Werder Bremen gegen den 1.FC Heidenheim in der Bundesliga-Relegation: Sollte es zum Elfmeterschießen kommen, wird Milot Rashica (li.) ziemlich sicher zu den Schützen bei Werder gehören.
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Werder Bremen gegen den 1.FC Heidenheim in der Bundesliga-Relegation: Sollte es zum Elfmeterschießen kommen, wird Milot Rashica (li.) ziemlich sicher zu den Schützen bei Werder gehören.

Werder gegen Heidenheim: Rückspiel in der Bundesliga-Relegation

Hat Werder vor dem Rückspiel gegen Heidenheim Elfmeter trainiert? Fragen und Antworten zur Relegation

Der SV Werder Bremen kämpft im Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen den 1. FC Heidenheim (Hinspiel 0:0) um den Klassenerhalt. Fragen und Antworten zur Bundesliga-Relegation.

Werder Bremen im Relegations-Rückspiel gegen den 1.FC Heidenheim. Warum gibt es den Modus, wie funktioniert er und hat Werder im Vorfeld extra Elfmeter trainiert? Fragen und Antworten zur Bundesliga-Relegation.

Werder Bremen gegen Heidenheim: Welcher Modus gilt in der Relegation?

Die Relegation wird im Europapokalmodus entschieden. Heißt: Sollte nach Hin- und Rückspiel Punkt- und Torgleichheit herrschen, entscheiden die mehr erzielten Auswärtstore. Ist auch dann noch alles ausgeglichen , wird das Rückspiel um 2 x 15 Minuten verlängert. Zu guter Letzt müsste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Ein drittes Spiel - so wie früher praktiziert – wird es nicht geben.

Hat Werder Bremen vor dem Relegations-Rückspiel gegen Heidenheim Elfmeter trainiert?

Nein! Obwohl die Entscheidung über Abstieg oder Klassenerhalt heute Abend im Elfmeterschießen fallen könnte, hat Werder Bremen kein spezielles Elfmeter-Training eingeschoben. „Wir haben das nicht mit den Spielern thematisiert, weil die Mannschaft das Selbstbewusstsein haben soll, das Spiel in 90 Minuten entscheiden zu können“, sagt Trainer Florian Kohfeldt. Im Trainerteam seien allerdings alle Vorkehrungen getroffen, die Liste mit möglichen Schützen steht also. Nur bei einem 0:0 nach 120 Minuten würde es zu einem Elfmeterschießen kommen. In der Geschichte der Relegation entschied erst einmal der Shootout vom Punkt über den Sieger der Relegation – 1988 setzte sich Waldhof Mannheim mit 4:1 im Elfmeterschießen gegen Darmstadt 98 durch.

Werder Bremen Favorit im Relegations-Rückspiel gegen Heidenheim? Das sagt die Statistik

Das 0:0 im Hinspiel lässt Werder Bremen alle Chancen offen. Bei einem eigenen Sieg oder bei jedem Remis ab einem 1:1 würden die Bremer erstklassig bleiben. Heißt: Heidenheim braucht schon einen Sieg, um sich durchzusetzen. Doch dass ein Zweitligist einen Erstligisten in der Relegation bezwingen konnte, ist mittlerweile schon acht Jahre her. Fortuna Düsseldorf gewann 2012 das Hinspiel gegen Hertha BSC mit 2:1, es folgten 16 Spiele (!) ohne Sieg eines Zweitligisten. Union Berlin schaffte im vergangenen Jahr mit zwei Unentschieden gegen den VfB Stuttgart (2:2 auswärts, 0:0 daheim) den Aufstieg. Insgesamt kam es seit der Wiedereinführung der Relegation 2009 in 23 Spielen nur zu drei Siegen eines Zweitligisten.

Wieso gibt es die Relegation überhaupt?

Zwischen 1991 und 2008 kam die Bundesliga gut ohne die Relegation aus. Drei Teams stiegen ab, drei Teams stiegen auf – fertig. Doch dann wurde die Relegation wiederbelebt. Wieso? Weil es zusätzliche Spannung liefert, weil die Erstligisten sich einen Rettungsring schaffen wollten und weil zwei weitere Spiele an die TV-Sender verkauft werden können. Ob die Relegation eine im Sinn des Sports faire Lösung ist, ist diskutabel und wird es auch immer bleiben.

Relegation – und dann?

Was wirklich auffällt, ist dies: Teams, die sich seit 2009 in der Relegation retten konnten, starteten in der Folgesaison oftmals durch. So verbesserte sich Borussia Mönchengladbach als Relegationsteilnehmer 2016 in der kommenden Saison um zwölf (!) Plätze. Der VfL Wolfsburg zeigte zwei Gesichter, ließ der Relegation 2017 auch die Relegation 2018 folgen – dann aber machte das Team einen Sprung um zehn Ränge. Seit der Wiedereinführung der Relegation verbessern sich die geretteten Erstligisten in der kommenden Saison durchschnittlich um 6,25 Plätze. Außerdem gilt: Erstligisten, die erfolgreich durch das Stahlbad Relegation gegangen waren, stiegen auch in der Saison darauf nicht ab. Und: Von den drei Teams, die nach der Relegation runter mussten, schafften zwei (Hertha BSC 2013 und VfB Stuttgart 2020) den direkten Wiederaufstieg. Nur Energie Cottbus (Absteiger 2009) blieb für immer verschwunden.

Wer waren die größten Glücksritter in der Relegation?

Dieser Titel gebührt wohl dem HSV, der sich 2014 (0:0 und 1:1 gegen Greuther Fürth) und 2015 (1:1, 2:1 n.V. gegen den Karlsruher SC) zweimal in Folge denkbar knapp durchsetzte. Auch der VfL Wolfsburg legte 2017 und 2018 einen Doppelpack hin, setzte sich gegen Eintracht Braunschweig (1:0, 1:0) sowie Holstein Kiel (3:1, 1:0) durch. Dem 1. FC Nürnberg gelang das Kunststück, 2009 in der Relegation aufzusteigen (3:0 und 2:0 gegen Cottbus) und im Jahr darauf in der Relegation die Klasse zu halten (1:0 und 2:0 gegen den FC Augsburg). 2016 scheiterte der „Club“ als Zweitligist an Eintracht Frankfurt. Mit drei Teilnahmen hält Nürnberg den Relegationsrekord der Neuzeit. Aktuell müssen die Franken sogar wieder ran – als Drittletzter der dritten Liga. Nimmt man auch die erste Relegationsphase von 1982 bis 1991 dazu, kommen auch Eintracht Frankfurt und der 1. FC Saarbrücken auf drei Starts in der Bundesliga-Relegation Frankfurt setzte sich jeweils durch, Saarbrücken scheiterte zweimal.

Bundesliga-Relegation: Wer sind die Rekordspieler?

Niclas Füllkrug von Werder Bremen ist der erste Spieler, der mit drei verschiedenen Clubs (zuvor Fürth und Nürnberg) eine Bundesliga-Relegation gespielt hat. Auf drei Relegation mit sechs Einsätzen kommen bislang die Torhüter Koen Casteels (mit Hoffenheim und zweimal Wolfsburg), Raphael Schäfer (dreimal Nürnberg) und Dennis Diekmeier (einmal Nürnberg, zweimal Hamburg).

Werder Bremen gegen Heidenheim: Wie kann ich die Relegationsspiele sehen?

Eine Live-Übertragung im Free-TV gibt es nicht. Einzig die kostenpflichtigen Streamingdienste DAZN und Amazon Prime zeigen das Relegationsrückspiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim live im TV. Kleiner Tipp: Sowohl bei DAZN als auch bei Amazon Prime können kostenlose Probemonate gebucht werden. Wem eine Zusammenfassung reicht, der ist beim ZDF an der richtigen Adresse. Am Montag ab 23.45 Uhr zeigt der Sender die wichtigsten Szenen der beiden Spiele.

Wann ist Werder zurück in Bremen?

Anders als bei normalen Bundesliga-Spielen absolvierte Werder am Sonntag das Abschlusstraining nicht in Bremen, sondern bereits in Heidenheim. Für 11.30 Uhr war der Abflug aus Bremen geplant. Die Rückreise erfolgt noch am Abend des Spiels – entweder feiernd oder schwer deprimiert. (csa)

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Werder Bremen in der Bundesliga-Relegation gegen Heidenheim: So steigt Werder ab – ein Kommentar. Hier sind die TV-Infos zum Hinspiel. So lief das Hinspiel zwischen Werder Bremen und Heidenheim.

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