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Luca Caldirola hat seit September 2017 kein Bundesliga-Spiel für Werder bestritten.

Interview erreicht Bosse

Respekt für Caldirola, aber kein Versprechen

Bremen - „Ich erwarte, dass Werder mir jetzt hilft.“ Dieser Satz, von Luca Caldirola im Interview mit der DeichStube geäußert, hat die Bremer Bosse erreicht. Und Wirkung erzielt.

Sportchef Frank Baumann signalisierte am Freitagmittag in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund die Bereitschaft, den unglücklichen Verteidiger im Sommer ziehen zu lassen. „Wir werden uns zusammensetzen und sehen, was die beste Lösung ist. Dann kann es auch zur Trennung kommen“, erklärte Baumann.

Caldirolas Vertrag bei Werder läuft zwar noch bis 2019, doch der Verteidiger hat in der laufenden Saison lediglich ein Spiel gemacht. Seine Unzufriedenheit darüber hatte er im Gespräch mit der DeichStube in die Öffentlichkeit getragen. Allerdings in einer Art und Weise, die sowohl Manager Baumann („Es ist völlig in Ordnung, dass er sich so äußert, wie er sich äußert.  Sein Verhalten ist top“) als auch Trainer Florian Kohfeldt Respekt abnötigt.

„Das Interview ist bemerkenswert, weil Luca niemanden kritisiert. Dass er unzufrieden ist, ist absolut nachzuvollziehen. Was er sagt, hat eine hohe Ehrlichkeit – und das ist ein hohes Gut“, meint der Coach, der Caldirola bisher noch nicht einmal eingesetzt hat. Wieso, weshalb? Die Antwort gibt Baumann, in dem er sagt, dass im Fußball nunmal immer der Leistungsgedanke zähle.

Demnach ist die harte Wahrheit, dass die Bremer Verantwortlichen (auch beim damaligen Cheftrainer Alexander Nouri war das nicht anders) Caldirola sportlich für zweite oder dritte Wahl halten. Dennoch wurde im vergangenen Sommer der Vertrag verlängert. Der Spieler selbst hat das als „einen Fehler“ bezeichnet – „für beide Seiten“.

Baumann: „Würde Vertragsverlängerung nicht als Fehler bezeichnen“

Baumann sieht das jedoch nicht so. Sein Widerspruch: „Die Idee war, dass er oft zum Einsatz kommt. Die Trainer haben dann jeweils auf andere Spieler gesetzt. Trotzdem sind wir sehr dankbar, einen Spieler wie Luca in der Hinterhand zu haben. Deshalb würde ich die Vertragsverlängerung damals nicht als Fehler bezeichnen.“

Caldirola hat sich außer eines sicheren Gehalts aber nur Frust abgeholt. Gestänkert hat er aber nie – und will es auch jetzt nicht machen. Im Gegenzug hofft er auf das Bremer Entgegenkommen, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Wechsels betrifft. Versprochen hat Baumann ihm das zwar nicht, aber er hat auch nichts gesagt, was dagegen spricht.

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Luca Caldirola: Seine Karriere in Bildern

Luca Caldirola
Seit Juli 2013 steht Luca Caldirola bei Werder unter Vertrag. In der ersten Saison absolvierte er fast alle Spieler über die volle Distanz. © nordphoto
Luca Caldirola
Unter Ex-Coach Viktor Skripnik spielte er dann keine Rolle mehr, war nur noch Ergänzungsspieler. © nordphoto
Luca Caldirola
Die Folge: In der Spielzeit 2015/2016 wechselte er als Leihspieler zu Darmstadt 98... © nordphoto
Luca Caldirola
...und verpasste dort in 34. Bundesligapartien keine einzige Spielminute. © nordphoto
Luca Caldirola
Angefangen hat seine Karriere bei Inter Mailand. Dort konnte er jedoch nicht Fuß fassen - wurde ständig verliehen. © imago
Luca Caldirola
Caldirola spielte unter anderem bei den italienischen Clubs Brescia Calcio und AC Cesna, ehe er an die Weser kam. © nordphoto
Luca Caldirola
Caldirola steckte sich vor der Saison 2016/2017 ein hohes Ziel. Er wollte sich durchbeißen... © nordphoto
Luca Caldirola
...und bei Werder der Abwehrchef werden. © nordphoto
Luca Caldirola
Doch bereits am zweiten Spieltag kam es für den Italiener ganz bitter. Bei der 1:2-Pleite gegen Augsburg verletzte er sich kurz vor Abpfiff schwer - Knöchelbruch. © nordphoto
Luca Caldirola
Caldirola kämpfte sich zurück, musste sich aber gedulden. Die Werder-Abwehr war bei seiner Rückkehr bereits eingespielt. Erst durch eine Verletzung von Lamine Sane... © nordphoto
Luca Caldirola
...bekam Caldirola seine nächste Chance - und machte seine Sache in den Spielen von 26. bis 28. Spieltag gut. Doch dann die nächste Hiobsbotschaft: Gegen Eintracht Frankfurt brach er sich den Mittelfuß. Für ihn das Saisonende. © nordphoto
Luca Caldirola
Caldirola war der Pechvogel der Saison 2016/2017. Trotzdem einigte sich Werder mit dem Innenverteidiger auf eine Vertragsverlängerung bis 2019. © nordphoto
Luca Caldirola
Aber auch zu Beginn der folgenden Saison 2017/18 saß der Italiener nur auf der Bank.  © Gumz
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