Bittencourt den Ball an den Arm bekommen.

Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte Gelb-Rot, eine harte Entscheidung, die den Bremern vorläufig in die Karten spielte. Der Druck wuchs, erst recht, als Claudio Pizarro kam. In seinem 238. Bundesligaspiel, wodurch der Peruaner zum Ausländer mit den meisten Einsätzen avancierte. Doch es reichte nicht. Marcelo Saracchi machte nach einem Konter über Timo Werner und Amadou Haidara das 3:0 - der Schlusspunkt.

Verfolgt das Bundesliga-Auswärtsspiel von Werder Bremen bei RB Leipzig im Live-Ticker der DeichStube!

Statistik zwischen Werder Bremen und RB Leipzig

Viel zu holen gab es für Werder Bremen in den bisher sieben Begegnungen gegen RB Leipzig nicht. Zwei Siege stehen auf dem Konto. Viermal gewann RB, eine Partie endete remis. Beide Spiele in Leipzig gingen verloren. 2:3 am 22. Dezember 2018, als Max Kruse und Josh Sargent für Werder trafen sowie Lukas Klostermann, Timo Werner und Bruma für RB; 0:2 am 25. November 2017 mit den Torschützen Naby Keita und Bernardo.

Form von RB Leipzig

Im Spitzenspiel meldeten sich die Sachsen zurück: torloses Remis bei den Bayern, auf Augenhöhe mit den Münchnern. Wie auch in der Tabelle: Leipzig nur einen Punkt hinter dem Rekordmeister auf Platz zwei, drei Zähler vor Dortmund und Gladbach. Fünf Punkte also aus den bisherigen Spielen in der Rückrunde, in der RB zu schwächeln schien. Dem standesgemäßen 3:1 gegen Union Berlin folgte die Ernüchterung beim 0:2 in Frankfurt und dem 2:2 zu Hause gegen Gladbach.

Abwehrsorgen bei RB Leipzig

Zwei Stützen in der Verteidigung fehlten zu Beginn der Rückrunde: Willi Orban (Knieoperation) und Ibrahima Konaté (Verletzung am Hüftbeuger) zählen schon länger zum Lazarett. Auf der Innenverteidigerposition ist RB also nicht so optimal besetzt. Als Notlösung muss daher Lukas Klostermann einspringen, der von rechts außen ins Zentrum gerückt ist.

Der Nationalspieler macht seine Sache sehr gut. Trotz der Notlage durfte der abwanderungswillige Stefan Ilsanker zur Frankfurter Eintracht wechseln. „Es hatte keinen Sinn mehr“, meinte Trainer Nagelsmann. Pikante Klausel: Als RB im Pokal gegen die Eintracht antrat und sang- und klanglos ausschied, gab es auf dem Platz kein Wiedersehen. Ihm war vertraglich ein Einsatz untersagt worden.

Erfolg von RB Leipzig

Zwei Treffer von Emil Forsberg machten es möglich: RB Leipzig steht erstmals im Achtelfinale der Champions League. Der Schwede sorgte in der Schlussphase mit einem spektakulären Doppelschlag für den Ausgleich beim 2:2 gegen Benfica Lissabon. Somit hatten sich die Sachsen schon vor dem letzten Spieltag in der Königsklasse für die nächste Runde qualifiziert.

RB Leipzig: Prunkstück Offensive

Sturm und Drang bei den Sachsen. Keine Mannschaft ist so fokussiert auf die Offensive wie die RB-Truppe. Die Elf von Trainer Julian Nagelsmann, der gut mit Werder-Coach Florian Kohfeldt bekannt ist, zeichnet eine Wucht in den Angriffsbemühungen aus, die seinesgleichen sucht. Dies gilt für die Mannschaft insgesamt, wie diese Zahl belegt: In der Hinserie traf Leipzig 48 Mal, so viel wie keine andere Mannschaft, nur die Bayern (46 Tore) kamen annähernd heran.

Und die Angriffsstärke gilt auch für den Torjäger. Nationalspieler Timo Werner, der einzige in der Liga, der mit dem phänomenalen Münchner Robert Lewandowski mithalten kann. Dessen Bilanz: 13 Tore nach 13 Spielen in der Bundesliga. Werner hat sich unter der Leitung von Nagelsmann rapide entwickelt, vor allem was seine Präsenz im Sturm und seine Torgefahr betrifft.

RB Leipzig spielt sehr laufintensiv - Rekord!

So weit die Füße tragen... RB ist bekannt für ein laufintensives Spiel. In der Partie in Paderborn sind die Leipziger so viel gelaufen wie noch nie in der Saison. Die genaue Zahl: 123,67 Kilometer. Der absolute Bestwert nicht nur für die Sachsen, sondern in der Liga. Bemerkenswert dabei: Das Auswärtsspiel fand am Ende einer englischen Woche statt.

Konrad Laimer (Nummer 27) von RB Leipzig sah im Hinrunden-Spiel gegen Werder Bremen die Gelb-Rote Karte.

Gewinner Konrad Laimer

Wenn er auf dem Feld stand, siegte RB. Als er mal fehlte, verlor RB – in zwei Partien. Konrad Laimer, der Neue aus Österreich, ist ein Dauerbrenner und ein absoluter Leistungsträger im Nagelsmann-Team. Auf Anhieb hat sich der Nationalspieler aus dem Nachbarland bewährt. Bekannt für seine Qualitäten in der Balleroberung, ist der 22-Jährige unter Nagelsmann auch zu einem spielstarken und torgefährlichen Aufbauspieler gereift. Laimer soll ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein. Die Bosse sind bestrebt, den Mann über 2021 hinaus zu binden. Gespräche laufen. Der Spieler zeigt sich willig: „Meine Lust, länger zu bleiben, ist groß.“ Im Hinspiel gegen Werder Bremen sah Laimer übrigens wegen eines unglücklichen Handspiels die Gelb-Rote Karte.

Meistertipp RB Leipzig

RB Leipzig wird hoch gehandelt. Bei der traditionellen „kicker“-Umfrage, an der 239 Profis teilnahmen, gilt der Club aus Sachsen als heißer Meisterschaftstipp. Votum der Spieler: 43,1 Prozent. Die weitere Reihenfolge: Bayern 36 Prozent, Dortmund 10,8 Prozent und Gladbach 7,9 Prozent.

Herbstmeisterschaft von RB Leipzig

„Völlig egal“ ist laut eigenem Bekunden der inoffizielle Titel der Herbstmeisterschaft. „Bedeutend sind die Punkte, die wir geholt haben“, sagt Julian Nagelsmann zur Saisonhalbzeit. Sein Team habe vieles gut gemacht, aber auch Glück gehabt, dass beispielsweise Bayern und Dortmund unter ihren Möglichkeiten geblieben seien. Und die Chancen auf den Titel? „Es muss wieder eine Kombination aus Glück und Können dabei sein“, schätzt der 32-Jährige die Lage ein. Relativ sicher sei er sich, dass die Truppe unter die ersten Vier kommt. „Aber um Meister zu werden, haben wir selbst auch noch eine Performance abzurufen, die besser sein muss, als die 37 Punkte aus der Hinrunde.“

Doppel-Coup: Winter-Transfers bei RB Leipzig

Leipzig erhielt den Zuschlag. Dani Olmo, ein in Barcelona ausgebildeter Offensivallrounder, entschied sich für die Bullen. Kontrakt bis 2025, für RB ein echter Coup. Denn für den Mittelfeldmann von Dinamo Zagreb interessierten sich schon Manchester City, zuletzt Leverkusen und Wolverhampton. Die Kosten des Transfers: 20 Millionen Euro als Sockelablöse, die sich durch Bonuszahlungen auf bis zu 25 Millionen erhöhen kann.

Und zudem kam noch ein Leihspieler: Angelino, ein Spanier, der bei Manchester City unter Vertrag steht. Für den 23-jährigen Linksverteidiger zahlt RB keine Leihgebühr, vereinbarte eine Kaufoption. Beim 1:3-Pokal-Aus in Frankfurt überzeugten die beiden Winter-Transfers: Vorlage Angelino, Anschlusstreffer Olmo.

Pechvogel Tyler Adams

Erst eine chronische Verletzung an den Adduktoren, danach eine Blessur am Fuß – das Pech klebte Tyler Adams im wahrsten Sinne des Wortes am Fuß. Von Mai bis Dezember im letzten Jahr konnte somit der US-Amerikaner kein Pflichtspiel bestreiten. Erst am 17. Spieltag meldete sich der 20-Jährige zurück, auf der ungewohnten Position als rechter Verteidiger beim 3:1 gegen Augsburg. Doch am ersten Spieltag der Rückrunde stand Adams in gewohnter Rolle in der Startelf: auf der Sechs, so wie zuletzt beim 0:3 im Pokal-Finale gegen Bayern am 25. Mai 2019. „Ich bin bereit, die Lücke zu schließen“, betont Adams, der die durch den Wechsel von Diego Demme nach Neapel entstandene Vakanz anspricht.

Diego Demme erfüllt sich Traum

„Italien ist eine Erfahrung, die ich irgendwann mal machen möchte“, hatte Diego Demme in einem Interview seinen Traum beschrieben. Nun ist dieser Traum Realität geworden. Der Mittelfeldspieler durfte zum SSC Neapel wechseln – nach sechs Spielzeiten in Leipzig, gekrönt von zwei Aufstiegen. Neapel – sein Wunschverein, schließlich stammt sein Vater aus Kalabrien und ist eingefleischter Napoli-Fan, der seinem Sohn als Hommage an die Legende Maradona den Vornamen Diego gab. Demme selbst nannte stets Gennaro Gattuso als sein Vorbild, jenen Kämpfer, der nun als Coach die Neapolitaner betreut.

Für den 28-Jährigen, den RB aufgrund seiner Verdienste ziehen ließ, kassierte der Retortenclub noch zwölf Millionen Euro Ablöse als Sockelbetrag. Eine erstaunliche Preisentwicklung bei Demme: Einst kassierte Arminia Bielefeld für ihn 25.000 Euro, der SC Paderborn zwei Jahre später bei dessen Wechsel nach Leipzig 350.000 Euro, und nun stehen stolze zwölf Millionen zu Buche. Die Macher gaben Demme frei, da sich die personelle Situation im defensiven Mittelfeld entspannt hat: Tyler Adams nach Leistenverletzung und Kevin Kampl nach Fußoperation sind zurück, zudem wird Amadou Haidara (acht Spiele in der Hinrunde) noch mehr zugetraut.

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