Abdullah Dogan spielte in der Jugend und der U23 für Werder Bremen, wollte in der Ukraine einen Profi-Vertrag unterschreiben - jetzt ist er vor dem Krieg geflüchtet.
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Abdullah Dogan spielte in der Jugend und der U23 für Werder Bremen, wollte in der Ukraine einen Profi-Vertrag unterschreiben - jetzt ist er vor dem Krieg geflüchtet.

Ex-Werder-Spieler heute in Deutschland erwartet

Gerettet! Ex-Werder-Talent Abdullah Dogan ist dem Ukraine-Krieg entkommen

Bremen - Der Albtraum ist endlich vorbei: Abdullah Dogan hat den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hinter sich gelassen. Am späten Dienstagabend erreichte der ehemalige Spieler des SV Werder Bremen mit dem Zug Rumänien. Am Nachmittag geht es mit dem Flieger über Warschau zurück nach Deutschland, wo der 25-Jährige am Abend in Hamburg eintreffen soll.

Möglich wurde die plötzliche Flucht am Montagnachmittag, als Abdullah Dogan am Bahnhof in Charkow in einen Zug steigen konnte. Organisiert wurde die Abreise mit Unterstützung der türkischen Regierung, die Dogans medialen Hilferuf gehört hatte. „Ich habe es geschafft und bin endlich in Rumänien angekommen. Ich hoffe, dass es jetzt schnell nach Hause geht“, erklärte der Oberliga-Kicker des TB Uphusen- im Telefon-Gespräch mit der DeichStube. Seine Familie in Bremen hatte sich da bereits um ein Flugticket gekümmert.

Doch bei aller Freude über die gelungene Flucht, war Abdullah Dogan auch sehr traurig: „Meine Gedanken sind bei all den Menschen, vor allem den Kindern, die auf der Flucht sind und es nicht geschafft haben. Ich bete auch für meinen Berater Bülent Teke.“ Mit ihm war er vor gut einer Woche in die Ukraine geflogen, um einen Vertrag bei Erstligist Metalist Charkow zu unterschreiben und sich seinen Traum vom Profi-Fußball zu erfüllen. Doch daraus wurde nichts. Und als Russland am vergangenen Donnerstag seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, steckte Dogan in der Stadt nahe der russischen Grenze fest. Erst am Montagnachmittag konnte der ehemalige Spieler des SV Werder Bremen aus seinem Keller-Versteck in Charkow fliehen. Jetzt wünscht er sich, dass möglichst viele Europäer den Menschen in der Ukraine helfen. (mwi)

Letzte Meldung vom 1. März 2022:

Krieg in der Ukraine: Ex-Werder-Spieler Dogan ist seit mehr als 24 Stunden auf der Flucht

Die Hoffnung lebt, aber die Angst, kurz vor dem Ziel noch zu scheitern, ist groß! Ex-Werder-Spieler Abdullah Dogan befindet sich nun schon seit mehr als 24 Stunden auf der Flucht vor Putins Krieg in der Ukraine - in einem Zug, der ihn und etwa 700 weitere Menschen nach Rumänien und damit in Sicherheit bringen soll. Ursprünglich waren für die Zugfahrt zwölf Stunden veranschlagt worden, doch weil unterwegs immer wieder neue Gefahren lauern, kommt es zu ständigen Verzögerungen und Routenänderungen, berichtet Dogan.

Als die DeichStube den Oberliga-Fußballer des TB Uphusen am späten Dienstagnachmittag erreicht, macht Dogans Zug gerade Halt in Lwiw (deutsch: Lemberg) – 70 Kilometer entfernt von der polnischen Grenze. Doch der ehemalige Spieler von Werder Bremen will nicht nach Polen, sondern nach Rumänien. „Wir mussten immer wieder neue Umwege nehmen wegen der Bomben. Es ist nicht sicher. Es ist schrecklich“, sagt Abdullah Dogan verzweifelt. Aber sein Ziel verliert er nicht aus den Augen: „Wir müssen jetzt in die ukrainische Stadt Czernowitz.“

Werder Bremen: Ex-Spieler Abdullah Dogan seit 24 Stunden auf der Flucht - „Es ist schrecklich“

Diese liegt nur wenige Kilometer entfernt von der rumänischen Grenze. Die Zugfahrt aus Lwiw nach Czernowitz dauert normalerweise fünf Stunden. Aber im Krieg ist nichts normal. „In acht bis zehn Stunden“ rechnet Abdullah Dogan mit einer Ankunft. Der 25-jährige Bremer, der einst für die U23 des SV Werder drei Drittliga-Spiele bestritten hat, hofft, dass der Albtraum, dort endlich ein Ende hat.

Vor einer Woche war Abdullah Dogan mit seinem Berater Bülent Teke in die Ukraine geflogen, um einen Vertrag bei Erstligist Metalist Charkow zu unterschreiben und sich seinen Traum vom Profi-Fußball zu erfüllen. Doch daraus wurde nichts. Und als Russland am Donnerstag seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, steckte Dogan in der Stadt nahe der russischen Grenze fest. Erst am Montagnachmittag konnte der ehemalige Spieler des SV Werder Bremen aus seinem Keller-Versteck in Charkow fliehen. Nun ist er seinem Ziel ganz nahe. (mwi)

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„Endlich im Zug“ - Ex-Werder-Bremen-Spieler Abdullah Dogan gelingt Flucht aus dem Ukraine-Krieg

Charkow - Die Verzweiflung war spürbar, die Bombenangriffe deutlich zu vernehmen – und an Schlaf war für Abdullah Dogan, den früheren U23-Spieler des SV Werder Bremen, in den vergangenen Stunden und Tagen kaum zu denken. In ständiger Angst um sein Leben hoffte der 25-Jährige einfach nur darauf, den Krieg in der Ukraine, in dem er seit dem vergangenen Donnerstag feststeckte, schnellstmöglich hinter sich lassen zu können. Am Montag hat der Deutsch-Türke nun tatsächlich eine plötzliche Fluchtmöglichkeit ergriffen.

„Wir haben vor einer halben Stunde einen Anruf von der türkischen Regierung bekommen“, erzählte Abdullah Dogan, der eigentlich beim niedersächsischen Oberligisten TB Uphusen unter Vertrag steht und in der Ukraine Fußball-Profi werden wollte, während einer Live-Schalte am Montagmittag beim TV-Sender „Sky“. „Sie haben uns gesagt, dass wir gegen 15.30 Uhr zu einem Bahnhof kommen sollen. Dort wartet wohl ein Zug, der höchstwahrscheinlich nach Rumänien fahren wird. Aber ich weiß nicht, wie wir es dahin schaffen sollen. Wir müssen hier irgendwie rauskommen, weil sich der Krieg zwischen der Ukraine und Russland immer weiter zuspitzt“, erklärte Dogan, für den eine Flucht in den vergangenen Tagen noch zu riskant, gar aussichtslos erschien.

Für Dogan, Freunde und Familie folgten bange Stunden. Der ehemalige Fußballer des SV Werder Bremen schaltete sein Handy aus, um Akku zu sparen. Erst am frühen Abend setzte er die erlösende Instagram-Story in die Welt: „Endlich im Zug.“ Dazu stellte Abdullah Dogan ein Foto von sich selbst, auf dem er zaghaft lächelte. Er hat es in die Bahn nach Rumänien geschafft. Auf der mehr als 12-stündigen anstehenden Fahrt wird er versuchen, endlich etwas Ruhe zu finden – wenn ihn denn die traumatischen Erlebnisse schon loslassen, die jetzt hinter ihm liegen.

Werder Bremen-Ex-Spieler Abdullah Dogan im Ukraine-Krieg: Bombeneinschläge während TV-Interview zu hören

Noch während des Fernseh-Interviews mit „Sky“ wenige Stunden zuvor war Dogans Welt eine andere gewesen. Der 25-Jährige war sichtlich angespannt, wippte nervös mit seinen Beinen auf und ab, die Augen waren blutunterlaufen. Im Hintergrund ertönten immer wieder markerschütternde Bombeneinschläge, die auch den TV-Moderator aus der Fassung brachten. „Ich höre diese Geräusche alle 15 Minuten und mache mir ernsthaft Sorgen um mein Leben. Aber nicht nur um meins, auch um das der kleinen ukrainischen Kinder hier. Wir haben kaum noch zu essen und zu trinken. Wir versuchen einfach, irgendwie durchzukommen“, berichtete Dogan. „Es ist schrecklich, einzuschlafen und von Bomben oder Schüssen geweckt zu werden. Darum beten wir alle dafür, dass sich die Ukraine und Russland irgendwie einigen. Aber ich kann die Ukrainer verstehen, dass sie nicht kampflos ihr Land aufgeben. Das würde keiner machen. Von daher müssen wir hier rauskommen.“

Vor wenigen Tagen hatte Abdullah Dogan noch ganz andere Träume. Er hoffte auf ein Leben als Profi-Fußballer in der Ukraine. Anfang der Woche war er gemeinsam mit seinem Berater Bülent Teke nach Charkow, in die zweitgrößte Stadt des Landes, geflogen, um einen Vertrag beim Erstligisten Metalist 1925 Kharkiv zu unterzeichnen. Doch daraus wurde nichts für den Mittelfeldspieler, der in der U23 des SV Werder Bremen unter den Trainern Alexander Nouri und Florian Kohfeldt 2016 und 2017 drei Drittliga-Spiele bestritten hatte. Der Krieg kam, und Dogan war plötzlich mittendrin. Verschanzt in einem Keller – ohne Chance zu entkommen. Bis die türkischen Behörden plötzlich anriefen, bis er in einen Zug nach Rumänien stieg – und dem Krieg entfloh. (mwi)

Zur vorherigen Version des Textes vom 28. Februar 2022:

Ex-Werder Bremen-Spieler Abdullah Dogan hofft auf schnelle Flucht aus dem Ukraine-Krieg: „Wir müssen hier rauskommen“

Charkow – Die Verzweiflung ist spürbar, die Bombenangriffe deutlich zu vernehmen - und an Schlaf ist für Abdullah Dogan, den früheren U23-Spieler des SV Werder Bremen, in diesen Tagen und Stunden kaum zu denken. In ständiger Angst um sein Leben hofft der 25-Jährige einfach nur darauf, den Krieg, der seit dem vergangenen Donnerstag in der Ukraine tobt, schnellstmöglich hinter sich lassen zu können. Und tatsächlich könnte sich dem Deutsch-Türken nun eine rasche Fluchtmöglichkeit bieten, wie er während einer Live-Schalte am Montagmittag beim TV-Sender „Sky“ verrät.

„Wir haben vor einer halben Stunde einen Anruf von der türkischen Regierung bekommen. Sie haben uns gesagt, dass wir gegen 15.30 Uhr zu einem Bahnhof kommen sollen. Dort wartet wohl ein Zug, der höchstwahrscheinlich nach Rumänien fahren wird. Aber ich weiß nicht, wie wir es dahin schaffen sollen. Wir müssen hier irgendwie rauskommen, weil der Krieg zwischen der Ukraine und Russland sich immer weiter zuspitzt“, erklärt Abdullah Dogan, für den eine Flucht in den vergangenen Tagen noch zu riskant, gar aussichtslos erschien.

Werder Bremen: Ex-U23-Spieler Abdullah Dogan hofft auf rasche Flucht aus dem Ukraine-Krieg - „Müssen hier weg“

Während er spricht, ertönen im Hintergrund immer wieder markerschütternde Bombeneinschläge. Dogan ist nervös, wippt mit seinen Beinen immer wieder auf und ab. Seine Augen sind blutunterlaufen. „Ich höre diese Geräusche alle 15 Minuten und mache mir ernsthaft Sorgen um mein Leben. Aber nicht nur um meins, auch um das der kleinen ukrainischen Kinder hier. Wir haben kaum noch zu Essen und zu Trinken. Wir versuchen einfach irgendwie durchzukommen“, sagt Abdullah Dogan, der sichtlich um Fassung ringt. „Es ist schrecklich einzuschlafen und von Bomben oder Schüssen geweckt zu werden. Darum beten wir alle dafür, dass sich die Ukraine und Russland irgendwie einigen. Aber ich kann die Ukrainer verstehen, dass sie nicht kampflos ihr Land aufgeben. Das würde keiner machen. Von daher müssen wir hier rauskommen.“

Dogan hofft inständig darauf, bald seine Familie wiederzusehen, mit der er per Whatsapp Kontakt hält. Vor wenigen Tagen hatte er noch ganz andere Träume: Da hatte er auf ein Leben als Profi-Fußballer in der Ukraine gehofft. Anfang der Woche war er gemeinsam mit seinem Berater Bülent Teke nach Charkow, in die zweitgrößte Stadt des Landes, geflogen, um einen Vertrag beim Erstligisten Metalist 1925 Kharkiv zu unterzeichnen. Doch daraus wurde nichts für den Mittelfeldspieler, der in der U23 des SV Werder Bremen unter Alexander Nouri und Florian Kohfeldt 2016 und 2017 drei Drittliga-Spiele bestritt. Der Krieg kam, und Abdullah Dogan war plötzlich mittendrin. Verschanzt in einem Keller – ohne Chance zu entkommen. Bleibt zu hoffen, dass sich das nun rasch ändert. (mwi)

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Ex-Werder-Bremen-Talent Abdullah Dogan bangt in der Ukraine um sein Leben: „Wurden die ganze Nacht lang bombardiert“

Bremen/Charkow – In der Ukraine herrscht seit drei Tagen ein schrecklicher Krieg - und der 25-jährige Bremer Abdullah Dogan ist mittendrin. Der ehemalige U23-Spieler des SV Werder Bremen befindet sich seit Anfang der Woche in Charkow, wo er einen Profivertrag beim ukrainischen Erstligisten FK Metalist Charkow unterschreiben wollte. Daraus wurde erstmal nichts - und als Dogan am Donnerstag wegen Pass-Problemen und der sich zuspitzenden Lage zurück nach Bremen fliegen wollte, fand er sich mitten im russischen Angriffskrieg wieder.

Die DeichStube erreichte den früheren türkischen U18-Nationalspieler am Samstagmorgen. Hinter ihm liegt eine schlaflose Nacht. Zusammen mit seinem Berater Bülent Teke hat sich Abdullah Dogan, der von Freunden nur „Apo“ genannt wird, über Nacht in einem Keller eines Gebäudes in der Stadt im Nordosten der Ukraine verschanzt. Dogan klingt verzweifelt, seine Stimme zittrig: „Wir wurden die ganze Nacht lang bombardiert. Über uns wurde geschossen. Ich habe kein Auge zugekriegt. Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Es ist schrecklich.“

Werder Bremen und der Krieg: Abdullah Dogans Traum vom Profi-Fußball in der Ukraine wird zum Alptraum

Gefechte auf offener Straße, Explosionen, Schüsse. Es sind dramatische Ereignisse, die sich in der zweitgrößten Stadt des Landes abspielen. Dogans Traum vom Profi-Fußball entwickelte sich über Nacht zum absoluten Alptraum - zum nackten Überlebenskampf. „In den Banken gibt es kein Geld mehr, wir haben kaum noch Wasser. Eine Flucht ist aktuell unmöglich. Wir können nur warten und hoffen, dass uns nichts passiert“, schildert Dogan, dessen Gedanken sich in diesen schwierigen Stunden des Ukraine-Kriegs vor allem um seine Liebste und seine Familie drehen. „Ich habe wirklich wahnsinnig große Angst davor, sie nie wieder sehen zu können. Ich hoffe einfach, dass dieser Alptraum schnell endet und ich zurück nach Hause kann.“

Ex-Werder Bremen-U23-Spieler Abdullah Dogan sitzt im Ukraine-Krieg fest und wartet auf Flucht

An Fußball ist für Abdullah Dogan, der noch beim niedersächsischen Oberligisten TB Uphusen unter Vertrag steht und 2016 und 2017 drei Drittliga-Spiele für die U23 des SV Werder Bremen unter den Trainern Florian Kohfeldt und Alexander Nouri bestritt, aktuell überhaupt nicht zu denken. Für ihn geht es jetzt nur darum, so lange auszuharren, bis sich die Möglichkeit einer Flucht nach Deutschland ergibt. (mwi)

Finanziellen und seelischen Beistand erhält Dogan in den letzten Tagen vor allem von seinen Angehörigen und Freunden, die ihn nach Kräften unterstützen. Dennoch kann man dem Bremer mit einer Spende helfen. Ein entsprechendes Konto existiert bereits: Abdullah Dogan, DE76 2919 0330 0103 5991 00

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