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Rodolfo Cardoso spielte von 1995 - 1996 für Werder Bremen.

Ex-Bremer hält Euro-Quali für möglich

HSV-Mitarbeiter Rodolfo Cardoso schwärmt von Coach Florian Kohfeldt

Bremen - Hans-Günter Klemm. Der Hamburger SV ist sein Arbeitgeber. Doch obwohl er bei dem Erzrivalen angestellt ist, leugnet er nicht, dass auch Werder Bremen zu seinen absoluten Favoritenclubs zählt. Werder als seine große Liebe – Rodolfo Esteban Cardoso fiebert immer noch mit mit dem Verein, für den er einst nur ein Jahr lang in der Bundesliga agierte.

„Es wird gute Arbeit geleistet in Bremen“, sagt der Argentinier zum aktuellen Leistungsvermögen des Teams aus der kleineren Hansestadt: „Ich hätte mich gefreut, wenn Werder schon in der abgelaufenen Saison den Sprung nach Europa geschafft hätte.“

Anruf in Argentinien. In Azul, seiner Heimatstadt, die 300 Kilometer von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt liegt, macht Cardoso momentan Urlaub. Für das Gespräch mit der DeichStube nimmt sich der einstige Edeltechniker, der von 1995 bis 1996 für die Grün-Weißen aufgelaufen ist, reichlich Zeit. Er unterbricht eigens die Siesta und plaudert angeregt über den Fußball, den Werder zuletzt offeriert hat. 

Vom HSV und seinen Darbietungen nicht gerade verwöhnt, preist der 50-Jährige die Anstrengungen, die an der Weser unternommen werden. Er spricht von einem „erfolgreichen Stil“ und einem „schönen Offensivfußball“, den Werder präsentiert. „Die Mannschaft spielt schnell und zielstrebig, vor allem auch sehr effektiv. Sie braucht nicht zu viele Chancen, um erfolgreich zu sein.“

Werder Bremen: Cardoso vergleicht Kohfeldt mit einer Legende

Angetan hat es Cardoso, der einst über den FC Homburg und den SC Freiburg zu Werder gekommen ist, bevor er zum HSV wechselte, besonders der Trainer. Florian Kohfeldt sei ein junger Coach, der es verstanden habe, sich auf Anhieb durchzusetzen. Sein Kompliment an die Führung des Erstligisten Werder: „Die Bremer haben wieder einmal bewiesen, dass sie ein gutes Auge besitzen und immer in alle Abteilungen gucken. Es ist typisch Werder, dass sie mit Kohfeldt einem Mann aus dem Nachwuchsbereich das Vertrauen geschenkt haben und damit Erfolg haben.“ Cardoso vergleicht das Trainertalent schon jetzt mit einer Legende, der lebenden Legende namens Thomas Schaaf, der nun als Technischer direktor fungiert. „Ich traue Kohfeldt zu, einen Weg einzuschlagen, wie ihn Schaaf mit Werder gegangen ist.“

Werder-Coach Florian Kohfeldt (re.) und der technische Direktor Thomas Schaaf.

„Werder Bremen kann es wieder nach Europa schaffen“

Schon in der letzten Spielzeit hätte der Südamerikaner, der an der Alster sesshaft geworden ist, nachdem er dort 2004 nach zwei Jahren bei den HSV-Amateuren seine Laufbahn beendet hatte, den Bremern samt Kohfeldt den Erfolg gegönnt, sich erstmals wieder für das internationale Geschäft zu qualifizieren. „Doch leider ist ihnen zwischendurch etwas die Luft ausgegangen.“ Was nun nicht geklappt hat, hält er in der nächsten Saison für durchaus möglich. „Werder kann es wieder nach Europa schaffen“, meint der frühere Nationalspieler, der acht Partien für Argentinien bestreiten durfte. „Die Elf muss nur im Wesentlichen zusammengehalten werden, dann ist es machbar.“

Werder Bremen braucht noch ein oder zwei Verstärkungen

Sein Rat an die Bremer Bosse: Ein oder zwei Verstärkungen müssten noch her, nur unwesentliche Korrekturen im Personaltableau erfolgen. „Der Trainer wird genau wissen, wo er anzusetzen hat. Wenn es gelingt, die Mannschaft zu verstärken und zu stabilisieren, dann ist der nächste Schritt machbar.“ Natürlich, so Cardoso weiter in seiner Analyse, müsse der Verlust von Max Kruse aufgefangen werden. „Er wird eine große Lücke hinterlassen. Entscheidend wird sein, wie sein Abgang verkraftet werden kann.“ Der Kauf eines Torjägers wie Niclas Füllkrug sei schon mal eine gelungene Maßnahme. „Füllkrug ist zwar ein anderer Typ als Kruse, doch er kann mit seiner Torgefährlichkeit die Offensive beleben.“

Nächste Woche kehrt Cardoso aus Südamerika zurück nach Hamburg. Dann nimmt er seine Arbeit als Individualcoach im Nachwuchsbereich des Zweitligisten auf, ein Engagement, für das er einen unbefristeten Vertrag besitzt. Aus gut 100 Kilometern Entfernung wird er dann die Entwicklung in Bremen verfolgen und den Werdegang Werders studieren. „Ich drücke beide Daumen, dass es mit dem Europacup klappt.“

Wo wir schon beim HSV sind, Martin Harnik wechselt nach unseren Informationen nicht an die Elbe. Eine entsprechende Meldung gab es  am Freitagabend. 

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