Clemens Fritz im Zweikampf mit Bielefelds Thorben Marx.
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Clemens Fritz gelang mit dem SV Werder Bremen Historisches Der Ehrenspielführer gewann mit den Grün-Weißen 8 1 gegen Arminia Bielefeld.

Clemens Fritz erinnert sich an Werder-Spektakel

Einer geht noch rein: 8:1 – Vor 13 Jahren gelang Werder gegen Bielefeld der höchste Sieg der Vereinsgeschichte

Bremen – Der Hinweis kommt gleich zu Beginn, denn dieser Punkt ist Clemens Fritz nunmal wichtig. „Man sollte Werder Bremen und Arminia Bielefeld aus dem Jahr 2007 nicht mit Werder und Bielefeld aus dem Jahr 2020 vergleichen“, bittet Werders Leiter Profifußball – denn eines möchte er auf gar keinen Fall: Zu hohe Erwartungen oder gar falsche Hoffnungen schüren.

Schließlich ist das 2020er Arminia Bielefeld am kommenden Samstag Werder Bremens nächster Gegner in der Bundesliga. „Ein schweres Spiel, eines auf Augenhöhe“, wie Fritz betont, ehe er sich dann doch darauf einlässt und über diesen 29. September 2007 spricht. Ein Tag, der in die Bremer Vereinsgeschichte eingegangen ist – und der auch in der aktiven Karriere von Ex-Profi Fritz einen absoluten Bestwert markiert.

8. Spieltag der Saison 2007/2008: Nach einem mäßigen Saisonstart und von zahlreichen Verletzungen gebeutelt empfängt der Tabellenachte Werder Bremen den Zehnten Bielefeld. Nur elf Tage zuvor war die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf mit einem 1:2 bei Real Madrid in die neue Champions-League-Saison gestartet. Gegen Abstiegskandidat Bielefeld ist der Heimsieg nun fest eingeplant, um in der Liga nicht früh den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren. 40.120 Zuschauer sitzen im Weserstadion als Schiedsrichter Markus Merk um Punkt 15.30 Uhr anpfeift – und das Spektakel damit eröffnet.

Werder Bremens Rekordsieg gegen Arminia Bielefeld - Clemens Fritz: „Ein außergewöhnliches Spiel“

„Es war ein außergewöhnliches Spiel“, erinnert sich Clemens Fritz, und ganz am Ende, nach 90 Minuten, hatte es auch für ein außergewöhnliches Ergebnis gesorgt: Mit 8:1 setzten sich die Bremer durch. Gemeinsam mit dem 8:1 gegen Kickers Offenbach aus der Saison 1983/84 ist es bis heute der höchste Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte. Dass Fritz ihn überhaupt auf dem Platz miterleben konnte, hatte mit dem großen Pech eines Teamkollegen zu tun. Bereits in der 17. Minute bringt Peter Niemeyer die Gastgeber mit einem Traumtor in Führung. Es ist sein erstes Bundesligator, doch kurz darauf muss er verletzt raus, Knochenödem, Saison gelaufen. „Ich bin dann für Peter ins Spiel gekommen“, erinnert sich Clemens Fritz, der nach einer hartnäckigen Bauchmuskelverletzung eigentlich hatte geschont werden sollen – nun aber Teil des folgenden Schützenfestes wird. Hugo Almeida (35.) und Boubacar Sanogo (41./44.) sorgen bei einem Gegentor von Artur Wichniarek (37.) schon vor der Pause für klare Verhältnisse – 4:1. „Es war ein Tag, an dem einfach alles lief“, sagt Fritz, „das gibt es im Fußball wirklich sehr selten“.

Und deshalb kostet es Werder Bremen auch bis zum Ende aus. Per Mertesacker (59.), Markus Rosenberg (66.), Diego und nochmal Almeida (88.) lassen die Anzeigetafel glühen. Bielefelds Matthias Langkamp bleibt später nur festzuhalten: „Das war ganz klar ein Debakel für uns.“ War es. Ein historisches sogar, denn nur beim 1:11 gegen Dortmund waren die Ostwestfalen 1982 in der Bundesliga einmal noch schlimmer unter die Räder gekommen. Großartig gefeiert haben die Bremer den Sieg gegen Arminia Bielefeld laut Clemens Fritz übrigens nicht, schließlich stand nur ein paar Tage später das wichtige Champions-League-Spiel gegen Piräus an. Erinnern wird sich Werders Ehrenspielführer aber auch so für immer an diesen 29. September 2007, „denn so hoch hatte ich in meiner Laufbahn noch nie gewonnen, höchstens mal in der D-Jugend“. (dco)

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